
Gwyneth Paltrow zieht mit Luxus-Werbespot in Israel ‚Gwynozid‘-Shitstorm auf sich – Bauträger mit Siedlungsgeschäften
Die Oscar-Preisträgerin und Goop-Gründerin tritt in einem Werbespot für ein Zwillingshochhausprojekt in Herzlia auf und erntet weltweite Kritik, da Aktivisten auf die Beteiligung des Bauträgers an einer Siedlung im besetzten Westjordanland hinweisen.
Der Spot
Gwyneth Paltrow ist das Gesicht von 51 Park, zwei 51-stöckigen Türmen, die in der Küstenstadt Herzlia nördlich von Tel Aviv geplant sind. Der in New York gedrehte Werbespot zeigt einen Chauffeur, der fragt: ‚New York?‘, worauf Paltrow antwortet: ‚Nein, Herzlia‘, bevor Szenen von Pilates-Pools, Weinproberäumen und Millionen-Dollar-Penthouses zu sehen sind. Die Kampagne wurde von der israelischen Gruppe Melisron kuratiert.
Der ‚Gwynozid‘-Shitstorm
Innerhalb weniger Tage löste der Spot einen Sturm in den sozialen Medien aus. Paltrows Profile füllten sich mit Tausenden von Protestkommentaren, und die Schauspielerin erhielt den Spitznamen ‚Gwynozid‘, der vom Guardian aufgegriffen wurde. Alana Hadid, Schwester der Models Bella und Gigi Hadid, kritisierte die Entscheidung öffentlich, und Aktivisten wiesen auf die Kluft zwischen der beworbenen Luxuswelt und der humanitären Krise in Gaza und im Südlibanon hin.
Siedlungsverbindungen des Bauträgers
Melisron verwaltet auch mehrere Gewerbeimmobilien in Ma'ale Adumim, einer der größten israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland. Die Siedlung wurde laut internationalen Beobachtern auf Land errichtet, von dem Beduinengemeinschaften zwangsweise umgesiedelt wurden. Ein 149-seitiger Amnesty-International-Bericht, der Anfang dieses Jahres veröffentlicht wurde, wirft der israelischen Regierung eine staatlich finanzierte Kampagne der ethnischen Säuberung im Westjordanland vor.
Die Gewalt der Siedler ist keine Anomalie, sondern ein integraler Bestandteil einer organisierten Staatspolitik.
Echo von Scarlett Johansson
Paltrow ist nicht die erste Hollywood-Größe, die wegen eines Deals mit Verbindungen zu Siedlungen im Westjordanland in die Kritik gerät. 2014 verlor Scarlett Johansson ihre Botschafterrolle bei Oxfam, nachdem sie als Testimonial für SodaStream aufgetreten war, das damals seine Kohlensäuregeräte für zu Hause in der Siedlung Mishor Adumim herstellte.
Verstärkung durch Propaganda
Cybersicherheitsexperten stellen fest, dass die Empörung durch Netzwerke koordinierter Konten verstärkt wurde, die mit iranischer digitaler Propaganda in Verbindung stehen, die seit langem darauf abzielt, Boykotte israelischer Unternehmen zu fördern. Paltrow, die jüdische Vorfahren väterlicherseits hat und sich zuvor solidarisch mit den Familien israelischer Geiseln gezeigt hat, hat sich bisher nicht öffentlich geäußert.


