Kurz gefasst
- August 2023LabelsBank.com nimmt nach Angaben pakistanischer Ermittler den Betrieb auf
- September 2026Der Betrieb der Website endet nach Angaben pakistanischer Ermittler
- 28.09.Erklärung der US-Bundesanwaltschaft zur Anklage gegen Akram
- 20.10.Pakistanische Behörden nehmen Akram nach wochenlanger Suche fest
Festnahme nach wochenlanger Suche
Die pakistanischen Behörden haben am Dienstag, 20. Oktober, den 33-jährigen Faheem Akram nach einer mehrere Wochen dauernden Suche festgenommen, in deren Verlauf es Razzien in verschiedenen Landesteilen gab. Atif Ameer, ein hochrangiger Beamter der National Cyber Crime Investigation Agency, informierte Journalisten über die Festnahme; die Behörde erklärte, die Ermittler hätten auf der Grundlage von Geheimdienstinformationen gehandelt. Akram stammt aus Khanewal in der östlichen Provinz Punjab. Die Festnahme erfolgte mehr als drei Wochen, nachdem die US-Bundesanwaltschaft ihre Erklärung zu seiner Anklage veröffentlicht hatte. Ob er an die Vereinigten Staaten ausgeliefert wird oder sich in Pakistan vor Gericht verantworten muss, ist weiterhin unklar.
Anklage in den USA und der mutmaßliche Schaden
Eine Bundesgroßjury im Gerichtsbezirk Süd-Florida hat Akram nach Angaben der US-Bundesanwaltschaft für diesen Bezirk vom 28. September angeklagt. Die Ankläger werfen ihm vor, LabelsBank.com betrieben zu haben, eine nicht autorisierte Website, die gefälschte Portoetiketten an mehr als 5.200 Kunden verkaufte. Nach Angaben der Behörde erwarben diese Käufer mehr als 5,1 Millionen gefälschte Etiketten, die üblicherweise 2 Dollar kosteten – unabhängig von Gewicht, Größe oder Zielort eines Pakets. Mit den Etiketten konnten Kunden Pakete deutlich unter den regulären Portopreisen versenden. Die Behörde schätzt den mutmaßlichen Schaden für den US Postal Service auf mehr als 126 Millionen Dollar und betont, dass es sich dabei um eine Schadensschätzung und nicht um den Umsatz der Website handelt.
Was die Ermittler fanden
Laut Ameer stellten die pakistanischen Ermittler fest, dass die Website von August 2023 bis September 2026 in Betrieb war. Akram soll für das Geschäft 16 Bankkonten genutzt haben. Ameer sagte, darunter seien Konten auf den Namen von Akram, seinem Bruder, seiner Frau, seiner Schwester und seiner Tante gewesen. Der Einheitspreis bedeutete, dass ein Brief und ein schweres Paket gleich viel kosteten – weshalb die Etiketten die regulären Tarife des Postal Service so deutlich unterboten. Die folgende Zeitleiste zeigt die bisherigen Daten in dem Fall.
Offene Fragen
Die Quellen geben nicht an, ob Akram an die Vereinigten Staaten ausgeliefert oder in Pakistan vor Gericht gestellt wird; einen Zeitplan für diese Entscheidung nennen sie nicht. Ebenso wenig wird mitgeteilt, welche Vorwürfe – wenn überhaupt – ihm in Pakistan gemacht werden. Die Festnahme erfolgte in Pakistan, während die Anklage in Florida erhoben wurde; die Entscheidung über die Auslieferung bestimmt daher, wo der Fall verhandelt wird. Die Quellen enthalten keine Erklärung von Akram oder von einem ihn vertretenden Anwalt.