
Mindestens 12 Tote bei Waldbrand an der Küste Almerías – Feuerwehr gewinnt Oberhand
Feuerwehr geht erstmals direkt gegen die Flammen vor, da sich das Wetter bessert – 6.600 Hektar sind verbrannt, unter den Toten sind auch Ausländer.
Ausbruch und tödlicher Vormarsch
Das Feuer brach am Donnerstagnachmittag bei Los Gallardos in dem steilen, unwegsamen Gelände der Provinz Almería aus. Eine umgestürzte Stromleitung wird als Ursache vermutet. Innerhalb von Stunden rasten die Flammen durch trockenes Buschland und Wälder und legten nach Angaben des Regionalpräsidenten zeitweise 15 Kilometer in nur zwei Stunden zurück. Am Freitagmorgen hatte der Brand bereits mindestens 12 Menschen getötet. Viele versuchten zu fliehen, als sie auf Straßen eingeschlossen und von den Flammen überrollt wurden.
Wir waren in totaler Panik. Wir konnten die Flammen sehen. Es war schrecklich.
Opfer in tödlicher Flucht gefangen
Die Behörden erklärten, die Opfer hätten einen falschen Evakuierungsweg genommen und seien überrollt worden. Acht weitere wurden schwer verletzt. Hinweise deuten darauf hin, dass mehrere britische und belgische Staatsangehörige unter den Toten sind: Ein Fahrzeug mit Rechtslenkung wurde mit vier Leichen darin gefunden. „Alles deutet darauf hin, dass die Toten größtenteils – oder sogar ausschließlich – Ausländer sind“, sagte Antonio Sanz, andalusischer Katastrophenschutzminister. Die Identifizierung gestaltet sich schwierig, und die Suche nach möglichen weiteren Opfern wird in Bédar fortgesetzt, wo das Feuer die Bewohner überrascht hatte. Beamte der Guardia Civil gehen von Haus zu Haus. Eine erste Liste von 23 vermissten Personen wurde eingegrenzt, aber bis Samstag waren nur sieben offizielle Vermisstenanzeigen erstattet worden.
Evakuierungen und Ausmaß der Zerstörung
Rund 1.500 Einwohner und Touristen wurden aus Häusern und einem Campingplatz nahe Playa de Mojácar evakuiert. Viele waren britische Urlauber. Der Brand hat 6.600 Hektar Wald und Buschland zerstört, eine Fläche etwa zwei Drittel der Größe der Nordseeinsel Sylt. Mehr als 20 Löschflugzeuge verstärkten die 500 Einsatzkräfte am Boden. Am Freitag konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf den Schutz der Küstenstädte; die Autobahn A7 war zeitweise gesperrt, wurde aber am Samstag wieder geöffnet.
Feuerwehr gewinnt Oberhand
Am Samstag verschafften höhere Luftfeuchtigkeit und schwächere Winde den Feuerwehrleuten erstmals die Gelegenheit, von der Verteidigung zum direkten Angriff überzugehen. „Zum ersten Mal seit dem Ausbruch am Donnerstag kämpfen wir im Angriffsmodus“, sagte Sanz. Félix Bolaños, der spanische Minister für die Präsidentschaft, sagte Reportern, Teile des Feuers seien „fast stabilisiert“, warnte jedoch, dass einige Abschnitte weiter schwierig blieben. Der Brand ist einer der tödlichsten in Spaniens jüngerer Geschichte, in einem Sommer, in dem bereits großflächige Waldbrände mehr als 60.000 Hektar im ganzen Land verbrannt haben.
- Feuer entzündet sich in Los Gallardos, vermutlich durch eine umgestürzte Stromleitung.
- Schnelle Ausbreitung; mindestens 12 in Fahrzeugen getötet; 1.500 evakuiert; Autobahn A7 teilweise gesperrt.
- Besseres Wetter ermöglicht direkten Angriff auf Flammen; A7 wieder geöffnet; Suche nach Vermissten geht weiter.
Internationale Besorgnis
Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich entsetzt. „Die Nachricht von der Brandkatastrophe in Andalusien ist entsetzlich“, schrieb er auf X und fügte hinzu, er habe dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez sein Beileid ausgesprochen. Der Brand ereignet sich, während seit Wochen eine Reihe von Waldbränden Spanien, Portugal und andere europäische Länder heimgesucht haben.


