
Palantir-Umsatz steigt um 93 % auf 1,94 Milliarden US-Dollar, Jahresprognose erhöht
Das Datenanalyseunternehmen meldete im zweiten Quartal einen Umsatz von 1,94 Milliarden US-Dollar, weit über den von Analysten erwarteten 1,8 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch das boomende US-Regierungs- und Geschäftskundengeschäft.
Gewinnsprung
Palantir Technologies meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 1,94 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 93 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und deutlich über der Konsensschätzung von 1,80 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 0,41 US-Dollar, verglichen mit den von Analysten prognostizierten 0,35 US-Dollar. Der Quartalsumsatz wuchs zudem um rund 20 % gegenüber den vorangegangenen drei Monaten. Das 2003 im Silicon Valley gegründete Unternehmen Palantir ist auf die Analyse großer Datensätze für Regierungs- und Unternehmenskunden spezialisiert. Seine Plattformen werden verwendet, um in Echtzeit potenzielle Ziele während bewaffneter Konflikte durch Abgleich von Geheimdienstdaten, biometrischen Daten und Telefonaufzeichnungen zu bewerten.
Chief Executive Alex Karp schrieb in seinem Aktionärsbrief:
Unser Geschäft wächst mit einer Geschwindigkeit und in einem Umfang, wie wir es noch nie erlebt haben.
US-Wachstumsmotor
Die Expansion wurde überwältigend vom Heimatmarkt getragen. Die US-Erlöse erreichten 1,57 Milliarden US-Dollar, mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts. Die US-Regierungsumsätze stiegen um 90 % auf 809 Millionen US-Dollar, während die gewerblichen Erlöse in den USA um 149 % auf 764 Millionen US-Dollar zulegten. Die Software von Palantir wird vom Heimatschutzministerium, dem Pentagon und laut Medienberichten im Iran-Konflikt eingesetzt, wo sie bei der Zielbewertung und Geheimdienstanalyse hilft.
- Q2 2026 Tatsächlich
- 1.94 Milliarden US-Dollar
- Analystenschätzung
- 1.8 Milliarden US-Dollar
Prognose angehoben
Palantir hob seine Jahresumsatzprognose auf einen Bereich zwischen 8,15 und 8,16 Milliarden US-Dollar an. Für das laufende dritte Quartal prognostizierte das Unternehmen einen Umsatz von rund 2,16 Milliarden US-Dollar, ebenfalls über den Markterwartungen. Die Aktie stieg nach Bekanntgabe im nachbörslichen Handel um rund 12 % auf 140,76 US-Dollar. Momentaufnahmen zu verschiedenen Zeitpunkten der Sitzung wurden mit Werten zwischen über 9 % und 14 % angegeben. Palantir-Aktien liegen im Jahresverlauf jedoch immer noch 29 % im Minus.
Europäischer Gegenwind
Während das US-Geschäft boomt, sieht sich Palantir in Europa wachsender Skepsis gegenüber. Die Regierungen dort sorgen sich um eine zu starke Abhängigkeit von US-Technologieplattformen. Das Unternehmen klagt rechtlich gegen die Entscheidung des Bürgermeisters von London, einen zweijährigen Vertrag im Wert von 50 Millionen GBP mit der Metropolitan Police zu blockieren, der für 2026/27 25,3 Millionen GBP und ein optionales Folgejahr mit 24,8 Millionen GBP vorsah. Der Deal hätte KI-Systeme zur Automatisierung von Aufgaben und Analyse von Beweisen in Strafermittlungen einsetzen sollen. Das Bürgermeisteramt für Polizei und Kriminalität blockierte ihn aus Gründen des Preis-Leistungs-Verhältnisses mit der Begründung, die Polizei habe nur einen potenziellen Anbieter einbezogen; ein Prozess ist für Januar 2027 angesetzt. Palantirs Werkzeuge werden bereits in mehreren deutschen Bundesländern eingesetzt, darunter Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern.
- US-Regierung
- 0.809 Milliarden US-Dollar
- US-Gewerblich
- 0.764 Milliarden US-Dollar
- International
- 0.367 Milliarden US-Dollar
Karps Positionierung
CEO Alex Karp nutzte die Gewinnmitteilung, um Palantir als Gegengewicht zu führenden KI-Entwicklern wie OpenAI und Anthropic zu positionieren. Er beschrieb das Unternehmen als Mittelsmann, der es Kunden ermöglicht, die volle Kontrolle über ihre Daten zu behalten und zwischen KI-Anbietern zu wechseln. Karp sagte Analysten außerdem, dass Unternehmen dafür bezahlen, ihr Wissen in KI-Modelle einfließen zu lassen, die dann genutzt werden könnten, um konkurrierende Unternehmen aufzubauen. Die Telefonkonferenz selbst war unkonventionell: Karp erschien in einem engen weißen Hemd, das Managementteam in Freizeitkleidung, und Analysten wie Dan Ives schalteten sich per Video von Orten wie einem Park zu.

