Globale Meeresoberflächentemperatur erreicht im August Rekord von 21,1°C, berichtet Copernicus
Der EU-Copernicus-Dienst maß am 22. August die höchste jemals verzeichnete tägliche Meeresoberflächentemperatur und übertraf damit den Höchstwert vom März 2024, da El Niño und die globale Erwärmung die nichtpolaren Ozeandurchschnitte auf 21,1 Grad Celsius trieben.
Täglicher Temperaturhöchstwert übertrifft Rekord von 2024
Der Klimawandeldienst Copernicus der Europäischen Union verzeichnete am Samstag, den 22. August 2026, einen neuen Höchstwert der täglichen globalen durchschnittlichen Meeresoberflächentemperatur. Die tägliche Messung erreichte 21,1 Grad Celsius und übertraf damit den bisherigen Allzeithöchstwert von 21,09 Grad Celsius vom März 2024. Die Datenerfassung für diese globale Überwachungsreihe begann 1979 und liefert fast fünf Jahrzehnte kontinuierlicher Satelliten- und Oberflächenbeobachtungen. Der in Bonn ansässige Copernicus-Dienst verfolgt die Oberflächentemperaturen der Weltmeere, wobei die Polarregionen aus dem spezifischen nichtpolaren Datensatz ausgeschlossen werden. Der neue tägliche Richtwert folgt auf den Juli 2026, als die globale monatliche durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur 20,96 Grad Celsius erreichte und damit den bisherigen monatlichen Höchstwert aus dem Jahr 2023 übertraf.
- March 2024
- 21.09 °C
- 22 August 2026
- 21.1 °C
August-Anomalie und klimatische Treiber
Der Zeitpunkt des neuen Maximums Ende August überraschte Klimaforscher, die die globalen Meereszyklen beobachten. Unter typischen meteorologischen Mustern erreichen die globalen Meeresoberflächentemperaturen ihre höchsten jährlichen Werte im März und April, kurz nach dem Ende des Sommers der Südhalbkugel. Ein August-Höchstwert stellt eine ungewöhnliche Abweichung vom saisonalen Zyklus dar, der in den historischen Aufzeichnungen etabliert ist. Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus und dem Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage, erklärte, dass das anhaltende El-Niño-Wetterphänomen der Erwärmung der Ozeane zusätzlichen Auftrieb verlieh. Diese natürliche Klimavariabilität wirkte zusätzlich zu der anhaltenden Basislinie der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung. Burgess beschrieb die Bedeutung der jüngsten Messung für die Gesundheit der Meeresumwelt.
Dieser Rekord ist ein weiteres klares Zeichen dafür, dass der Ozean zunehmend unter Druck steht.
Atmosphärische Rückkopplung und Kohlenstoffaufnahme
Erhöhte Meeresoberflächentemperaturen lösen erhebliche Veränderungen in den gekoppelten Meeres- und Atmosphärensystemen aus. Wenn sich die Meeresoberflächengewässer erwärmen, geben sie größere Mengen an Wärme und Feuchtigkeit direkt an die darüber liegende Atmosphäre ab. Copernicus stellte fest, dass diese erhöhte Energie- und Wasserdampfübertragung das Risiko schwerer Wetterereignisse erhöht, insbesondere zu höheren Niederschlagsmengen und einer möglichen Intensivierung von Sturmsystemen beiträgt. Wärmeres Meerwasser verändert auch grundlegende chemische Prozesse in der Meeresumwelt. Insbesondere verringern höhere Wassertemperaturen die Fähigkeit der Weltmeere, atmosphärisches Kohlendioxid zu lösen und zu binden, wodurch ihre Wirksamkeit als primäre planetare Kohlenstoffsenke verringert wird.
- Beginn der Satellitenmessaufzeichnung von Copernicus
- Globale tägliche Meeresoberflächentemperatur erreicht vorherigen Höchstwert von 21,09 °C
- Monatliche durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur außerhalb der Polarregionen erreicht 20,96 °C
- Tägliche durchschnittliche globale Meeresoberflächentemperatur erreicht neuen Rekord von 21,1 °C
Ökologische Störungen und marine Hitzewellen
Der anhaltende Anstieg der Meerestemperaturen führt zu schwerwiegenden Belastungen für Meeresökosysteme und menschliche Gemeinschaften entlang der globalen Küsten. Korallenriffe, Fischbestände und andere empfindliche Meereslebensräume sind aufgrund langanhaltender thermischer Anomalien einem erhöhten physiologischen Stress ausgesetzt. Küstensiedlungen, die von stabilen Fischereien und Meeresressourcen abhängig sind, stehen vor zunehmenden wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, da die Wassertemperaturen erhöht bleiben. Langzeitbeobachtungsdaten zeigen, dass marine Hitzewellen in den Weltmeeren weitaus häufiger werden. Burgess nannte spezifische Trends zur Häufigkeit dieser extremen Unterwasser-Wärmeereignisse.
Die Folgen sind bereits sichtbar: Die Anzahl der Tage mit marinen Hitzewellen hat sich weltweit seit den frühen 1990er Jahren mehr als verdreifacht.
Wissenschaftler von Copernicus werten weiterhin eingehende Beobachtungsdaten aus, um zu verfolgen, ob die Meeresoberflächentemperaturen diesen erhöhten Verlauf für den Rest des Kalenderjahres beibehalten.


