Diplomatie · Imrali und Ankara

Türkei verlegt inhaftierten PKK-Chef Ocalan in neuen Trakt des Gefängnisses auf Imrali

Prokurdische Abgeordnete erklären, die Verlegung ändere seinen Status nicht, und fordern schnelleres Vorankommen im Friedensprozess, während der PKK-Chef weiter auf der Insel bleibt, auf der er seit 1999 festgehalten wird.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von La Libre.be, RTBF, G4Media.ro und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Imrali, Ankara · Türkei
Wie es dazu kam
  1. August 2026Das Parlament billigt ein Gesetz zur bedingten Begnadigung von PKK-Kämpfern
  2. 31.10.Sancar bestätigt Ocalans Verlegung in einen neuen Trakt des Gefängnisses von Imrali
  3. 1.11.DEM-Abgeordnete erklären, die Verlegung ändere Ocalans Status nicht

Verlegung innerhalb des Gefängnisses

Die Türkei hat Abdullah Ocalan, den Anführer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), in einen neu errichteten Trakt des Gefängnisses auf der Insel Imrali im Marmarameer verlegt, wo er seit seiner Festnahme 1999 festgehalten wird. Mithat Sancar, Abgeordneter der prokurdischen DEM-Partei, bestätigte die Verlegung am Samstag, 31. Oktober, in einem Interview mit Medya Haber TV, machte aber keine weiteren Angaben. Sancar sagte nicht, ob der neue Trakt bessere Unterbringung bietet, doch seine Äußerungen deuteten darauf hin. Bessere Haftbedingungen für Ocalan sind eine zentrale kurdische Forderung bei dem Bemühen, einen Konflikt zu beenden, der seit 42 Jahren andauert.

Zweifel der DEM-Partei

Pervin Buldan, ebenfalls Abgeordnete der DEM, sagte, Ocalan habe die Verlegung mitgeteilt, und betonte, der neue Ort sei Teil des Gefängnisses und nicht außerhalb davon. Sie argumentierte, ein reiner Ortswechsel verleihe ihm keinen neuen Status. Die DEM wirft der Regierung von Recep Tayyip Erdogan vor, den Prozess zu verschleppen. Sancar, der Ocalan regelmäßig mit anderen DEM-Politikern besucht, forderte eine Beschleunigung des Prozesses und sagte, die Verlegung mache diese Beschleunigung notwendig. Er sagte zudem, Ocalan müsse die Friedensverhandlungen koordinieren, und richtete seine Kritik an Ankara:

„Der Prozess kann nicht mit einseitigen Erwartungen und Forderungen vorankommen“

Mithat Sancar, DEM-Abgeordneter und Mitglied

Sancar sagte, die Regierung müsse von ihrer – wie er es nannte – beharrlichen und starren Haltung abrücken.

Stockende Gespräche und unerfüllte Forderungen

Sancar sagte, der Prozess ruhe seit den vergangenen zwei Monaten, und früher angekündigte Termine seien nicht eingehalten worden. Buldan sagte, Ocalan habe wiederholt um Treffen mit Frauenorganisationen, Journalisten und Wissenschaftlern gebeten, doch zwei Jahre später seien nur politische Delegationen, darunter das DEM-Team, nach Imrali gereist. Sie sagte, ein bloßer Wechsel der Zelle erfülle diese Forderung nicht. Buldan sagte zudem, der Prozess könne nur vorankommen, wenn schnell konkrete Schritte unternommen würden.

Hintergrund der Friedensbemühungen

Ocalan rief die PKK im Februar 2025 auf, sich aufzulösen und zu entwaffnen. Drei Monate später kündigte die Gruppe an, die Waffen niederzulegen und die Feindseligkeiten zu beenden. Im August billigte das türkische Parlament ein Gesetz, das Tausenden PKK-Kämpfern eine bedingte Begnadigung anbietet, und Erdogan unterzeichnete es. Vier Unterausschüsse wurden eingesetzt, um die Auflösung der PKK zu begleiten, und Ocalan soll an der Arbeit zur Entwaffnung teilnehmen, obwohl das Gesetz nicht regelt, was mit ihm geschehen soll. Ocalan, inzwischen 77 Jahre alt, verbüßt eine lebenslange Haftstrafe auf der Insel südlich von Istanbul. Die Türkei, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union stufen die PKK als terroristische Organisation ein, und der Konflikt hat seit 1984 Zehntausende Menschen getötet – nach Angaben Ankaras rund 50.000.

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