
Nürnberg und Wolfsburg trennen sich 4:4 nach drei Toren in der Nachspielzeit im Zweitliga-Topspiel
Alessio Besio traf zweimal in der Nachspielzeit, als Wolfsburg einen 3:4-Rückstand aufholte und sich beim 1. FC Nürnberg die Punkte teilte, der nach der Pause einen 0:2-Rückstand umgedreht hatte.
Ein Comeback und ein spätes Einknicken
Nürnberg und Wolfsburg trennten sich am Samstag, dem 10. Oktober, im Zweitliga-Topspiel im Max-Morlock-Stadion vor 44.028 Zuschauern 4:4. Wolfsburg, der selbst erklärte Aufstiegsfavorit und ein aus der Bundesliga abgestiegener Verein, führte zur Halbzeit durch Hauke Wahl (12. Minute) und Muhammed Damar (29. Minute) mit 2:0. Nürnberg drehte die Partie nach der Pause, Piet Scobel traf in der 52. und 59. Minute, Mohamed Ali Zoma machte in der 63. Minute das 3:2. Alessio Besio glich für Wolfsburg zum 3:3 aus, ein Treffer, der in einigen Berichten auf die 90+1. und in anderen auf die 90+2. Minute datiert wird. Giannis Masouras brachte Nürnberg in der 90+6. Minute mit 4:3 in Führung, und Besio erzielte in der 90+9. Minute seinen zweiten Treffer zum 4:4.
- Hauke Wahl bringt Wolfsburg mit 1:0 in Führung
- Muhammed Damar macht das 2:0 für Wolfsburg
- Piet Scobel erzielt den ersten seiner beiden Treffer
- Piet Scobel schnürt seinen Doppelpack
- Mohamed Ali Zoma macht das 3:2 für Nürnberg
- Alessio Besio gleicht für Wolfsburg zum 3:3 aus
- Giannis Masouras macht das 4:3 für Nürnberg
- Alessio Besios zweiter Treffer macht das 4:4
Schiedsrichter und Videobeweis
Vor der Pause hatten die Hausherren und das Publikum das Gefühl, dass Schiedsrichter Lars Erbst sie ungerecht behandelte, und die Partie wurde hitzig. In der Schlussphase verhängte Erbst einen Strafstoß für Wolfsburg, nahm die Entscheidung nach einem Videobeweis aber zurück, weil der Ball zuvor im Aus gewesen war (88. Minute). Der Ausgleich fiel vier Minuten nach dieser Entscheidung. Die Schlussminuten brachten dann drei Tore, zwei für Wolfsburg und eines für Nürnberg.
Reaktionen von Trainern und Kapitän
Nürnbergs Trainer Miroslav Klose beschrieb den Abend von zwei Seiten, mit Blick auf die Zuschauer und mit Blick auf seine eigenen Nerven.
Für die Zuschauer war es ein fantastisches Spiel, für unsere Nerven auf der Trainerseite eher nicht.
Scobel nannte die späte Sequenz im Gespräch mit Sky insgesamt ernüchternd und beschrieb die Partie als Achterbahn der Gefühle. Wolfsburgs Trainer Tobias Strobl war ebenso frustriert, zumal seine Mannschaft die erste Halbzeit dominiert hatte, ehe sie nach der Pause nachließ.
Am Ende fühlt es sich weder so an, als hätten wir einen Punkt gewonnen, noch so, als hätten wir zwei Punkte verloren.
Kapitän Hauke Wahl verwies auf den Kontrollverlust in der zweiten Halbzeit und auf eine Angewohnheit, die das Team ablegen müsse.
Wir haben aufgehört, die Zweikämpfe zu gewinnen. Diese Bereitschaft war nicht mehr da, und wir haben uns ein bisschen zu sehr auf unsere Qualität verlassen.
Tabellensituation
Nürnberg bleibt nach sieben Spielen unbesiegt und liegt mit 17 Punkten hinter Hertha BSC auf Rang zwei, verpasste also die Chance, an die Spitze zu rücken. Der Verein hat in diesen sieben Spielen 20 Tore erzielt. Wolfsburg liegt in der Tabelle sechs Punkte hinter Nürnberg. Strobl sagte, sein Team müsse intern darüber sprechen, warum es in der zweiten Halbzeit weniger scharf war als in der ersten.


