
Österreich und Algerien im 3:3-Krimi weiter, Iran nach dramatischem Last-Minute-Aus ausgeschieden
Ein Ausgleichstor von Saša Kalajdžić in der 96. Minute brachte Österreich ins Achtelfinale der WM und schaltete den Iran aus – eines der dramatischsten Finales der Turniergeschichte.
Ein rasantes Finale in Kansas City
Österreich und Algerien lieferten sich im letzten Gruppenspiel der Gruppe H im Arrowhead-Stadion ein 3:3-Unentschieden, das beide Teams ins Achtelfinale brachte. Das Spiel war als mögliche Wiederholung der „Schande von Gijón“ von 1982 angekündigt worden, als Westdeutschland und Österreich ein für beide vorteilhaftes Ergebnis erzielten. Stattdessen lieferten sich die beiden Mannschaften eines der chaotischsten Finales der WM-Geschichte.
Späte Tore entscheiden die Gruppe
Bei einem Stand von 2:2 in der Nachspielzeit traf Algeriens Riyad Mahrez in der 93. Minute zum 3:2 – ein Tor, das Österreich ausgeschaltet und den Iran als einen der besten Drittplatzierten ins Achtelfinale gebracht hätte. Österreichs Trainer Ralf Rangnick schickte sofort Stürmer Saša Kalajdžić aufs Feld, und mit praktisch der letzten Aktion des Spiels köpfte der zwei Meter große Angreifer in der 96. Minute eine Flanke zum 3:3-Ausgleich.
Ich habe so etwas noch nie erlebt, nicht einmal annähernd.
- Anstoß in Kansas City
- Halbzeit: 1:1
- Mahrez bringt Algerien mit 3:2 in Führung (90+3')
- Kalajdžić gleicht zum 3:3 aus (90+6')
Irans Achterbahn-Aus
Der Iran, der am früheren Tag 1:1 gegen Ägypten gespielt hatte, verfolgte die Schlussphase von seinem Stützpunkt in Tijuana, Mexiko. Als Mahrez traf, glaubte man, qualifiziert zu sein. Kalajdžićs Ausgleich Sekunden später bedeutete das Aus. Irans eigenes Spiel hatte ebenfalls sein Drama: Ein Siegtreffer in der Nachspielzeit wurde nach VAR-Überprüfung wegen Abseits aberkannt – ein Tor, das unabhängig von anderen Ergebnissen den Aufstieg gesichert hätte.
Es ist eine katastrophale WM.
Wie es weitergeht
Österreich trifft als Gruppenzweiter im Achtelfinale auf Europameister Spanien. Algerien spielt gegen die Schweiz. Für Österreich ist es das erste K.o.-Auftreten seit 44 Jahren. Der Iran hingegen reist nach Hause – nach einem Turnier, das durch Reisebeschränkungen erschwert wurde, die das Team zwangen, sich in Mexiko zu stationieren und nur für die Spiele in die USA einzureisen.
Abgewendete „Schande von Kansas City“
Die Befürchtungen vor einem Nichtangriffspakt bewahrheiteten sich nicht. Beide Teams griffen bis zum Schlusspfiff an, und das 3:3 mit Toren in der 93. und 96. Minute ließ Vergleiche mit dem Skandal von 1982 verstummen. Der österreichische TV-Experte Andreas Herzog, der sich unter die Jubelfeiern auf dem Platz mischte, scherzte, sein Anzug sei zerrissen und er werde mehrere Spieler verklagen.


