
Kim Jong Un stellt 5.000-Tonnen-Zerstörer in Dienst und verspricht nukleare Aufrüstung der Marine sowie 10.000-Tonnen-Kriegsschiffe
Bei einer Zeremonie am Dienstag in Nampo stellte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un den Zerstörer Choe Hyon in Dienst und kündigte an, dass die Ausstattung der Marine mit Atomwaffen planmäßig voranschreite. Geplant sei der jährliche Bau von zwei größeren Kriegsschiffen, darunter 10.000-Tonnen-Kreuzer.
Zerstörer Choe Hyon offiziell in Dienst gestellt
Am Dienstag leitete Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Hafen von Nampo die Indienststellung des 5.000-Tonnen-Zerstörers Choe Hyon, wie Staatsmedien berichteten. Das im April 2025 erstmals vorgestellte Schiff ist nach Angaben der KCNA mit Flugabwehr- und Schiffsabwehrsystemen sowie atomwaffenfähigen ballistischen Raketen und Marschflugkörpern ausgestattet. Es hat in den vergangenen Monaten eine Reihe von Tests durchlaufen, darunter einen von Kim im März überwachten Start eines Marschflugkörpers.
Es ist eindeutig Vergangenheit, dass unsere Marine als eine Streitmacht zur Verteidigung des Meeres vor unserem Land existierte.
- Nordkorea enthüllt 5.000-Tonnen-Zerstörer Choe Hyon auf der Werft in Nampo.
- Kim Jong Un überwacht Marschflugkörpertest von der Choe Hyon aus und bezeichnet ihn als Schritt zur Atommarine.
- Sitzung der Arbeiterpartei endet; Kim sagt, die Ausweitung der Nuklearstreitkräfte sei 'der richtigste und einzigartigste Weg'.
- Indienststellungszeremonie; Kim kündigt Pläne für Zerstörer Kang Kon und strategische 10.000-Tonnen-Kriegsschiffe an.
Ehrgeiziger Bauplan für Atomflotte
Kim erklärte, das Programm zur Bewaffnung der Marine mit Atomwaffen "folgt unerschütterlich seinem geplanten Verlauf" und sagte, die Teilstreitkraft entwickle sich zu einer vollwertigen strategischen Streitmacht. Er kündigte an, dass ein weiterer Zerstörer, die Kang Kon, bald in Dienst gestellt werde, woraufhin Pjöngjang mit dem Stapellauf strategischer 10.000-Tonnen-Kriegsschiffe beginnen werde. Nach dem Plan erwartet Nordkorea den jährlichen Bau von zwei Überwasserschiffen einer dem Choe Hyon überlegenen Klasse, darunter ein 10.000-Tonnen-Kreuzer.
Nach der Choe Hyon werden wir bald den Zerstörer Kang Kon in Dienst stellen. Dann werden wir nacheinander strategische 10.000-Tonnen-Kriegsschiffe vom Stapel lassen.
Analysten bezweifeln Einsatzbereitschaft
Südkoreanische Beamte und Experten glauben, dass die Choe Hyon mit russischer Hilfe vor dem Hintergrund vertiefter militärischer Beziehungen gebaut wurde, aber einige Analysten bezweifeln ihre unmittelbare Kampffähigkeit. Der Forschungswissenschaftler Peter Ward vom Sejong-Institut in Seoul argumentierte, dass Nordkorea sein Arsenal so weit verteile, dass kein einzelner Schlag es beseitigen könne, und dass nukleare Schwellenstaaten eher Angriffe einladen als abschrecken.
Ein Land, das auf der Schwellenstufe verharrt, malt sich ein fettes Ziel auf den Rücken.
Nukleare Aufrüstung und regionale Spannungen
Auf einem am Montag zu Ende gegangenen Plenum der Arbeiterpartei nannte Kim die stetige Ausweitung der Nuklearstreitkräfte "den richtigsten und einzigartigsten Weg", um sich den wachsenden Bedrohungen durch die USA und ihre Verbündeten zu stellen. Der leitende Forschungswissenschaftler Hong Min vom Korea Institute for National Unification sagte, der Umfang des Arsenals spiegele die Notwendigkeit wider, dem US-Atomwaffenschirm, den kombinierten US-südkoreanischen Streitkräften und der trilateralen Zusammenarbeit mit Japan entgegenzutreten, und gehe "über die minimale Abschreckung hinaus". Die beiden Koreas befinden sich seit dem Ende des Koreakrieges 1950–1953, der mit einem Waffenstillstand endete, technisch gesehen noch im Kriegszustand, und Pjöngjang hat sich seit dem gescheiterten Denuklearisierungsgipfel mit Donald Trump im Jahr 2019 wiederholt zu einem irreversiblen Atomstaat erklärt.


