
Richter ordnet Wiedereinrichtung entfernter Nationalpark-Ausstellungen zu Sklaverei und Klima an
Ein Bundesrichter in Boston hat der Trump-Administration am Freitag angeordnet, Schilder und Ausstellungen zu Sklaverei, Bürgerrechten und Klimawandel, die aufgrund einer Exekutivanordnung aus Nationalparks entfernt worden waren, wieder anzubringen. Er bezeichnete die Aktionen als einen 'gefährlichen Präzedenzfall der Zensur'. Der National Park Service hat 21 Tage Zeit, der Anordnung nachzukommen.
Das Urteil
Die US-Bezirksrichterin Angel Kelley erließ am 12. Juni 2026 eine einstweilige Verfügung, die den National Park Service anweist, alle Entfernungen von Interpretationsmaterialien einzustellen und bereits entfernte Materialien wieder anzubringen. Das Urteil blockiert die weitere Umsetzung einer Exekutivanordnung, die Parks und Denkmäler anwies, Elemente zu entfernen, die 'vergangene oder lebende Amerikaner unangemessen herabsetzen'.
Die Geschichte kann nicht getreu erzählt werden, während die Erfahrungen von Gemeinschaften ausgeschlossen werden, deren Beiträge, Kämpfe und Errungenschaften einen wichtigen Teil der Geschichte unserer Nation darstellen.
Kelley gab der Regierung 21 Tage Zeit, die Stätten in ihren vorherigen Zustand zu versetzen, was bedeutet, dass die Frist knapp vor dem 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli liegt. Die Richterin ordnete wöchentliche Fortschrittsberichte zur Einhaltung der Anordnung an.
Was entfernt wurde
Im Rahmen der Exekutivanordnung entfernten oder änderten Parkmitarbeiter Dutzende von Ausstellungen. Im Independence National Historical Park in Philadelphia wurden Informationen über neun Menschen entfernt, die in den 1790er Jahren unter George Washington versklavt waren. Ein Schild am Sunset Crater Volcano National Monument in Arizona, das einen Besucher zeigt, der eine Pride-Flagge hält, wurde ebenso entfernt wie Filme zur Arbeitsgeschichte im Lowell National Historical Park in Massachusetts. Klimarisiko-Schilder in South Carolina und ein Foto eines versklavten Mannes, bekannt als 'The Scourged Back', an einem Denkmal in Georgia wurden ebenfalls zur möglichen Entfernung vorgemerkt.
Ursprung der Exekutivanordnung
Präsident Donald Trump unterzeichnete die Anordnung mit dem Titel 'Wiederherstellung von Wahrheit und Vernunft in der amerikanischen Geschichte' im März 2025. Sie wies Innenminister Doug Burgum an, Stätten von 'unangemessener parteipolitischer Ideologie' zu säubern und zu prüfen, ob Denkmäler seit Januar 2020 verändert wurden, um eine 'falsche Konstruktion der amerikanischen Geschichte' darzustellen. Das Jahr 2020 hatte landesweite Proteste für Rassengerechtigkeit erlebt, die zur Entfernung einiger Konföderierten-Statuen führten.
Unter dem Deckmantel der Förderung amerikanischer Würde versucht diese Administration, eine begrenzte Geschichte zu vermitteln, indem sie die Entfernung all jener Schilder, Darstellungen und Interpretationsausstellungen in Nationalparks anordnet, die nicht mit ihrer bevorzugten Erzählung übereinstimmen, und damit Halbwahrheiten verbreitet.
Ein Bündnis von Naturschutz-, Geschichts- und Wissenschaftsorganisationen, darunter die National Parks Conservation Association, die Association of National Park Rangers und die Union of Concerned Scientists, reichte im Februar 2026 Klage ein. Sie argumentierten, das Innenministerium betreibe eine 'anhaltende Kampagne zur Auslöschung der Geschichte und Untergrabung der Wissenschaft'.
Reaktion der Administration
Das Innenministerium erklärte, es prüfe seine Rechtsmitteloptionen. Die Sprecherin Katie Martin erklärte, die Überprüfung werde fortgesetzt, 'während wir an diesem Wochenende auf dem Südrasen des Weißen Hauses die UFC Freedom 250 zu Ehren des 250. Jahrestages unserer Nation mit dem größten Präsidenten in der Geschichte unseres Landes feiern – Präsident Donald J. Trump.' Deutsche Berichte stellten fest, dass das Innenministerium Kelley als 'linksextremistische Richterin' bezeichnete und bestätigte, dass ein Rechtsmittel geprüft werde.
Was als nächstes kommt
Die einstweilige Verfügung ist vorläufig; eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Die Fortschrittsberichte der Administration zur Einhaltung der Anordnung werden wöchentlich veröffentlicht, und die Wiederherstellungsfrist zum 4. Juli verknüpft den Streit mit den Feierlichkeiten zum Semiquincentennial der Nation.
Die Amerikaner verlassen sich auf die Nationalparks, um uns zu helfen, unsere gesamte Geschichte zu verstehen. Dieses Urteil wird dazu beitragen, die Nationalparks vor der beispiellosen Kampagne der Administration zu schützen, Geschichte und Wissenschaft an diesen einzigartigen Orten auszulöschen.
- Präsident Trump unterzeichnet die Exekutivanordnung 'Wiederherstellung von Wahrheit und Vernunft in der amerikanischen Geschichte'.
- Ein Bündnis von Naturschutz-, Geschichts- und Wissenschaftsorganisationen reicht Klage gegen das Innenministerium ein.
- Richterin Angel Kelley erlässt eine einstweilige Verfügung und ordnet die Wiederherstellung der entfernten Materialien innerhalb von 21 Tagen an.
- 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung. Die Wiederherstellungsfrist endet wenige Tage zuvor.


