
PASOK wirft Alexis Tsipras vor, 80 % ihres Wirtschaftsprogramms in seiner Thessaloniki-Rede kopiert zu haben
Die griechische PASOK-Partei hat am Mittwoch eine scharfe Antwort an den ehemaligen Premierminister Alexis Tsipras gerichtet und behauptet, sein neu vorgestelltes Wirtschaftsprogramm der ELAS habe direkt politische Vorschläge von Nikos Androulakis kopiert.
Streit um die Präsentation in Thessaloniki
Am Mittwochabend, dem 2. September 2026, stellte der ehemalige griechische Premierminister Alexis Tsipras bei einer Rede in Thessaloniki das Wirtschaftsprogramm der Hellenischen Linkskoalition (ELAS) vor. Tsipras präsentierte den Auftritt als Versuch, eine angebliche Lücke in der politischen Opposition gegen die Regierung der Neuen Demokratie zu füllen. Kurz nach Ende der Rede veröffentlichte die PASOK-KINAL-Zentrale in der Charilaou Trikoupi eine ausführliche Erklärung, in der Tsipras verurteilt und seine politischen Vorschläge abgelehnt wurden. Die Partei behauptete, Tsipras habe seine Rede bewusst vor der Internationalen Messe von Thessaloniki gehalten, um vor PASOK-Chef Nikos Androulakis zu sprechen. In ihrer Kritik erklärte die PASOK, dass ELAS seine Plattform durch direkte Übernahme von 80 % des eigenen Politikrahmens der PASOK aufgebaut habe.
Vorwürfe der Programmkopie
PASOK führte mehrere spezifische politische Überschneidungen an und behauptete, Tsipras habe die Kernthemen von Nikos Androulakis' Rede auf der Internationalen Messe von Thessaloniki 2025 übernommen. Nach Angaben der Partei spiegelte die ELAS-Erzählung über eine neue europäische Konvergenz eng Androulakis' frühere Plattform aus dem Vorjahr wider. PASOK argumentierte außerdem, dass der neu vorgestellte Nationale Konvergenzfonds in Tsipras' Plan lediglich eine umbenannte Version des Nationalen Wohlstandsfonds sei, der zuvor in den Wirtschaftsvorschlägen der PASOK etabliert worden war. Die Oppositionspartei warf dem ehemaligen Premierminister vor, wirtschaftliche Ideen der Mitte-Links zu übernehmen, während er gleichzeitig die Partei angriff, die sie hervorgebracht hatte.
PASOK veröffentlichte ihre Reaktion auf die Rede am Mittwochabend über ihr zentrales Pressebüro:
Er hat propagiert, er werde die Lücke der Opposition füllen, und heute hat er 80 % des PASOK-Programms kopiert, das er wütend attackiert.
- Nikos Androulakis präsentiert europäische Konvergenz und den Nationalen Wohlstandsfonds auf der TIF
- Alexis Tsipras präsentiert das ELAS-Wirtschaftsprogramm in Thessaloniki
- PASOK gibt Erklärung ab, in der sie Tsipras beschuldigt, 80 % ihres Programms kopiert zu haben
Überprüfung von Tsipras' Regierungsbilanz
Zusätzlich zu den Plagiatsvorwürfen griff PASOK Tsipras' Regierungsbilanz aus seiner Amtszeit an und argumentierte, dass die Wähler frühere wirtschaftliche Entscheidungen nicht vergessen würden. In der Erklärung wurde festgestellt, dass Tsipras zwar derzeit Steuersenkungen für Bürger mit mittlerem Einkommen und Selbstständige verspricht, seine vorherige Regierung jedoch genau diesen Gruppen umfangreiche fiskalische Belastungen auferlegt hatte. PASOK verwies insbesondere auf die Abschaffung der EKAS-Rentensolidaritätsleistung, die Rentenkürzungen nach der Katrougalos-Gesetzgebung und die Aufhebung des gesetzlichen Schutzes für Hauptwohnsitze. Die Pressemitteilung wies auch auf den Eintritt notleidender Schuldenfonds in den griechischen Immobilienmarkt und die 99-jährige Konzession öffentlicher Vermögenswerte an ausländische Gläubiger als irreversible Folgen seiner vergangenen Amtszeit hin.
Die Erklärung gab eine harte Beurteilung der Rückkehr des ehemaligen Premierministers zur Wirtschaftskampagne ab:
Herr Tsipras kehrte mit neuen Wahnvorstellungen an den Tatort zurück: dass diesmal das griechische Volk glauben wird, er sei jemand anderes, und vergessen wird, wie er ihre Sackgassen und Ängste ausgenutzt hat, um durch Täuschung an die Macht zu gelangen.
Konkurrierende Visionen für die Opposition
PASOK stellte weiter fest, dass Tsipras' wirtschaftliche Präsentation bewusst darauf verzichtete, die Wiederherstellung wichtiger Leistungen zu versprechen, die während seiner Amtszeit abgeschafft wurden, darunter die 13. Rente, das 13. Monatsgehalt, EKAS und der rechtliche Schutz für Hauptwohnsitze. In seinen Schlussbemerkungen verknüpfte die Partei Tsipras mit dem amtierenden Premierminister Kyriakos Mitsotakis und erklärte, dass beide Führungspersönlichkeiten von den Wählern über 12 Jahre politischen Rückschritts getestet und beurteilt worden seien. PASOK betonte seine eigene politische Autonomie und behauptete, dass allein sie über das Personal und das Programm verfüge, um eingefahrene Interessen herauszufordern, anstatt orientierungslos zu navigieren und so der Regierungspartei zu helfen.


