
Ukrainische Drohnen setzen russisches Ölterminal in Rostow in Brand – Stunden nach Trumps Diesel-Deal mit Putin
Drohnen haben in der Nacht das Ölterminal Yug Rusi in Rostow am Don getroffen und ein großes Feuer ausgelöst, während die von Trump und Putin vereinbarten russischen Diesel-Lieferungen scharfe Kritik von Wolodymyr Selenskyj hervorriefen.
Was in der Nacht geschah
In der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober griffen Drohnen das Ölterminal Yug Rusi in Rostow am Don an, am Standort brach ein großes Feuer aus. Das Terminal dient der Lagerung und dem Umschlag von Kraftstoff für die Raffinerie Nowoschachtinsk; das unabhängige russische Medium Astra identifizierte den Ort durch OSINT-Analyse von Filmmaterial. Der Gouverneur von Rostow, Juri Sljusar, bestätigte den Angriff und erklärte, mehr als 100 Drohnen seien abgeschossen worden, wie El Confidencial berichtet. Die Deutsche Welle meldete unter Berufung auf die Regionalbehörden mehr als 50 Drohnen, die Angaben schwanken also je nach Quelle. Die Ukraine hat sich zu dem Angriff nicht bekannt. Sljusar beschrieb die unmittelbare Reaktion mit diesen Worten:
Der Zugverkehr wurde in beide Richtungen eingestellt. Informationen über mögliche Opfer werden überprüft. Die Rettungskräfte sind vor Ort im Einsatz.
Opfer und Schäden in der Region Rostow
Sljusars Telegram-Mitteilung zufolge wurde ein Mann verletzt, wie die Deutsche Welle berichtet, während Sljusar die Zahl der Verletzten später mit sechs Personen angab, so El Confidencial. In verschiedenen Stadtbezirken wurden mehrere Wohnhäuser beschädigt, Anwohner wurden evakuiert, meldet die Deutsche Welle. Eine Eisenbahnbrücke wurde beschädigt, der Zugverkehr in beide Richtungen eingestellt. In Bataysk traf eine Drohne ein Gebäude, in dem ein Feuer ausbrach, wobei die Berichte darüber auseinandergehen, ob es sich um einen Rohbau oder um ein unbewohntes Hochhaus handelte. Im Asowschen Meer wurden zwei Schiffe angegriffen, Verletzte wurden nicht gemeldet.
- Trump und Putin vereinbaren telefonisch, dass Russland Ölprodukte an die USA und die Weltmärkte liefert
- Drohnen greifen das Ölterminal Yug Rusi in Rostow am Don an, ein Feuer bricht aus
Das Diesel-Abkommen zwischen Trump und Putin
Der Angriff erfolgte Stunden, nachdem Trump und Putin in einem Telefonat vereinbart hatten, dass Russland Öl und Ölprodukte an die USA und die Weltmärkte liefern werde, um die Dieselpreise zu senken. In einem Beitrag auf Truth Social schrieb Trump:
Russland wird sofort mehr als 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff an die amerikanischen und die Weltmärkte liefern; weitere 500.000 Tonnen im Laufe des Monats November und 1.000.000 Tonnen unmittelbar danach.
- Sofort
- 300000 Tonnen
- November
- 500000 Tonnen
- Unmittelbar nach November
- 1000000 Tonnen
- Später, kurzer Zeitraum
- 3000000 Tonnen
Trump fügte hinzu, Russland werde später je nach Zustand seiner Dieselraffinerien innerhalb kurzer Zeit 3.000.000 Tonnen Diesel liefern. El Confidencial berichtet, die Ankündigung sei erfolgt, als das Weiße Haus und die Republikanische Partei wegen der Umfragen vor den Zwischenwahlen am 3. November besorgt waren. La Repubblica berichtet, die Sanktionen gegen russischen Diesel seien bis April des kommenden Jahres ausgesetzt. Analysten des Institute for the Study of War erklärten:
Dies stellt ein einseitiges Zugeständnis der Vereinigten Staaten an Russland dar, zu einem Zeitpunkt, da Russland den Vereinigten Staaten in den Verhandlungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine keinerlei Zugeständnisse gemacht hat.
Dieselben Analysten warnten, die Entscheidung werde Russlands Kriegsanstrengungen finanzieren und den Krieg in der Ukraine verlängern.
Die Reaktion der Ukraine und der Druck der USA
Selenskyj kritisierte das Abkommen scharf und erklärte, die Ukraine werde eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland nur unterstützen, wenn sich beide Seiten verpflichteten, auf Angriffe auf Energieanlagen zu verzichten, wie Aktuálně.cz berichtet. La Repubblica meldet, Selenskyj habe die Lockerung der US-Sanktionen als Zeichen der Schwäche bezeichnet, die dem Frieden nicht diene. Selenskyj sagte außerdem:
Jede Einstellung der Angriffe muss gegenseitig sein.
Axios berichtete unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten US-Vertreter, Trump habe dem Deal zugestimmt, nachdem Selenskyj wiederholte US-Forderungen ignoriert habe, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Demselben Bericht zufolge drohten US-Unterhändler damit, die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine wegen der Angriffe auf russische Ölanlagen einzustellen. Libertatea berichtet, der Generalstab der Ukraine habe erklärt, ukrainische Kräfte hätten am 25. September die Raffinerie Nowoschachtinsk getroffen und ein Feuer ausgelöst.
Kapazität des Terminals und russische Diesel-Exporte
Zu den Angaben über die Kapazität des Terminals gibt es unterschiedliche Quellen. Aktuálně.cz nennt 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr, während andere dort zitierte Schätzungen von 3,5 Millionen Tonnen ausgehen. Von Aktuálně.cz zitierte Analysten wiesen darauf hin, dass Russland im vergangenen Jahr 9,5 % der weltweiten Diesel-Exporte auf sich vereinte und dass die russische Regierung im Juli die Diesel-Ausfuhren vorübergehend verbot, nachdem die Ukraine die Angriffe auf russische Raffineriekapazitäten und Logistik verstärkt hatte.


