Papst León XIV. nennt Missbrauch eine „Pest“ und spricht vor Spaniens Kongress am ersten Tag seines Madrid-Besuchs
Papst León XIV. nutzte seinen ersten vollen Tag in Madrid, um den spanischen Bischöfen zu sagen, dass der Missbrauch durch Kleriker eine „Pest“ sei, die „echte heilende Veränderungen“ erfordere, und teilte den Abgeordneten mit, die Kirche sei während der Kolonisierung Amerikas nicht immer „der Aufgabe gewachsen“ gewesen.
Rede vor dem Kongress
Mit der ersten Papstrede überhaupt im spanischen Abgeordnetenhaus (Congreso de los Diputados) räumte León XIV. ein, dass sowohl die Gesellschaft als auch die Kirche während der Entdeckung und Eroberung Amerikas „nicht immer der Aufgabe gewachsen“ gewesen seien. Er lobte die Schule von Salamanca und Persönlichkeiten wie Francisco de Vitoria dafür, dass sie den „unveräußerlichen Wert eines jeden Menschen“ in die moralische und rechtliche Argumentation eingeführt hätten, blieb aber eine formelle Entschuldigung schuldig.
Missbrauch als „Pest“
Bei einem Treffen mit spanischen Bischöfen am Sitz der Spanischen Bischofskonferenz (Conferencia Episcopal Española, CEE) nannte der Papst den Missbrauch durch Kleriker eine „Pest“ und betonte: „Jede verwundete Person muss aufrichtiges Zuhören, Aufnahme, Schutz und echte heilende Veränderungen finden.“ Es waren seine deutlichste öffentliche Verurteilung seit seiner Wahl zum Papst. Kurz darauf hielt er ein privates Treffen mit Opfern in der Apostolischen Nuntiatur ab (16:15 Uhr Ortszeit). Einige Opferorganisationen kritisierten, dass sie nicht eingeladen worden waren.
Eine der schmerzhaftesten Lasten ist die für diejenigen, die gerade von denen verwundet worden sind, die sich um sie hätten kümmern sollen, einschließlich Mitgliedern des Klerus.
Ein heiterer Moment mit KI
Vor dem Mittagessen mit den Bischöfen lockerte León XIV. die Stimmung auf, indem er erzählte, er habe ein KI-Tool gefragt, was ein Papst dem spanischen Episkopat sagen solle. Die KI antwortete: „Papst Franziskus würde sagen …“. Der Pontifex korrigierte sie: „Ich glaube, es gibt einen anderen Papst.“ Das System erkannte daraufhin „Papst Leo“.
Sie haben einen anderen Algorithmus – einen, der uns dazu führt, Menschen zu lieben, sie zu begleiten, Diener des Wortes zu werden.
Real Madrid kassiert ab
Ein limitiertes Real-Madrid-Trikot mit der Aufschrift „León“ und der Nummer „XIV“ kam für 195 Euro im offiziellen Fanshop des Vereins in den Verkauf, kurz nachdem der Papst auf dem Flug von Rom erwähnt hatte, er sei Real-Madrid-Fan. Klubpräsident Florentino Pérez soll dem Pontifex bei der heutigen Abendveranstaltung im Santiago-Bernabéu-Stadion ein personalisiertes Trikot überreichen.
- Messe mit spanischen Bischöfen am Sitz der CEE
- Rede vor dem Abgeordnetenhaus
- Ankunft bei der CEE, Begrüßung der Bischöfe; Rede über die Missbrauchs-Pest
- Mittagessen mit Bischöfen in der Apostolischen Nuntiatur
- Privates Treffen mit Missbrauchsopfern in der Nuntiatur
- Gebet und Huldigung der Virgen de la Almudena in der Kathedrale
- Begegnung mit der Diözesangemeinschaft im Santiago-Bernabéu-Stadion
Der Tagesablauf
Vor der Kongressrede feierten die Bischöfe um 08:30 Uhr die Messe. Die Ankunft des Papstes bei der CEE verzögerte sich bis 11:52 Uhr, weil es im Parlament eine siebenminütige Ovation gab. Nach den Vormittagssitzungen speiste er gegen 13:00 Uhr mit den Prälaten in der Nuntiatur. Das Nachmittagsprogramm umfasst ein Gebet in der Almudena-Kathedrale (18:00 Uhr) und eine große Begegnung mit der Diözesangemeinschaft im Bernabéu (19:00 Uhr).


