Diplomatie · Belgrad und Schaan
Johan Eliasch als FIS-Präsident mit einer Stimme abgewählt; Alexander Ospelt siegt nach Kampagne der Skinationen
Welt-Skiverbandspräsident Johan Eliasch wurde am Donnerstag auf dem FIS-Kongress in Belgrad mit 65 zu 64 Stimmen abgewählt. Damit endet eine fünfjährige Amtszeit, die von Konflikten mit großen Skinationen und Spitzenathleten geprägt war.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von SRF News, rts.ch, ZEIT ONLINE und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Alexander Ospelt besiegte den amtierenden Präsidenten Johan Eliasch auf dem FIS-Kongress in Belgrad mit 65 zu 64 Stimmen.
Die Delegierten stimmten mit 88 % dafür, die Wahl vorzuziehen, und mit 60 % für Papierstimmzettel – ein Zeichen des Misstrauens gegenüber Eliaschs Verwaltung.
Österreich, die Schweiz, die USA und Deutschland führten die Kampagne gegen Eliasch an und kritisierten schlechte Kommunikation und finanzielle Misswirtschaft.
Mikaela Shiffrin, Marco Odermatt und Lucas Pinheiro Braathen kritisierten Eliasch öffentlich für mangelnde Transparenz und Egoismus.
Das Vermögen der FIS soll während Eliaschs fünfjähriger Amtszeit um über 80 Millionen Schweizer Franken gefallen sein, der Verband schrieb Millionenverluste.
Eine hauchdünne Abstimmung in Belgrad
Der Kongress des Internationalen Ski- und Snowboardverbandes (FIS) in Belgrad begann mit zwei Verfahrensabstimmungen, die auf Probleme für den amtierenden Präsidenten Johan Eliasch hindeuteten. Die Delegierten stimmten mit 88 % dafür, die Präsidentenwahl auf die Tagesordnung zu setzen, und mit 60 % für die Verwendung von Papierstimmzetteln anstelle elektronischer Abstimmungen – ein Schritt, der Misstrauen gegenüber der FIS-Verwaltung widerspiegelte. Ein externer Anwalt überwachte die 50-minütige Abstimmung, die Auszählung dauerte 45 Minuten.
Als das Ergebnis verkündet wurde, hatte Herausforderer Alexander Ospelt, ein Anwalt aus Liechtenstein, Eliasch mit einer einzigen Stimme besiegt: 65 zu 64. Ospelt sicherte sich eine vierjährige Amtszeit. Eliasch, der milliardenschwere Eigentümer des Sportartikelherstellers Head, führte die FIS seit 2021.
„Ich möchte mich bei allen für ihr Vertrauen bedanken. Ich werde ein Präsident für alle sein. Lassen Sie uns für unseren Sport vereint sein.“
Die Kampagne gegen Eliasch
Große Skinationen, darunter Österreich, die Schweiz, die USA und Deutschland, hatten sich in den Wochen vor dem Kongress gegen Eliasch positioniert. Sie kritisierten seinen Kommunikationsstil und warfen ihm vor, Entscheidungen ohne Absprache zu treffen. Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), sagte, Eliasch habe „keine Ahnung“. Der DSV gewann einen Rechtsstreit gegen Eliasch wegen dessen Plans, den gesamten Wintersport zentral zu vermarkten.
Swiss-Ski-Präsident Peter Barandun zeigte sich nach dem Ergebnis erleichtert. „Wir sind unglaublich glücklich. Wir können in Zukunft wieder über Sport sprechen und den Sport weiterentwickeln. Die politischen Diskussionen sind Vergangenheit“, sagte er. Barandun räumte ein, dass der Vorsprung geringer sei als erwartet, und stellte fest, dass Eliasch kleinere Verbände für sich gewinnen konnte.
„Es ist ihm nicht gelungen, die wichtigsten Interessengruppen mit ins Boot zu holen.“
Athleten schließen sich der Kritik an
Auch Spitzenskiläufer hatten sich gegen Eliasch gewandt. Mikaela Shiffrin, Marco Odermatt und Lucas Pinheiro Braathen warfen dem scheidenden Präsidenten mangelnde Transparenz und Egoismus vor. „Vieles von dem, was die derzeitige FIS-Führung versprochen hat, wird nicht umgesetzt“, sagte Shiffrin. Die Athleten wünschten sich einen Wechsel an der Spitze des Verbandes.
Finanzielle Probleme und ein georgischer Pass
Während Eliaschs Präsidentschaft sah sich die FIS wachsenden finanziellen Schwierigkeiten gegenüber. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung schrieb der einst gut dotierte Verband Millionenverluste. Die Schweizer Zeitung Blick berichtete, dass FIS-CEO Urs Lehmann sein Amt aus diesem Grund aufgegeben habe. Das Vermögen des Verbandes sei während Eliaschs Amtszeit um mehr als 80 Millionen Schweizer Franken gesunken.
