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Diplomatie·vor 2 Std.

Ölteppich von Trinidad erreicht venezolanische Küste, übertrifft Mai-Katastrophe und bedroht Fischerei

Die venezolanische Regierung teilt mit, dass ein von Trinidad und Tobago ausgehender Ölteppich ihre Küsten erreicht hat, der das Ausmaß eines Lecks im Mai übertrifft und die Fischerei sowie Küstenökosysteme gefährdet.

Ölteppich vor venezolanischer Küste gemeldet

Am 12. Juni gab das venezolanische Außenministerium bekannt, dass ein Ölteppich aus Trinidad und Tobago in venezolanische Gewässer gelangt sei und eine Bedrohung für Meeresökosysteme, Fischerei und Küstengemeinden darstelle. Die Erklärung besagte, dass das Leck das Ausmaß eines im Mai aufgetretenen Ölteppichs übertreffe, wobei jedoch kein genauer Ort oder Umfang angegeben wurde. Die Regierung bestätigte die Kontamination durch Satellitenbilder und aktivierte Überwachungs- und Eindämmungsprotokolle.

Es besteht eine Bedrohung für die Meeresökosysteme, die Fischerei und die Küstengemeinden.

Venezuela's Foreign Ministry

Reaktion Trinidads

Trinidads Energieminister Roodal Moonilal erklärte, die Luftwaffe und die Küstenwache seien mit Drohnen zur Seeüberwachung eingesetzt worden, es sei jedoch kein Ölteppich beobachtet worden. Das Außenministerium forderte zudem die venezolanische Botschaft um Koordinaten auf.

Die Luftwaffe und die Küstenwache wurden zur Aufklärung auf See und mit Drohnen eingesetzt, um die Fakten zu ermitteln.

Politische Spannungen brodeln

Die Beziehungen zwischen Caracas und Port of Spain sind seit der Rückkehr von Kamla Persad-Bissessar als Premierministerin im Jahr 2025 angespannt, die einen harten Kurs in der venezolanischen Migrationspolitik verfolgt und sich eng an die Vereinigten Staaten anlehnt. Die Abkühlung vertiefte sich nach der von den USA geführten Festnahme des ehemaligen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar und Trinidads Kritik an der Unterstützung der CARICOM für ihn. Der Ölteppich fügt einer fragilen diplomatischen Beziehung eine weitere Ebene hinzu.

Eine Geschichte grenzüberschreitender Ölteppiche

Dies ist nicht der erste Vorfall. Im Februar 2024 sank der Tanker Gulfstream vor Tobago und verseuchte über 15 Kilometer Küste, wobei der Ölteppich in venezolanische Gewässer trieb. Anfang Mai 2026 breitete sich ein Leck von Plattform Nr. 2 des Soldado-Feldes im Golf von Paria über die Seegrenze aus und betraf 1.625 Quadratkilometer, zwölf strategische Feuchtgebietssysteme, mehr als 500 Fischer und bedrohte vier Nationalparks. Venezuela forderte Entschädigung und nahm Kommunikation auf; Ende Mai einigten sich Trinidads damaliger Energieminister Ernesto Kesar und Venezuelas Minister für Ökosozialismus Freddy Ñáñez darauf, spezifische Kanäle zur Bewältigung solcher Vorfälle einzurichten. Dennoch beschuldigte Caracas am 12. Juni Port of Spain, ein weiteres Leck nicht verhindert zu haben.

Grenzüberschreitende Ölteppiche und diplomatische Schritte
  1. Tanker Gulfstream sinkt vor Tobago, verseucht 15 km Küste und breitet sich in venezolanische Gewässer aus.
  2. Venezuela warnt vor Ölteppich aus Trinidads Soldado-Feld, später auf 1.625 km² Auswirkung geschätzt.
  3. Trinidads Energieminister Moonilal sagt, von seinem Land aus sei kein Ölteppich sichtbar.
  4. Außenminister Yvan Gil sagt, Venezuela habe Trinidad Mitteilungen zur Bewertung der Auswirkungen gesendet.
  5. Energieminister Kesar (T&T) und Ñáñez (Venezuela) vereinbaren die Einrichtung von Kommunikationskanälen.
  6. Neuer Ölteppich gemeldet, der das Ausmaß vom Mai übertrifft; Trinidad setzt Drohnen zur Aufklärung ein.

Forderungen und nächste Schritte

Venezuela forderte Trinidad und Tobago auf, „seine Verantwortung vollständig zu übernehmen, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um neue Vorfälle zu vermeiden, und volle Transparenz über die Ursachen, das Ausmaß und die Folgen dieses Ölteppichs zu gewährleisten.“ Es behielt sich außerdem das Recht vor, den Fall vor internationale Gremien zu bringen, um die Haftung festzustellen und Entschädigung zu fordern. Die Regierung Trinidads sammelte ihrerseits am Freitagabend noch Informationen, die Aufklärung lief noch.

Port of Spain · Güiria

8 Quellen

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