
PASOK-Sprecher beschuldigt Ministerpräsident Mitsotakis, Öffentlichkeit über Verfassungsrevision der Ministerimmunität getäuscht zu haben
Kostas Tsoukalas, Sprecher der PASOK, beschuldigte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis, die Bürger über die geplanten Verfassungsänderungen, insbesondere den Artikel zur ministeriellen Strafbarkeit, in die Irre zu führen.
Vorwurf der Täuschung der Öffentlichkeit
PASOK-Pressesprecher Kostas Tsoukalas schlug am Sonntag gegen Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis zurück und erklärte, der Beitrag des Premiers in den sozialen Medien zum Verfassungsrevisionsprozess stelle bewusst falsch dar, wie Änderungen angenommen werden. Tsoukalas bestand darauf, dass nicht die vorschlagende Regierung, sondern das Revisionsparlament die endgültige Formulierung jedes Artikels festlege.
Der Ministerpräsident unterschätzt die Intelligenz der Bürger. Jeder weiß, dass das Revisionsparlament über die Formulierung jedes Artikels entscheidet, nicht das vorschlagende.
Er fügte hinzu, dass die PASOK ihre eigenen Vorschläge bereits eingereicht und ihren Standpunkt klargemacht habe, sodass die Öffentlichkeit genau wisse, wo die Partei stehe, wenn die Angelegenheit ins Plenum komme.
Der Streit um Artikel 86
Im Zentrum des Konflikts steht Artikel 86, der die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Ministern behandelt. Monatelang hatte die Regierung bedeutende Änderungen versprochen, doch der nun enthüllte Vorschlag belässt die Strafverfolgungsbefugnis im Parlament anstatt sie auf die ordentlichen Gerichte zu übertragen. Eine Strafverfolgung würde weiterhin eine namentliche Abstimmung und die absolute Mehrheit aller Abgeordneten erfordern.
Tsoukalas bezeichnete das Ergebnis als oberflächliche Neuverpackung des alten Systems.
Er hat monatelang eine substanzielle Revision des Artikels 86 versprochen und schlägt schließlich vor, die Befugnis zur Strafverfolgung von Straftaten, die von Mitgliedern der Regierung – Ministern und stellvertretenden Ministern – während der Ausübung ihrer Pflichten begangen werden, im Parlament zu belassen, und zwar durch Beschluss der absoluten Mehrheit der Gesamtzahl der Abgeordneten in namentlicher Abstimmung. Mit anderen Worten, es ist eine Änderung nur dem Namen nach.
Institutionelle Glaubwürdigkeit der Regierung
Über den spezifischen Artikel hinaus argumentierte die PASOK, dass die Regierung die notwendige Glaubwürdigkeit für die Führung einer Verfassungsreform verspielt habe. Tsoukalas behauptete, die Regierung habe wiederholt die Verfassung verletzt und Institutionen herabgewürdigt, was sie unfähig mache, nun als Reformer aufzutreten.
Offensichtlich hat eine Regierung, die Institutionen herabgesetzt und wiederholt die Verfassung verletzt hat, kein Glaubwürdigkeitskapital. Das hat sie selbst mit ihren Vorschlägen gezeigt.
Er fügte hinzu, dass dieselbe heuchlerische Haltung bei den anderen Revisionsvorschlägen der Regierung offensichtlich sei.
Position der PASOK und nächste Schritte
Die wichtigste Oppositionspartei betonte, dass eine echte Verfassungsänderung einen breiten politischen Konsens erfordere, nicht nur eine Regierungsmehrheit. Die PASOK erklärte, sie werde weiterhin mit Verantwortung und Zuverlässigkeit handeln und sich auf die Sicherung des demokratischen Funktionierens des Staates konzentrieren.
Tsoukalas wiederholte, dass die Partei bei der Behandlung der Revision im Plenum an ihrer institutionellen Rolle festhalten werde, und forderte eine inhaltliche Debatte statt vorwahlkampfartiger Rhetorik.