Eliasch verlor die Unterstützung seiner Heimatverbände Schweden und Großbritannien, von denen keiner ihn für die Wiederwahl nominierte. Um die FIS-Regeln zu erfüllen, nahm er die georgische Staatsbürgerschaft an und sicherte sich eine Nominierung aus Georgien. Auf die Frage nach seiner Verbindung zu dem Land sagte er der dpa: „Ich war dort. Es ist ein Land, das ich sehr mag.“
Eliasch wirft IOC Einmischung vor
Die Niederlage kostete Eliasch auch seine Mitgliedschaft im Internationalen Olympischen Komitee. In seiner Rede zur Niederlage behauptete er eine Einflussnahme von außen. „Das IOC hat versucht, das Ergebnis der heutigen Abstimmung zu beeinflussen“, sagte er und forderte die FIS auf, ihre Unabhängigkeit zu schützen. Barandun wollte sich zu dem Vorwurf nicht ausführlich äußern, merkte aber an, dass Eliaschs schlechtes Verhältnis zum IOC kein Geheimnis sei.
„Für mich war es eine Win-Win-Situation. Entweder ich bekomme mein Leben zurück, oder ich gewinne die Wahl.“
Was als Nächstes kommt
Ospelt, der einen Doktortitel in Rechtswissenschaften besitzt und eine eigene Kanzlei in Schaan führt, ist seit 2024 Mitglied des FIS-Exekutivkomitees. Zuvor war er Präsident des Liechtensteiner Skiverbandes. Barandun lobte Ospelts Fähigkeit, sein Umfeld für sich zu gewinnen, und sicherte Swiss-Ski volle Unterstützung zu. Der neue Präsident übernimmt einen Verband mit ramponiertem Image und prekären Finanzen. Ebenfalls auf dem Kongress wurde der Schweizer Jean-Philippe Rochat für weitere zwei Jahre in den FIS-Rat wiedergewählt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- SRF NewsNach dem FIS-Machtwechsel - Barandun: "Die politischen Diskussionen sind Vergangenheit"
- rts.chJean-Philippe Rochat continuera de siéger au Conseil de la FIS au cours des deux prochaines années. Le Vaudois de 68 ans a été réélu lors du congrès de Belgrade | RTS
- ZEIT ONLINEFIS-Präsident: Umstrittener Milliardär Johan Eliasch als FIS-Präsident abgewählt
- ZEIT ONLINEFIS-Präsident: Umstrittener Milliardär Johan Eliasch als FIS-Präsident abgewählt
- Johan Eliasch
- Scheidender FIS-Präsident, milliardenschwerer Eigentümer des Sportartikelherstellers Head, schwedisch-britischer Doppelbürger, der die georgische Staatsbürgerschaft annahm, um zur Wiederwahl anzutreten.
- Alexander Ospelt
- Anwalt aus Liechtenstein, zum neuen FIS-Präsidenten für eine vierjährige Amtszeit gewählt, ehemaliger Präsident des Liechtensteiner Skiverbandes.
- Mikaela Shiffrin
- Amerikanischer Ski-Star, der Eliasch vorwarf, Versprechen nicht eingehalten zu haben und mangelnde Transparenz zu zeigen.
- Marco Odermatt
- Schweizer Ski-Star, der Eliasch mangelnde Transparenz und Egoismus vorwarf.
- Lucas Pinheiro Braathen
- Brasilianischer Skirennläufer, der Eliasch mangelnde Transparenz und Egoismus vorwarf.
- Peter Barandun
- Swiss-Ski-Präsident, der Erleichterung über Eliaschs Niederlage ausdrückte und Ospelt Unterstützung zusagte.
- Wolfgang Maier
- Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), der sagte, Eliasch habe „keine Ahnung“, und eine rechtliche Auseinandersetzung gegen dessen Vermarktungspläne anführte.
- Jean-Philippe Rochat
- Schweizer Funktionär, auf dem Belgrader Kongress für weitere zwei Jahre in den FIS-Rat wiedergewählt, ehemaliger Vizepräsident von Swiss-Ski.
- Urs Lehmann
- FIS-CEO, der sein Amt Berichten zufolge aufgrund finanzieller Probleme des Verbandes aufgab, ehemaliger Swiss-Ski-Präsident.
- Gian Franco Kasper
- Vorgänger von Eliasch als FIS-Präsident, leitete den Verband mehr als zwei Jahrzehnte.
- Orte
- Belgrad
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