
Deutschland stellt sich auf körperliche Prüfung durch Paraguay im Achtelfinale ein – nach dem Weckruf gegen Ecuador
Eine 1:2-Niederlage gegen Ecuador offenbarte Deutschlands mangelnde Physis, und Trainer Julian Nagelsmann gibt zu, dass er dies vor dem Achtelfinale am Montag gegen eine defensiv starke paraguayische Mannschaft in Foxborough nicht beheben kann.
So wurde der Gegner ermittelt
Deutschland erfuhr früher als erwartet von seinem Achtelfinalgegner, als der amtierende Europameister Spanien am Freitagabend Uruguay mit 1:0 besiegte und damit die letzten Unwägbarkeiten in den Gruppenspiel-Konstellationen beseitigte. Das Ergebnis bedeutet, dass der viermalige Weltmeister am Montag, den 29. Juni, um 22:30 Uhr MESZ im Gillette Stadium in Foxborough, Massachusetts, auf Paraguay trifft. Der enge Zeitplan ließ keinen Ruhetag zu; stattdessen ordnete Nagelsmann eine geschlossene Trainingseinheit hinter schwarz-rot-goldenen Bannern im Spry Stadium in Winston-Salem an.
- Spaniens 1:0-Sieg gegen Uruguay bestätigt Paraguay als Deutschlands Achtelfinalgegner.
- Deutschland hält eine geschlossene Trainingseinheit in Winston-Salem ab und lässt den üblichen Ruhetag ausfallen.
- Achtelfinale: Deutschland gegen Paraguay im Gillette Stadium, Foxborough.
Nagelsmanns Oberkörperproblem
Eine eklatante Schwäche bei der 1:2-Niederlage gegen Ecuador war Deutschlands mangelnde körperliche Robustheit, und der Trainer äußerte sich unverblümt darüber, was in der verbleibenden Zeit getan werden kann.
Physis ist schwer zu trainieren. Bis Montag werden wir im Oberkörperbereich nichts trainieren können.
Der 38-Jährige sagte, die Mannschaft müsse den Ball früher spielen, um Zweikämpfe zu vermeiden und als Kollektiv mehr Überzahlsituationen zu schaffen. Keine der beiden Lösungen funktionierte gegen Ecuador vollständig, und die Herausforderung wird ähnlich sein gegen eine paraguayische Mannschaft, die kompakt und aggressiv im Zweikampf ist.
Was Paraguay mitbringt
Paraguay erreichte die K.o.-Runde als Dritter der Gruppe D nach einer 1:4-Niederlage gegen die USA, einem 1:0-Sieg gegen die Türkei und einem 0:0-Unentschieden gegen Australien. In den letzten beiden Gruppenspielen kassierten sie kein Gegentor und ließen in 18 südamerikanischen Qualifikationsspielen nur zehn Tore zu, was ihre Defensivbilanz zum stärksten Element macht. Der frühere Weltmeister Mats Hummels, heute Experte, erwartet eine exakte Kopie der Herangehensweise Ecuadors.
Paraguay wird eine sehr ähnliche Herangehensweise wählen. Intensität und das Verdichten des Mittelfelds sind Taktiken, die sie gegen Deutschland anwenden werden. Sie werden versuchen, Ballverluste zu provozieren, die die deutsche Mannschaft nur allzu gerne herschenkt, und wir sind etwas zögerlich.
Mittelfeldspieler Miguel Almirón, der gegen die Türkei wegen Mundbedeckens (ein neu eingeführtes FIFA-Vergehen) vom Platz gestellt wurde, ist wieder verfügbar und erhöht die Offensivgefahr.
Im deutschen Lager
Die Mannschaft strich den üblichen freien Tag nach dem Spiel. Kapitän Joshua Kimmich schloss sich dem Ruf nach ehrlicher Selbstkritik an.
Wir müssen die Dinge ansprechen, die wir nicht gut gemacht haben. Der Trainer wird das sicherlich tun. Und dann müssen wir unsere Schlüsse daraus ziehen.
Nagelsmanns Aufstellung wird voraussichtlich stabil bleiben: Manuel Neuer im Tor, Kimmich als Rechtsverteidiger, Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic im zentralen Mittelfeld, mit Deniz Undav als Einwechselspieler. Linksverteidiger Nathaniel Brown arbeitet sich von einer Adduktorenverletzung zurück; David Raum, der gegen Ecuador vertrat, konnte nicht überzeugen. Sportdirektor Rudi Völler, der den Achtelfinalsieg gegen Paraguay bei der WM 2002 selbst miterlebte, fungierte als Puffer für die Medien und erinnerte die Mannschaft daran, sich nicht von externer Kritik treiben zu lassen.
Anklänge an 2002
Das einzige bisherige WM-Aufeinandertreffen gab es im Achtelfinale 2002, als Oliver Neuvilles Tor in der 88. Minute Deutschland einen 1:0-Sieg in Seogwipo bescherte, was den Weg ins Finale ebnete, das man gegen Brasilien verlor. Das letzte Aufeinandertreffen, ein Freundschaftsspiel 2013 in Kaiserslautern, endete 3:3. Diese Ergebnisse sind Geschichte; für Nagelsmann besteht die unmittelbare Aufgabe darin, eine Schwachstelle zu beheben, die Paraguay wie geschaffen auszunutzen scheint.


