Deutscher Alpenverein warnt: No-Shows und Mehrfachbuchungen lassen Berghüttenbetten leer stehen und Lebensmittel verderben
Der Deutsche Alpenverein (DAV) appelliert an Wanderer, Reservierungen rechtzeitig zu stornieren, und warnt, dass No-Shows und Mehrfachbuchungen die Hüttenwirte belasten und anderen Bergsteigern Betten entziehen.
Ein wachsendes Problem auf beliebten Wegen
Auf den 325 Berg- und Schutzhütten des Deutschen Alpenvereins (DAV) stehen rund 20.000 Betten zur Verfügung. Im Jahr 2024 verzeichneten die Hütten etwa 930.000 Übernachtungen. Die Nachfrage ist besonders an Sommerwochenenden und entlang stark frequentierter Routen hoch, wo Betten oft Wochen im Voraus ausgebucht sind. Doch eine steigende Zahl reservierter Plätze bleibt ungenutzt, weil Wanderer entweder nicht erscheinen oder kurzfristig stornieren.
- Hütten
- 325
- Betten
- 20000
- Übernachtungen
- 930000
Die Kosten für die Hüttenwirte
Die Wirte müssen Mahlzeiten und Vorräte auf Basis der erwarteten Gästezahlen planen – vom Einkauf im Tal bis zum Transport auf den Berg. Wenn Gruppen reservieren und dann nicht erscheinen, kann Lebensmittel weggeworfen werden. Carolin Kalkbrenner, Leiterin Hütten und Wege in der DAV-Sektion München, betonte, dass eine zuverlässige Planung für die Bevorratung von Getränken und Mahlzeiten unerlässlich sei.
Wer Hüttenplätze reserviert und ohne Absage nicht erscheint, verhält sich rücksichtslos gegenüber anderen Bergsteigern und missachtet die Solidarität im Gebirge.
Wanderer abgewiesen oder auf dem Boden schlafend
Wanderer, die ohne Reservierung ankommen, können zurückgeschickt werden, wenn die Hütte voll ist und der Abstieg zumutbar ist. Ist das nicht möglich, müssen sie manchmal auf dem Boden des Aufenthaltsraums übernachten – eine unangenehme Situation für sie, das Hüttenteam und andere Gäste.
Ein Aufruf zur Fairness
Robert Kolbitsch, DAV-Bundesleiter Hütten und Wege, betonte, dass Schlafplätze eine begrenzte Ressource seien. Er forderte jeden, der einen Platz reserviert, auf, ihn zu nutzen oder rechtzeitig zu stornieren, um den Wirten die Planung zu erleichtern und Betten für andere Wanderer freizugeben. Kalkbrenner ergänzte, dass die gleichzeitige Buchung mehrerer Hütten und die Entscheidung in letzter Minute „absolut inakzeptabel“ sei.
Schlafplätze auf Alpenvereinshütten sind ein knappes Gut. Wer einen Platz reserviert, sollte ihn auch nutzen, und wenn das nicht möglich ist, rechtzeitig stornieren.
Stornogebühren werden zur Norm
Vor etwa zehn Jahren einigten sich der DAV, der Österreichische Alpenverein (ÖAV) und der Alpenverein Südtirol (AVS) auf eine gemeinsame Empfehlung zur Einführung von Stornogebühren. Diese Praxis hat sich inzwischen weitgehend durchgesetzt. Der DAV schätzt, dass etwa drei Viertel seiner Hütten nun eine Stornogebühr erheben, wobei die endgültige Entscheidung bei jedem einzelnen Wirt liegt. Auf DAV-Hütten wird keine Reservierungsgebühr erhoben.
- DAV, ÖAV und AVS einigen sich auf gemeinsame Empfehlung für Stornogebühren
- Rund drei Viertel der DAV-Hütten erheben eine Stornogebühr

