
Deutscher Glücksspielunternehmer und Merkur-Gründer Paul Gauselmann stirbt mit 91
Paul Gauselmann, der aus einer kleinen Musikbox-Reparaturwerkstatt Deutschlands größtes Glücksspielunternehmen mit 2,1 Milliarden Euro Umsatz aufbaute, starb am Freitag im Alter von 91 Jahren.
Die Merkur Group gab am Freitag bekannt, dass ihr Gründer Paul Gauselmann im Alter von 91 Jahren, kurz vor seinem 92. Geburtstag, gestorben ist. Gauselmann verwandelte eine in der Nachkriegszeit gegründete Ein-Mann-Werkstatt in Deutschlands größtes Glücksspielunternehmen und baute das Geschäft zu einem internationalen Konzern mit rund 15.000 Beschäftigten und einem Gesamtumsatz von 2,1 Milliarden Euro aus. Das Unternehmen bestätigte seinen Tod von seinem Hauptsitz in der ostwestfälischen Stadt Espelkamp aus. Gauselmann leitete die Gruppe 67 Jahre lang, bevor er sich 2024 aus der operativen Führung zurückzog. Er hinterlässt seine Frau, vier Söhne, neun Enkelkinder und sieben Urenkel.
Von der Musikbox-Reparatur zum internationalen Glücksspielgeschäft
Gauselmann wurde in einem Dorf bei Münster geboren und arbeitete zunächst als qualifizierter Fernmeldeinspektor, bevor er in den 1950er Jahren sein Unternehmen gründete. Seine gewerbliche Tätigkeit begann als Nebenerwerb mit der Modifikation und Wartung von Münzmusikboxen. In Rückblicken auf seine Herkunft verwies Gauselmann auf die frühe wirtschaftliche Not als Hauptantrieb für seinen unternehmerischen Ehrgeiz.
Die Not meiner Jugend lehrte mich, das Beste aus meiner Lage zu machen.
Aus dieser Nebentätigkeit entstand ein Konglomerat, das Spielhallen, Spielcasinos, Sportwettbüros und digitale Glücksspielplattformen betreibt. Das Unternehmen entwickelte auch softwarebasierte Glücksspiele und stellte elektronische Spielgeräte für den Export und den nationalen Markt her. Neben der Führung seines Unternehmens war Gauselmann 28 Jahre lang Vorsitzender des Verbands der Deutschen Automatenindustrie.
Philanthropie, öffentliche Ehrungen und Stiftungsbesitz
Die Glücksspielbranche stand in der Kritik von öffentlichen Kritikern, die argumentierten, dass gewerbliche Spielautomaten Verhaltensabhängigkeit bei Spielern fördern. Parallel zu seiner geschäftlichen Expansion lenkte Gauselmann Einnahmen in lokale Gemeinschaftsprojekte, baute Kindertagesstätten, pflanzte Bäume und sponserte Sportmannschaften und Fernsehproduktionen. Im Jahr 2003 verlieh ihm der deutsche Staat das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, und 2004 erhielt er die Ehrenbürgerschaft von Espelkamp und Lübbecke. Um die Unternehmensgruppe vor Zersplitterung zu schützen, übertrug die Familie 2016 alle Unternehmensanteile in die Gauselmann Familienstiftung, die als alleinige rechtliche Eigentümerin der Merkur Group etabliert wurde.
- Beginnt in Westfalen als Nebengeschäft mit der Reparatur und Modifikation von Musikboxen
- Erhält das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
- Wird zum Ehrenbürger der Städte Espelkamp und Lübbecke ernannt
- Überträgt die Familienunternehmensanteile an die neu gegründete Gauselmann Familienstiftung
- Tritt nach 67 Jahren von der obersten Führungsposition der Merkur Group zurück
- Stirbt in Espelkamp im Alter von 91 Jahren, kurz vor seinem 92. Geburtstag
Unternehmensnachfolge und spätere Jahre
Gauselmann trat Ende 2024 von der Gruppenführung zurück und übergab die operative Leitung an den langjährigen Unternehmensmanager Lars Felderhoff. Die Umstrukturierung ließ den Vorstand ohne Gauselmann-Familienmitglieder, während sein Sohn Michael Gauselmann den Vorsitz sowohl des Aufsichtsrats als auch der Familienstiftung übernahm. Gauselmann legte großen Wert auf Führungsdisziplin und Bescheidenheit in seinem Führungsteam und verwies auf seine eigenen frühen Erfahrungen vor seinem Aufstieg in die Führungsetage. Trotz seines offiziellen Ruhestands war er regelmäßig am Unternehmenssitz präsent und besuchte dienstags und donnerstags, um den laufenden Betrieb zu überprüfen.
Ich wüsste nicht, dass ich etwas verpasst hätte, was ich noch tun müsste.


