
Oman verschiebt Golf-Ministergipfel zu Abkommen über die Straße von Hormus nach regionalen Einwänden
Oman und Iran haben ein für Salalah geplantes Außenministertreffen zur Vorstellung eines Transitabkommens verschoben, nachdem Bahrain einen Boykott angekündigt und Saudi-Arabien Änderungen am Entwurf gefordert hatte.
Verschiebung des Gipfels in Salalah
Oman kündigte die Verschiebung eines für Montag, den 14. September 2026, in der südlichen Küstenstadt Salalah geplanten Treffens der Außenminister der Golfstaaten an. Der omanische Außenminister Badr al-Busaidi bestätigte spät am Abend des 13. September 2026, dass das regionale Treffen nicht stattfinden würde. Die Konferenz war ursprünglich für den Iran und Oman vorgesehen, um einen ausgehandelten Rahmen für die anhaltende Auseinandersetzung um die Straße von Hormus während des laufenden Iran-Krieges vorzustellen. Badr al-Busaidi erklärte auf der Social-Media-Plattform X, dass vor einem gemeinsamen Treffen eine regionale Einigung erzielt werden müsse.
Im Interesse eines Konsenses wurde das für morgen in Salalah geplante regionale Treffen verschoben.
Regionale Spaltungen und Einwände
Vor der Verschiebung traten regionale Spannungen zwischen den eingeladenen Regierungen zutage. Bahrain, das während des Krieges schwere iranische Raketenangriffe erlitten hatte, kündigte im Voraus an, das Treffen in Salalah zu boykottieren. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr wurden die anderen Golfstaaten nur eingeladen, um über die abgeschlossenen Bedingungen des Abkommens informiert zu werden, nicht aber um an den Verhandlungen teilzunehmen. Saudi-Arabien reichte spezifische Änderungsvorschläge am omanisch-iranischen Entwurf ein. Der Journalist Barak Ravid berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Golf-Vertreter, dass Riad befürchte, die Formulierung des Entwurfs könnte einen neuen Status quo in der Meerenge schaffen, der für Saudi-Arabien und seine Nachbarn inakzeptabel sei. Darüber hinaus berichtete das regionale Medium Amwaj, dass die Vereinigten Arabischen Emirate beschlossen hätten, nicht ihren Außenminister zu entsenden, sondern stattdessen einen Staatssekretär zu schicken.
Strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus ist während des militärischen Konflikts zum zentralen Brennpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Vor Kriegsbeginn wurde etwa ein Fünftel der gesamten globalen Ölversorgung durch die Wasserstraße transportiert. Neben Rohöl sind auch erhebliche Mengen an Flüssigerdgas und landwirtschaftlichen Düngemitteln, die von den Golfstaaten produziert werden, auf die Durchfahrt durch die Meerenge angewiesen, um die Welthändler zu erreichen. Die anhaltenden Transportbeschränkungen haben die internationalen Märkte stark belastet und den politischen Druck auf den US-Präsidenten Donald Trump erhöht. Die Regionalregierungen haben sich zurückhaltend gezeigt, Vereinbarungen zu akzeptieren, die die Navigationsrechte in der strategischen Schifffahrtsstraße beeinträchtigen könnten.
- Bahrain kündigt einen Boykott der Gespräche an, nachdem es während des Krieges iranische Raketenangriffe erlitten hat.
- Saudi-Arabien reicht Revisionen wegen Bedenken ein, einen neuen Status quo in der Straße von Hormus zu schaffen.
- Der omanische Außenminister Badr al-Busaidi gibt die Verschiebung des regionalen Ministertreffens bekannt.
- Ursprüngliches Datum für das Zusammentreffen der Außenminister des Persischen Golfs in Salalah.
Diplomatische Koordination zwischen Maskat und Teheran
Nach der Erklärung Maskats bestätigte ein iranischer Außenministeriumsbeamter der staatlichen Nachrichtenagentur Fars, dass Teheran und Maskat gemeinsam beschlossen hätten, das Treffen auf Wunsch regionaler Partner zu verschieben. In seiner ersten Erklärung betonte Badr al-Busaidi, dass der Oman weiterhin einen Dialog anstrebe, der auf Stabilität und dauerhafte Zusammenarbeit im gesamten Persischen Golf abziele. Der omanische Minister nannte jedoch kein alternatives Datum oder einen überarbeiteten Zeitplan für ein mögliches erneutes Zusammentreffen der Außenminister. Die Verschiebung lässt die diplomatischen Bemühungen zur Deeskalation der maritimen Spannungen um die Wasserstraße ungelöst, während die Regionalstaaten die vorgeschlagenen Bedingungen neu bewerten.


