
China lässt Untergrundpastor Ezra Jin nach Trumps Intervention frei
Ezra Jin Mingri, Gründer der Zion Church, wurde aus chinesischer Haft entlassen und am 4. Juli mit seiner Familie in Los Angeles wiedervereint – weniger als zwei Monate, nachdem Präsident Trump seinen Fall bei Xi Jinping zur Sprache brachte.
Freilassung und Wiedervereinigung
Ezra Jin Mingri, der 57-jährige Gründer der Untergrundkirche Zion Church, wurde am Freitag, dem 3. Juli, nach mehr als 250 Tagen in Haft aus chinesischer Gefangenschaft entlassen. Am darauffolgenden Tag, dem 4. Juli, landete er in Los Angeles, wo er mit seiner Tochter Grace Jin Drexel wiedervereint wurde und zum ersten Mal seinen einen Monat alten Enkel traf. Die Familie hatte ihn seit 2020 aufgrund eines Reiseverbots nicht gesehen. Chinesische Behörden bezeichneten die Freilassung als eine „Geste des guten Willens“ anlässlich des 250. Jahrestages der amerikanischen Unabhängigkeit, so die christliche Menschenrechtsgruppe ChinaAid.
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Diplomatische Intervention
Präsident Donald Trump sprach Jins Fall während eines Staatsbesuchs in Peking im Mai direkt bei Chinas Präsident Xi Jinping an. Nach dem Treffen sagte Trump Reportern, Xi erwäge „ernsthaft“ die Freilassung des Pastors. Chinesische Beamte teilten der Familie später mit, dass die Entscheidung ein direktes Ergebnis dieses Gesprächs sei. Trump brachte auch die Inhaftierung des Hongkonger Medienmoguls Jimmy Lai zur Sprache, doch Lai bleibt in Haft.
Er sagte, er werde den Pastor ernsthaft in Betracht ziehen.
- Ezra Jin in Beihai verhaftet, angeklagt wegen illegaler Nutzung von Informationsnetzwerken.
- Trump trifft Xi in Peking, spricht Jins Fall an; Xi sagt, er werde eine Freilassung 'ernsthaft in Betracht ziehen'.
- Jin nach mehr als 250 Tagen aus der Haft entlassen.
- Jin trifft in Los Angeles ein, am amerikanischen Unabhängigkeitstag, und wird mit seiner Familie wiedervereint.
Die Zion Church und das Vorgehen gegen sie
Jin gründete die evangelikale Zion Church im Jahr 2007 in Peking mit etwa 20 Anhängern. Sie wuchs zu einer der größten nicht registrierten protestantischen Gemeinden Chinas heran, mit schätzungsweise 1.500 Mitgliedern und einem Netzwerk von Hauskirchen in rund 40 Städten. Die Behörden schlossen ihre physischen Räumlichkeiten im Jahr 2018, nachdem die Gruppe sich geweigert hatte, Überwachungskameras der Regierung zu installieren. Jin verlagerte die Aktivitäten ins Internet und strahlte Predigten aus, die landesweit rund 10.000 Menschen erreichten. Im Oktober 2025 verhaftete die Polizei Jin und 17 andere Kirchenführer bei nächtlichen Razzien und warf ihnen die „illegale Nutzung von Informationsnetzwerken“ vor. Menschenrechtsorganisationen bezeichneten dies als eine der schärfsten Maßnahmen gegen religiöse Aktivitäten in der modernen chinesischen Geschichte.
Verbleibende Inhaftierte
Während Jins Freilassung begrüßt wurde, betonten Menschenrechtsaktivisten, dass die umfassendere Unterdrückung andauere. Mindestens acht Mitglieder der Zion Church befinden sich laut Human Rights Watch und ChinaAid weiterhin in Haft. Bob Fu, Gründer von ChinaAid, sagte, „unzählige“ religiöse Praktizierende seien immer noch inhaftiert. Maya Wang, stellvertretende Asien-Direktorin bei Human Rights Watch, forderte deren sofortige Freilassung.
Mindestens 8 Mitglieder der Zion Church bleiben in China inhaftiert. Sie sollten alle freigelassen werden.
Reaktionen
Jins Familie drückte sowohl Trump als auch Xi ihre Dankbarkeit aus und äußerte die Hoffnung, dass die Freilassung ein positives Signal für religiöse Gläubige in China und für die bilateralen Beziehungen sei. Die Inter-Parlamentarische Allianz zu China, eine Gruppe westlicher Abgeordneter, erklärte, sie sei „überglücklich“. Das chinesische Außenministerium hat sich öffentlich nicht zu dem Fall geäußert. Jins Tochter, die im November 2025 vor dem US-Kongress über die Inhaftierung ihres Vaters ausgesagt hatte, ist mit einem gut vernetzten Republikaner verheiratet, was – so einige Analysten – dazu beigetragen haben könnte, den Fall zu befördern.

