
Nordische Fußballverbände entziehen FIFA-Präsident Gianni Infantino das Vertrauen
Sechs nationale Fußballverbände trafen sich am 23. August 2026 in Helsinki, um strukturelle Reformen der Führung und eine unabhängige Untersuchung der aufgegebenen Private-Equity-Pläne des Weltfußballverbands zu fordern.
Nordische Verbände fordern Führungswechsel
Sechs nordische Fußballverbände erklärten am 23. August 2026, dass sie das Vertrauen in FIFA-Präsident Gianni Infantino verloren hätten, und forderten weitreichende strukturelle Reformen des Weltfußballverbands. Die nationalen Fußballverbände Dänemarks, Finnlands, Islands, Norwegens, Schwedens und der Färöer-Inseln kamen in Helsinki zusammen, um eine gemeinsame Erklärung abzugeben, die die Forderungen nach Infantinos Rücktritt unterstützt. Der Beschluss reiht den nordischen Block in die breitere Opposition innerhalb der UEFA ein, wo Führungspersönlichkeiten wie die Präsidentin des Norwegischen Fußballverbands, Lise Klaveness, wiederholt die Entscheidungsfindung der FIFA in Frage gestellt haben.
Die sechs Verbände bestätigten, dass sie geschlossen hinter der UEFA stehen und alle von der europäischen Dachorganisation und ihren Mitgliedsverbänden ausgearbeiteten Maßnahmen unterstützen. Die gemeinsame Erklärung folgt auf eine formelle Ankündigung des dänischen Fußballverbands DBU vom 21. August 2026, der versprach, einen glaubwürdigen Gegenkandidaten zu finden, der Infantino bei der bevorstehenden Präsidentschaftswahl herausfordern soll. Infantino betreibt aktiv Wahlkampf für eine vierte Amtszeit, die ihn bis 2031 an der Spitze der FIFA halten würde.
Die sechs nordischen Fußballverbände haben das Vertrauen in den FIFA-Präsidenten verloren und sind besorgt über die Führung und Entscheidungsfindung der Organisation auf höchster Ebene.
Prüfung von Private-Equity-Vorschlägen
Im Zentrum des Streits steht die FIFA-Forward-Enterprise-Initiative, ein Vorschlag, kommerzielle Anteile an Spitzenveranstaltungen, darunter die Männer-Weltmeisterschaft, an Private-Equity-Investoren zu verkaufen. Der Plan wurde nach weit verbreiteter Kritik von Mitgliedsverbänden und regionalen Gremien aufgegeben. In ihrer Helsinki-Erklärung forderten die sechs nordischen Verbände feste, verbindliche Zusicherungen, dass die FIFA ihre Führung oder ihr Turnierportfolio nie wieder für private Eigentumsstrukturen öffnen werde.
Die nordischen Verbände unterstützten auch die Forderungen regionaler Konföderationen nach einer vollständig unabhängigen externen Untersuchung, wie das Private-Equity-Projekt zustande kam. Darüber hinaus forderten sie die FIFA auf, eine umfassende Überprüfung ihrer gesamten Führungsstruktur einzuleiten, um festzustellen, ob sie die während des Reformprogramms von 2016 eingeführten Kontrollen, Checks and Balances, Transparenz und Rechenschaftspflicht beibehält.
Wir erwarten von der FIFA verbindliche Zusicherungen, dass die Führung der Organisation oder ihre Wettbewerbe nie wieder für Privateigentum geöffnet werden.
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Interkontinentaler Druck vor den Wahlen
Die Haltung der nordischen Verbände verstärkt den wachsenden Widerstand von drei kontinentalen Konföderationen: der europäischen UEFA, der Asiatischen Fußballkonföderation (AFC) und der CONCACAF, die Nordamerika, Mittelamerika und die Karibik vertritt. Führungspersönlichkeiten dieser drei Dachverbände haben Infantinos Rücktritt gefordert und über ein formelles Misstrauensvotum gegen den FIFA-Präsidenten diskutiert.
Der Vorstoß für eine umkämpfte Wahl folgt auf das Versprechen des dänischen Verbands, einen alternativen Kandidaten für die für März angesetzte Präsidentschaftswahl zu präsentieren. Infantino trat sein Amt 2016 nach der Verabschiedung von Anti-Korruptionsreformen an und strebt seine vierte Amtszeit in Folge an. Während sich die europäischen Verbände in Finnland versammelten, reiste Infantino in die Dominikanische Republik, um sich mit der Führung der Karibischen Fußballunion zu treffen. CONCACAF-Präsident Victor Montagliani hatte Infantino zuvor gebeten, sich von einem regionalen Jugendturnier in der Dominikanischen Republik fernzuhalten. Die FIFA hat noch keine formelle Antwort auf die gemeinsame Erklärung der sechs nordischen Verbände gegeben.


