
Norovirus-Ausbruch am Athener Attikon-Krankenhaus löst Alarm aus – Personalgewerkschaft macht chronische Überbelegung und Personalmangel verantwortlich
Dutzende Verdachtsfälle von Magen-Darm-Infektionen, bestätigt als Norovirus, wurden am Universitätsklinikum „Attikon“ in Athen gemeldet. Die Arbeitnehmergewerkschaft führt den Ausbruch auf jahrelange chronische Überbelegung und fehlende Basisinfrastruktur zurück.
Ein durch Norovirus verursachter Magen-Darm-Ausbruch wurde am Universitätsklinikum „Attikon“ in Haidari, Westathen, bestätigt und hat bei Personal und Patienten Alarm ausgelöst. Die Krankenhausgewerkschaft schlug am Donnerstag, den 28. Mai 2026, erstmals Alarm und meldete mindestens 25 Fälle bei Beschäftigten im Gesundheitswesen sowie Dutzende weitere bei Patienten und deren Begleitpersonen.
Ausmaß des Ausbruchs
Nach Angaben des Panhellenischen Verbandes der Beschäftigten öffentlicher Krankenhäuser (POEDIN) begann der Ausbruch am 21. Mai in der neurochirurgischen Klinik. Bis zum 26. Mai waren insgesamt 53 Verdachtsfälle sowohl bei Personal als auch bei Patienten registriert worden. Davon wurden 9 laborbestätigt als Norovirus – 5 Patienten und 4 Mitarbeiter. Die übrigen Fälle werden entweder noch untersucht oder sind negativ getestet. Der Krankenhausdirektor Spyros Apostolopoulos erklärte, das Phänomen, das mit 24 registrierten Fällen begann, sei rückläufig.
Das Phänomen, das mit 24 registrierten Magen-Darm-Fällen begann, ist stetig rückläufig.
Eindämmungsmaßnahmen
In Zusammenarbeit mit der Nationalen Organisation für öffentliche Gesundheit (EODY) werden alle erforderlichen Präventionsprotokolle angewendet. Dazu gehören die Isolierung betroffener Patienten, die Beurlaubung von Mitarbeitern mit verdächtigen Symptomen sowie die Durchführung von Desinfektionsmaßnahmen. Ein Ausschuss zur Prävention von Krankenhausinfektionen unter der Leitung der Professoren Tsiodras und Pournaras wurde eingerichtet und bewertet die Lage kontinuierlich. POEDIN betonte, dass kein Patient gefährdet sei und kein Mitarbeiter stationär behandelt werden müsse; das Krankenhaus arbeite normal weiter.
Kein Patient ist gefährdet und kein Mitarbeiter musste stationär behandelt werden. Das Krankenhaus arbeitet normal.
Gewerkschaft macht systemische Versäumnisse verantwortlich
Die Arbeitnehmergewerkschaft des P.G.N. „Attikon“ hat die Charakterisierung des Ausbruchs als bloßen „Vorfall“ scharf zurückgewiesen und argumentiert, dass dieser untrennbar mit dem Gesamtzustand des Krankenhauses verbunden sei. Die Gewerkschaft warnt seit 13 Jahren, dass ein Krankenhaus, das dauerhaft über seine Grenzen hinaus arbeitet – mit Fluren voller Tragen, zusammengepferchten Patienten, darunter Chirurgiepatienten, Immunsupprimierte, Schwerkranke und Ältere, und Personal, das mehrere Stellen gleichzeitig besetzen muss – keine grundlegenden sicheren Krankenhausbedingungen gewährleisten könne.
Wie soll es aufhören, wenn Patienten auf Tragen liegen und nicht einmal eine Toilette haben?
Die Gewerkschaft forderte den Gesundheitsminister, den stellvertretenden Minister und die Krankenhausleitung auf, die Nutzung von Tragen am Attikon abzuschaffen, und stellte infrage, wie Isolationsmaßnahmen, Bewegungseinschränkungen, separate Toilettennutzung und strenge Hygiene umgesetzt werden könnten, wenn Dutzende Patienten auf Tragen in Fluren ohne grundlegende Infrastruktur behandelt würden. Die Gewerkschaft gab zudem bekannt, dass sie vor sechs Monaten Klage eingereicht habe, und fordert ein Eingreifen der Staatsanwaltschaft.
Breiterer Kontext
POEDIN betonte, dass dies kein Problem sei, das nur das Attikon betreffe, sondern alle großen Krankenhäuser in Athen, Thessaloniki und der griechischen Provinz. Der Verband erklärte, dass die Zunahme der Nutzung von Tragen, die Behandlung von Patienten – insbesondere solcher mit internistischen Problemen – in operativen Kliniken und die chronische Unterbesetzung Griechenland den „traurigen ersten Platz“ bei Krankenhausinfektionen unter den EU-Staaten beschert hätten. EODY-Spezialisten wiesen jedoch darauf hin, dass solche Ausbrüche in Krankenhäusern international und in ganz Europa eine sehr häufige Situation seien und dass die Anwendung der vorgeschriebenen Protokolle sie vollständig beherrschbar mache.
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