
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause eröffnet das 191. Oktoberfest mit zwei Schlägen auf den Anzapf-Hahn
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause hat das 16-tägige Fest am Samstag im Schottenhamel-Festzelt eröffnet und das erste Bier an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder überreicht. Mehr als sechs Millionen Besucher werden bis zum 4. Oktober erwartet.
Anzapfen des ersten Fasses
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause hat das 191. Oktoberfest am 19. September 2026 um 12:00 Uhr im Schottenhamel-Festzelt offiziell eröffnet, indem er das erste Bierfass anzapfte. Dem 36-jährigen Politiker von Bündnis 90/Die Grünen gelangen bei seiner ersten Eröffnungszeremonie seit seinem Amtsantritt vor rund sechs Monaten zwei Schläge mit dem Hammer, um den Hahn ins Fass zu treiben. Krause sprach den traditionellen Ausruf „O'zapft is“, um den Bierausschank in allen Festzelten auf der Theresienwiese freizugeben. Getreu alter Konvention überreichte er den ersten Maßkrug Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder von der Christlich-Sozialen Union. Die beiden Spitzenpolitiker stießen auf ein friedliches Fest an, während auf dem Münchner Festgelände Böllerschüsse den Beginn des Events ankündigten. Die Tradition des Anzapfens durch den Oberbürgermeister geht auf das Jahr 1950 zurück, als Bürgermeister Thomas Wimmer von der Sozialdemokratischen Partei 17 Schläge benötigte, was bis heute die höchste Anzahl an Schlägen ist, die jemals für die Eröffnung des Festes nötig war.
- Besucher versammeln sich an den Absperrungen rund um die Theresienwiese
- Die Eingänge öffnen, Sicherheitskräfte regulieren den Zustrom
- Dominik Krause und die Bürgermeister halten am Mahnmal für das Attentat von 1980 an
- Krause eröffnet das Fest mit zwei Schlägen auf das Fass im Schottenhamel-Festzelt
Gedenkminute am Festeingang
Krause führte eine Änderung im Eröffnungsablauf während des traditionellen Einzugs der Wiesnwirte und Brauereien auf das Festgelände ein. Als der Festzug den Haupteingang der Theresienwiese erreichte, hielt Krause seine Kutsche an, um eine kurze Gedenkminute für die Opfer des Oktoberfestattentats von 1980 abzuhalten. Krause, die Zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs und die Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl stiegen aus ihren Kutschen, um gemeinsam vor dem Mahnmal zu verharren. Bei dem rechtsextremistischen Anschlag am Abend des 26. September 1980 wurden zwölf Festbesucher getötet und rund 200 Menschen verletzt, zudem kam der Täter Gundolf Köhler ums Leben. Krause hielt das Gedenken am Eröffnungstag ab, da er an der offiziellen Gedenkveranstaltung zum Jahrestag wegen eines Treffens zur Vergabe der Olympischen Spiele nicht teilnehmen kann. Am frühen Morgen veröffentlichte Krause auf Instagram ein Foto, das ihn auf einem Münchner U-Bahnsteig vor der Fahrt zum Festgelände zeigt.
Ansturm am Morgen und verschärfte Sicherheitsmaßnahmen
Tausende Besucher versammelten sich vor Einbruch der Dunkelheit vor den Absperrungen des Festgeländes, die meisten in traditioneller Tracht mit Dirndl und Lederhose. Die Festtore öffneten kurz nach 9:00 Uhr bei Sonnenschein und milden Temperaturen, ein Kontrast zu den heißeren Bedingungen des Vorjahres. Die Menge lief zu den Bierzelten, um sich Plätze zu sichern, doch Sicherheitskräfte stoppten den Zustrom an den Eingängen wiederholt, um die Besucher in kontrollierten Gruppen auf das Gelände zu lassen. Die Stadt und die Polizei hatten das Sicherheitskonzept nach den gefährlichen Überfüllungen vom zweiten Samstag des Vorjahres verschärft. Eine spezielle Koordinierungsstelle ist nun vor Ort im Einsatz, um die Besucherströme auf dem Festgelände zu überwachen und zu steuern. Die Sicherheitsmaßnahmen umfassen mehr als 50 Kameras mit künstlicher Intelligenz zur Erkennung von Engpässen sowie speziell geschulte Personen, die an Spitzentagen im Einsatz sind.
- Thomas Wimmer (1950)
- 17 Schläge
- Dominik Krause (2026)
- 2 Schläge
Besucherprognose und Besuch der Festzelte
Die 191. Ausgabe des Festes dauert vom 19. September bis zum 4. Oktober 2026, die Stadt rechnet mit mehr als sechs Millionen Besuchern. Zehntausende Besucher, die seit dem Morgen die Tische in den Zelten belegt hatten, erhielten ihre Getränke unmittelbar nach dem Anzapfen. Im Schottenhamel-Festzelt versammelten sich prominente Gäste aus Politik, Kultur und Sport. Zu den bekannten Gästen gehörten der FC-Bayern-Mittelfeldspieler Joshua Kimmich, der Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker, Lahav Shani, und Franz Herzog von Bayern. Die ehemalige Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Ricarda Lang, nahm neben Fernsehmoderator Florian Silbereisen, Musiker DJ Ötzi und dem Volksmusik-Duo Marianne und Michael an der Eröffnung teil.


