
Waldbrände im Piemont zerstören 700.000 Bäume und 900 Hektar – Region erklärt ökologische Katastrophe
Waldbrände in vier Provinzen haben bis zu 900 Hektar verbrannt, schätzungsweise 700.000 Bäume getötet und die Evakuierung von 120 Anwohnern im Gebiet Verbano Cusio Ossola erzwungen. Eine anhaltende Hitzewelle und Blitzeinschläge schüren die Flammen.
Ausmaß der Brände
Seit Anfang Juli haben Brände in der westlichen Alpenregion nach Angaben der Regionalregierung des Piemont zwischen 800 und 900 Hektar Wald und Buschland versengt. Betroffen sind die Provinzen Turin, Vercelli, Novara und Verbano Cusio Ossola. Schätzungsweise 700.000 Bäume seien verloren gegangen, so die Region unter Berufung auf Berichte der Feuerwehr. Der schwerste Brand wütet im Ossola-Tal bei Premosello, wo etwa 600 Hektar noch brennen.
Eine echte ökologische Katastrophe trifft das Piemont.
Ursachen und Wetterbedingungen
Die Regionalregierung machte eine verheerende Kombination aus Rekordhitze und Dürre verantwortlich. Die Temperaturen liegen seit Ende Mai über dem Durchschnitt und erreichten am 8. Juli ihren Höhepunkt, als Domodossola 39 Grad Celsius und Ala di Stura auf 1.000 Metern Höhe 33,5 Grad erreichten. Starke Föhnwinde fachten die Flammen an, während die ersten Funken von Blitzen ausgingen, die bei heftigen Gewittern in den vergangenen Tagen niedergingen.
Die Flammen wurden durch Blitze ausgelöst, die bei den heftigen Unwettern der letzten Tage einschlugen, und breiteten sich dann durch starken Wind, glühende Hitze und ausgetrocknete Böden schnell aus.
- Rekordhitze: 39°C in Domodossola, 33,5°C in Ala di Stura
- Blitze aus heftigen Gewittern entzünden Brände im gesamten Piemont
- Bewohner von Colloro evakuiert; Regen und 500 Feuerwehrleute bringen teilweise Eindämmung
- Regionalregierung erklärt ökologische Katastrophe, meldet 700.000 verlorene Bäume
- Wassernotstandstisch angesetzt, während dritte Hitzewelle eintrifft
Ökologische Bilanz
Der Schaden geht weit über die verbrannte Vegetation hinaus. Rauch und Lebensraumzerstörung schädigen direkt Mikrofauna, bestäubende Insekten, Reptilien und brütende Vögel. Große Säugetiere wie Gämse und Rehe werden gezwungen, in von Menschen bewohnte Gebiete zu fliehen, erklärte die Regionalbehörde.
Der ökologische Schaden geht weit über den Verlust von Vegetation hinaus, denn die Brände beeinträchtigen die lokale Biodiversität schwer.
Erholungszeitraum
Pionierpflanzen, Gräser und Sträucher, die den Boden teilweise gegen Erosion stabilisieren, könnten in zwei bis fünf Jahren zurückkehren. Die ausgewachsenen Ökosysteme aus Eichen, Buchen und hohen Nadelbäumen werden nach Einschätzung der Region 50 bis 70 Jahre benötigen, um ihre ursprüngliche Struktur wiederzuerlangen.
- Rückkehr der Pionierarten
- 5 Jahre
- Wiederherstellung des reifen Waldes
- 70 Jahre
Brandbekämpfung und Evakuierungen
Eine Wende kam am späten 10. Juli, als Regenfälle und der Einsatz von 500 Einsatzkräften und 60 Fahrzeugen halfen, einige Fronten unter Kontrolle zu bringen. Im Ossola-Gebiet bei Premosello unterstützten vier Flugzeuge – zwei Canadairs, ein Erickson-Hubschrauber des nationalen Zivilschutzes und ein Regionalhubschrauber – mehr als 200 Feuerwehrleute und Freiwillige. Das Dorf Colloro erlebte am Donnerstag die Evakuierung von 120 Anwohnern nach einer von Präfektin Matilde Pirrera einberufenen Versammlung, da die Luftqualität unerträglich geworden war; 15 Bewohner entschieden sich zu bleiben.
Wir verfolgen die Entwicklung der verschiedenen Brandfronten weiterhin mit größtem Engagement, mit Menschen und Ausrüstung.
Anhaltende Hitzewelle und nächste Schritte
Meteorologen warnen, dass eine dritte Hitzewelle des Jahres 2026 eintrifft, die mindestens 15 Tage anhält, mit Spitzenwerten von über 40 Grad Celsius in der Po-Ebene und bis zu 43 Grad auf Sardinien. Die Regionalregierung hat für Montag, den 13. Juli, einen Wassernotstandstisch einberufen. Kleinere Brände führten am 10. Juli auch zur vorübergehenden Schließung des Flughafens Olbia auf Sardinien, aber die Hauptkrise bleibt auf das Piemont konzentriert.


