
Hormus und Bab el-Mandeb: Engpässe drosseln Ölströme – Saudi Aramco stoppt Lieferungen nach Europa
Seeblockaden in der Straße von Hormus und am Bab el-Mandeb haben die Rohölexporte aus dem Nahen Osten um 10 Millionen Barrel pro Tag gekürzt, den Ölpreis über 100 Dollar getrieben und Saudi-Arabien zu Exportanpassungen gezwungen.
Kontrolle der Engpässe und Tankerangriffe
Der regionale Konflikt, der im Februar 2026 zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran begann, hat den Transit durch die Straße von Hormus und den Bab el-Mandeb-Korridor eingeschränkt. Iranische Streitkräfte kontrollieren Hormus, indem sie von Handelsschiffen Gebühren erheben, während sie chinesische und indische Schiffe passieren lassen, und haben kürzlich einen unter togoischer Flagge fahrenden Tanker angegriffen, der eine unbefugte Durchfahrt versuchte. Die United Kingdom Maritime Trade Operations bestätigten zudem, dass ein Projektil ein weiteres Handelsschiff getroffen und einen Brand an Bord ausgelöst habe. Im Roten Meer verstärkten Huthi-Rebellen ihre Küstenstellungen und eroberten eine zentrale Insel im Bab el-Mandeb, um den Verkehr in Richtung Suezkanal zu überwachen. Diese Engpassstörungen haben der Weltwirtschaft 10 Millionen Barrel Rohöl pro Tag entzogen, die Charterraten für Tanker auf über 1 Million Dollar pro Tag steigen lassen und Containerschiffe auf alternative Routen um Afrika und Südamerika gezwungen.
- Anteil Bab el-Mandeb am Welthandel
- 12 %
- Anteil Hormus am globalen Öl- und Gashandel
- 20 %
Saudi-Exportstörungen und Lieferkürzungen für Europa
Die Störung eskalierte, als ein Drohnenangriff aus dem Irak die saudische Ost-West-Pipeline lahmlegte, die wichtigste Überlandleitung, die Hormus zum Roten Meer umgeht. Saudi Aramco informierte daraufhin mindestens zwei europäische Raffinerien, dass die geplanten Oktoberlieferungen gestrichen seien, wodurch Lieferungen an Abnehmer entfallen, die zuvor 577.000 Barrel pro Tag importierten. Saudische Ingenieure erwarten, dass die Pipeline innerhalb weniger Tage teilweise wieder in Betrieb genommen werden kann und in sechs Wochen die volle Kapazität erreicht. Um die Verkäufe aufrechtzuerhalten, bereitete Saudi-Arabien 60 Millionen Barrel für Schiffs-zu-Schiffs-Transfers vor dem omanischen Hafen Sohar vor. Der französische Präsident Emmanuel Macron leitete Vorbereitungen für einen Energiegipfel der Gruppe der Sieben ein, um die nationalen Reserven zu koordinieren, während Italien eine erweiterte Marinemission im Bab el-Mandeb anstrebte. Auf der Suche nach einer diplomatischen Entlastung sandte Riad einen von Oman vermittelten zweiwöchigen Waffenstillstandsvorschlag an die Huthi-Rebellen, während die Vereinten Nationen 112.000 neu Vertriebene im Jemen registrierten.
- US- und israelische Luftkampagne beginnt militärischen Konflikt mit dem Iran
- Syrische Regierung erhöht Dieselpreise um 40 % aufgrund von Treibstoffknappheit
- Syrische Demonstranten blockieren Autobahn M4 und fordern Rücktritt des Energieministers
- Saudi Aramco streicht Oktober-Rohöllieferungen an europäische Raffinerien
Treibstoffpreisinflation und Unruhen in Schwellenländern
Da die internationalen Rohölpreise 100 Dollar pro Barrel übersteigen und die raffinierten Dieselvorräte sinken, stehen die Entwicklungsländer unter akutem fiskalischem Druck. In Syrien erhöhte die Regierung unter Ahmed al Sharaa am 13. September die Dieselpreise um 40 %, die zweite Preiserhöhung innerhalb von neun Tagen nach der Stilllegung der Raffinerie Baniyas. Ein 50-Liter-Tank kostet nun etwa 70 % des syrischen Mindestlohns, was laut ACLED-Daten allein am 13. September 36 Proteste auslöste. Demonstranten blockierten am Mittwoch die nördliche Autobahn M4 und forderten den Rücktritt von Energieminister Mohammed al Bashir. Ähnliche treibstoffbedingte Proteste brachen auch in Indonesien, Guatemala und auf den Philippinen aus, wo die Regierungen angesichts der globalen Staatsverschuldung von 94 % des BIP im Jahr 2025 nur begrenzten fiskalischen Spielraum haben.
ACLED-Regionalforschungsleiter Muaz Al Abdullah bewertete den innenpolitischen Druck auf die syrische Regierung angesichts der wachsenden wirtschaftlichen Not.
könnte beginnen, die Fähigkeit der neuen Regierung zu hinterfragen, zu regieren und ihre Bedürfnisse zu erfüllen
Globale Inflation und geldpolitische Straffung
Die steigenden Energiekosten trieben die Inflation in den westlichen Volkswirtschaften vor den Zwischenwahlen am 3. November in den Vereinigten Staaten in die Höhe. Der neu ernannte Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, hob die Leitzinsen trotz öffentlicher Kritik von Donald Trump an und stellte die Inflationskontrolle über niedrigere Kreditkosten. Dieser Schritt erhöhte den Finanzierungsdruck auf die 40 Milliarden Dollar Staatsverschuldung und trieb gleichzeitig die Unternehmens- und Hypothekenzinsen in die Höhe. In Europa erreichte die spanische Jahresinflation 4,3 %, den höchsten Stand seit 2023, während die Zentralbanken weitere geldpolitische Straffungen prüften. Die globalen maritimen Lieferketten gerieten zusätzlich unter Druck, da Frachtschiffe, die die Gewässer des Nahen Ostens mieden, auf Dürrebeschränkungen am Panamakanal stießen, was den Verkehr auf gefährliche Passagen durch die Magellanstraße und Kap Hoorn lenkte. Washington genehmigte zudem ein Waffenpaket mit 48 F-35-Kampfjets für Saudi-Arabien.


