
OnePlus bestätigt Einstellung neuer Smartphone-Starts in den USA und Europa, Umstellung auf ColorOS und Ende der 'Flaggschiff-Killer'-Ära
Bestehende Geräte erhalten weiterhin Support und Software-Updates, aber zukünftige Modelle werden nur noch in China und Indien auf den Markt kommen, wobei OxygenOS durch Oppos ColorOS ersetzt wird.
Die Ankündigung
OnePlus bestätigte am 16. Juli, dass es keine neuen Produkte mehr in Nordamerika und Europa auf den Markt bringen wird. In einer Stellungnahme gegenüber TechCrunch erklärte das Unternehmen: „Nach sorgfältiger Prüfung wird OnePlus keine neuen Produkte mehr in Europa und Nordamerika auf den Markt bringen. Alle Rechte und Interessen der Nutzer, einschließlich Kundendienst und Software-Updates, bleiben vollständig gewährleistet." Die Entscheidung, die als „proaktive globale Strategieanpassung" beschrieben wird, bedeutet, dass das OnePlus 15, das Ende 2025 auf den Markt kam, das letzte Flaggschiff-Smartphone sein wird, das in diesen Regionen verkauft wird. Das Unternehmen wird weiterhin aktuelle Lagerbestände verkaufen, aber es sind keine zukünftigen Geräte geplant. In einem Community-Beitrag bedankte sich das Unternehmen bei den Nutzern für ihre Unterstützung und bezeichnete sie als „eine der leidenschaftlichsten Tech-Communities".
Es war keine übereilte Entscheidung. Es war weder ein Fall, in dem Oppo OnePlus angewiesen hat, noch eine einseitige Entscheidung von OnePlus. Eine verantwortungsbewusste Marke zu sein bedeutet, zu wissen, wann man Vollgas gibt und wann man eine Wahl trifft.
Was bestehende Besitzer erwartet
OnePlus und seine Muttergesellschaft Oppo haben zugesichert, dass alle Garantien, der Kundendienst und die versprochenen Software-Updates unverändert bleiben. Das Software-Erlebnis wird sich jedoch ändern: Geräte, die für Updates berechtigt sind, werden mit der Veröffentlichung von Android 17 von OxygenOS auf Oppos ColorOS migrieren. Laut Unternehmen können Nutzer das Update freiwillig durchführen. Der Übergang spiegelt einen ähnlichen Schritt für realme-Geräte in China wider, wo realme UI ebenfalls durch ColorOS ersetzt wird.
Alle Serviceverpflichtungen für bestehende OnePlus-Geräte in Europa und Nordamerika bleiben unverändert. Wir sind zuversichtlich, dass die Nutzer ColorOS, das in den kommenden Monaten auf OnePlus-Geräte in Nordamerika und Europa ausgerollt wird, genauso lieben werden, wie sie OxygenOS geliebt haben.
Warum OnePlus sich zurückzieht
Der Rückzug folgt auf Jahre des nachlassenden Schwungs. OnePlus baute mit dem OnePlus One für 299 US-Dollar im Jahr 2014 eine Kult-Anhängerschaft auf und vermarktete sich selbst als „Flaggschiff-Killer" mit High-End-Spezifikationen zu Mittelklassepreisen. Partnerschaften mit Mobilfunkanbietern in den USA erwiesen sich jedoch als schwierig. T-Mobile stellte nach 2022 den Verkauf von OnePlus-Flaggschiffen ein, und die Partnerschaft mit Verizon dauerte nur von 2020 bis 2021. Die Abhängigkeit des US-Marktes von Ratenzahlungen und Angeboten der Mobilfunkanbieter ließ wenig Spielraum für eine Marke, die hauptsächlich online verkaufte. Im Januar 2026 stellte OnePlus zwei erwartete Smartphones ein, was auf Schwierigkeiten hindeutete.
Eine weltweite Verknappung von RAM und Komponenten, genannt „RAMageddon", hat die Branche zusätzlich unter Druck gesetzt. Counterpoint Research prognostiziert für 2026 einen Rückgang der Smartphone-Auslieferungen um mehr als 13 %. Oppo selbst verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen zweistelligen Rückgang der Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr. Der Marktanteil von OnePlus in den USA fiel im letzten Jahr unter 1 %.
OnePlus hat sich als 'Flaggschiff-Killer' einen Namen gemacht – High-End-Spezifikationen, Mittelklassepreise und aggressive globale Expansion. Diese Wachstumsära ist vorbei. Das Unternehmen konzentriert sich jetzt auf China und zieht sich aus dem Rest der Welt zurück.
Eine umfassendere BBK-Umstrukturierung
Der Schritt ist Teil einer breiteren Neuausrichtung bei BBK Electronics, dem auch Oppo, realme und Vivo gehören. Gleichzeitig gab realme bekannt, dass es den chinesischen Markt verlässt, um sich auf internationale Märkte wie Europa und Indien zu konzentrieren. OnePlus wird unterdessen weiterhin in China und Indien tätig sein, obwohl Bloomberg berichtete, dass bis 2027 ein schrittweiser Ausstieg aus Indien geplant ist. Die Umstrukturierung zielt darauf ab, jahrelange interne Konkurrenz zwischen den BBK-Marken zu beenden, die oft nahezu identische Smartphones zu überlappenden Preisen verkauften.
Was es für den Smartphone-Markt bedeutet
In Europa wird erwartet, dass Oppo die von OnePlus hinterlassene Lücke füllt. In den USA ist Oppo jedoch nicht tätig, was den Käufern noch weniger Alternativen zu Apple und Samsung lässt. Die beiden Unternehmen machten im Jahr 2020 schätzungsweise 90 % der bei US-Mobilfunkanbietern verkauften Smartphones aus. Mit dem Abgang von OnePlus und der bereits erfolgten Abwesenheit anderer chinesischer Marken wie Huawei und ZTE nähert sich der US-Markt einem Duopol an, was den dominanten Playern mehr Spielraum für Preiserhöhungen gibt.
- OnePlus One zum Preis von 299 US-Dollar gestartet, Marketing als 'Flaggschiff-Killer' beginnt
- Erster US-Mobilfunkanbieter-Deal mit T-Mobile
- Partnerschaft mit Verizon beginnt
- Partnerschaft mit Verizon endet
- T-Mobile stellt Verkauf von OnePlus-Flaggschiffen ein
- OnePlus 15 veröffentlicht, letztes Flaggschiff in den USA und Europa
- OnePlus stellt zwei erwartete Smartphones ein
- OnePlus gibt Ausstieg aus den USA und Europa bekannt


