KI-generiert·Mehr erfahren
Energie & Handel·vor 2 Std.

Öl-Hub Cushing sinkt auf kritisches Niveau: Kriegsnachfrage leert US-Reserven, Branche warnt vor Preisschock

Die Rohölbestände am Hub Cushing in Oklahoma sind auf 21,6 Millionen Barrel gefallen – nur knapp über dem operativen Minimum von 20 Millionen Barrel. Grund ist eine Rekordnachfrage durch den Iran-Krieg, die die US-Lager schneller leert als die Produzenten sie wieder auffüllen können. Zwei hochrangige Branchenvertreter warnen vor einem plötzlichen Preissprung innerhalb weniger Wochen.

Die Lagertanks in Cushing, Oklahoma – dem Lieferpunkt für West Texas Intermediate und einem Dreh- und Angelpunkt des US-Ölnetzes – leeren sich in einem Tempo, das den globalen Markt in Alarmbereitschaft versetzt hat. Nach Angaben der US Energy Information Administration (EIA) liegen die aktuellen Bestände bei 21,6 Millionen Barrel. Der Hub fasst normalerweise etwa 40 Millionen Barrel und hat eine Nennkapazität von 75 Millionen. Sinken die Reserven unter 20 Millionen, enthalten die Tanks meist unbrauchbaren Schlamm, was es unmöglich macht, den Pipelinesdruck aufrechtzuerhalten oder die Raffinerien zu versorgen.

Kriegsbedingte Nachfrage leert die Tanks

Die Vereinigten Staaten sind zum Ersatzlieferanten für Regionen geworden, die normalerweise auf Rohöl aus dem Nahen Osten angewiesen sind – eine Rolle, die sich während des Krieges mit dem Iran noch vertieft hat. US-Öl fließt schneller aus Cushing ab, als die heimischen Produzenten es nachfüllen können. David Oxley, Chef-Rohstoffökonom bei Capital Economics, sagte, dass die Lagerbestände in den reichsten Ländern täglich um 6,3 Millionen Barrel schrumpfen und insgesamt nur noch 2,6 Milliarden Barrel betragen – etwa 100 Millionen Barrel über der operativen Stressgrenze.

Das sind nur 100 Millionen Barrel über der operativen Stressgrenze.

Die Gefahrenzone

Analysten warnen, dass der globale Markt innerhalb eines Monats in eine Gefahrenzone geraten könnte. Bei den aktuellen Abbauraten könnte bereits eine kleinere Störung – ein Pipeline-Leck, ein Raffineriebrand oder widriges Wetter – Panik auslösen und die Preise extrem volatil machen. Die physikalische Grenze des Systems bedeutet, dass Öl nicht bis zum letzten Tropfen verbraucht werden kann; unterhalb einer bestimmten Schwelle verlieren Pipelines den Druck und Raffinerien können ihre Produkte nicht mehr an die Kunden ausliefern.

Cushing-Rohölbestand im Vergleich zu wichtigen Schwellenwerten (Millionen Barrel) · Millionen Barrel
Aktuell
21.6 Millionen Barrel
Operatives Minimum
20 Millionen Barrel
Normalniveau
40 Millionen Barrel
Kapazität
75 Millionen Barrel

Geschichte wiederholt sich

Das Muster ist bekannt. Jedes Mal, wenn die Cushing-Bestände sich den operativen Minima näherten – 2008, 2022 und 2023 – erreichten die Treibstoffpreise Rekordhöhen. CNN merkte an, dass sich dieselbe Abfolge innerhalb weniger Wochen wiederholen könnte. Mike Sommers, Präsident des American Petroleum Institute, machte die Dringlichkeit deutlich.

Wir schlagen jetzt Alarm.

Neil Chapman, Vizepräsident von ExxonMobil, bezeichnete die Lagerbestände auf einer Konferenz in New York Ende Mai als „beispiellos“ und sagte, sie erreichten einen kritischen Punkt.

Wenn dieser Punkt erreicht ist, werden die Preise in die Höhe schießen.

Wohin die Preise gehen könnten

Oxley warnte, dass Rohöl heute leicht über 90 Dollar pro Barrel steigen und sich in den kommenden Monaten auf 140 bis 160 Dollar zubewegen könnte, während Benzin 5 Dollar überschreiten könnte, wenn die Straße von Hormus nicht vollständig wieder geöffnet wird. Die Kombination aus eingeschränktem Angebot und fragiler Logistik verstärkt die Befürchtungen, dass ein Preisschock kein fernes Risiko, sondern unmittelbar bevorstehend ist.

Cushing

3 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft