
Obama Presidential Center eröffnet in Chicago – mit vier Ex-Präsidenten und einer deutlichen Botschaft zur Demokratie
Barack und Michelle Obama weihten das 850 Millionen Dollar teure Präsidentenzentrum im Süden Chicagos ein, begleitet von Joe Biden, Bill Clinton, George W. Bush und zahlreichen Prominenten. Der ehemalige Präsident hielt eine Rede über die Rechtsstaatlichkeit, die viele als Kritik an Donald Trump verstanden, der nicht eingeladen war.
Großeröffnung im Süden Chicagos
Das Obama Presidential Center öffnete am Abend des 18. Juni 2026 offiziell im Jackson Park am Ufer des Michigansees. Tausende geladene Gäste, darunter drei lebende ehemalige US-Präsidenten und ihre Ehepartner, versammelten sich, um den Abschluss eines jahrzehntelangen Projekts zu feiern. Barack und Michelle Obama wurden von Joe und Jill Biden, Bill und Hillary Clinton sowie George W. und Laura Bush begleitet, dazu die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris und die frühere Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi. Auch ausländische Würdenträger wie die frühere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ehemalige kanadische Premierminister Justin Trudeau nahmen teil. Die Wahl des 19. Juni für die öffentliche Eröffnung – Juneteenth, der Feiertag zur Erinnerung an die Abschaffung der Sklaverei in den USA – war bewusst getroffen und verband die Mission des Zentrums mit der Bürgerrechtsgeschichte und Obamas eigener historischer Rolle als erster afroamerikanischer Präsident.
Eine stimmungsvolle Zeremonie mit Stars
Der Abend verband Politik mit hochkarätiger Unterhaltung. Zu den musikalischen Darbietungen gehörten Bruce Springsteen, Stevie Wonder, Christina Aguilera, Jennifer Hudson, John Legend, Common, Bono und The Edge von U2 sowie Eddie Vedder. Hollywood-Größen wie Tom Hanks, Anne Hathaway, Steven Spielberg und George Lucas saßen im Publikum. Die CEO der Obama Foundation, Valerie Jarrett, eröffnete die Veranstaltung, und Jennifer Hudson sang die Nationalhymne. Das Ereignis wurde auf der Midway Plaisance der Stadt übertragen, wo Tausende weitere Zuschauer auf Großleinwänden zusahen. Eine bemerkenswerte Abwesenheit war Präsident Donald Trump, der keine Einladung erhalten hatte; die Organisatoren sagten, er sei „gerne in der Zukunft willkommen".
Obamas Appell für demokratische Schranken
In seiner Grundsatzrede betonte Barack Obama die Bedeutung institutioneller Kontrollen und Gegengewichte, einer unabhängigen Justiz und einer freien Presse – Bemerkungen, die weithin als implizite Kritik an der Trump-Präsidentschaft interpretiert wurden, auch wenn er Trump nie namentlich erwähnte.
Niemand steht über dem Gesetz, noch ist er unter seinem Schutz.
Er verband seine Botschaft mit dem bevorstehenden 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit und erinnerte das Publikum daran, dass die Gründervision Könige und Herren zugunsten gleicher Bürger ablehnte. Obama forderte auch eine stärkere internationale Zusammenarbeit und argumentierte, dass alle Länder, einschließlich der USA, „wohlhabender und sicherer" wären, wenn sie sich darauf konzentrieren würden, zusammenzuarbeiten, „statt zu dominieren, einzuschüchtern und jeden Vorteil herauszuholen, nur weil sie es können".
Jeder Präsident, der heute hier sitzt, so unterschiedlich wir auch sind, hat sein Bestes getan, um die Werte zu verteidigen, an die wir alle glaubten.
Er forderte die Öffentlichkeit auf, nicht dem Zynismus zu verfallen, und warnte, dass der Verlust des Vertrauens ineinander und in die Macht des Wählens „den Rücksichtslosesten die Tür öffnet".
Michelle Obamas emotionale Ehrung
Der persönlichste Moment kam, als Michelle Obama die Bühne betrat. Sie bat ihren Mann, sie anzusehen, und als er scherzhaft ablehnte, lachte die Menge, doch bald wurde der Ton zärtlich.
Du hast mir vor all den Jahren gesagt, dass du mir nicht die Welt versprechen könntest, aber ein interessantes Leben – und natürlich hast du dich selbst übertroffen und mir beides geschenkt. Ich weiß, es war nicht immer einfach, aber es gab keine einzige Sekunde auf dieser ganzen Reise, in der es mich nicht mit Bewunderung erfüllt hat, an deiner Seite zu stehen.
Sie lobte seinen „unerschütterlichen moralischen Charakter" und seinen „beharrlichen Optimismus" und sagte, dass die Werte, die er verkörpere, dieselben seien, die Millionen von einfachen Amerikanern teilten. Barack Obama war sichtlich bewegt und wischte sich mehrmals die Tränen weg. Ihre Rede interpretierte das Zentrum nicht nur als Denkmal für die Karriere eines Mannes, sondern für die gemeinsame Anständigkeit und Widerstandsfähigkeit, die sie im ganzen Land sehe.
Ein neuer bürgerschaftlicher Anker für den Süden Chicagos
Das Obama Presidential Center, das zu einem Preis von 850 Millionen Dollar gebaut wurde, ist nach Angaben von Analysten die größte Einzelinvestition in den vernachlässigten Süden Chicagos seit einem Jahrhundert. Untergebracht in einem achtstöckigen Granitturm von unregelmäßiger Form, umfasst der Komplex auch Gärten, eine Konzerthalle, einen Basketballplatz und ausgedehnte Grünflächen. Es wurde als mehr als nur ein traditionelles Präsidentenmuseum konzipiert; seine Mission umfasst Bildung, demokratischen Dialog und Gemeinschaftsprogramme. Das Museum ist Barack Obamas beiden Amtszeiten (2009–2017) und dem breiteren Fortschritt der Bürgerrechte gewidmet. Die meisten Bereiche sind für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich, und die Behörden schätzen, dass es jährlich zwischen 750.000 und 1 Million Besucher anziehen wird. Das Projekt wurde vollständig durch private Spenden über die gemeinnützige Obama Foundation mit Sitz in Chicago finanziert.
- Große Eröffnungszeremonie mit Reden von Barack und Michelle Obama, besucht von ehemaligen Präsidenten
- Öffentliche Eröffnung am Juneteenth, Beginn eines dreitägigen Gemeinschaftsfestivals
Das dreitägige öffentliche Festival, das am 19. Juni beginnt, umfasst Aufführungen, Sportveranstaltungen und Bildungsaktivitäten und markiert den Beginn dessen, was die Obamas als lebendiges Zentrum für bürgerschaftliches Engagement am Seeufer etablieren wollen.


