Niederländischer Fußball bricht Spiele sofort ab, wenn Feuerwerk in die Tribünen geworfen wird
Der Königliche Niederländische Fußballverband, das Justizministerium und die Staatsanwaltschaft haben sich am Freitag darauf geeinigt, dass Profifußballspiele in den Niederlanden sofort abgebrochen werden, wenn Feuerwerk auf Spielfelder oder Tribünen geworfen wird.
Protokoll zum sofortigen Spielabbruch
Der Königliche Niederländische Fußballverband (KNVB), die Staatsanwaltschaft und Justiz- und Sicherheitsminister David van Weel haben am 11. September 2026 eine verbindliche Spielabbruch-Regelung für den Profifußball in den Niederlanden festgelegt. Im Rahmen der Vereinbarung, die zusammen mit Bürgermeister Paul Depla aus Breda im Namen der Gemeinden mit Profivereinen ausgehandelt wurde, werden Spiele beim ersten Wurf oder Schuss von Feuerwerk auf das Spielfeld oder die Zuschauertribünen beendet. Schiedsrichter hatten zuvor Ermessensspielraum, das Spiel nach kurzen Abkühlungspausen wieder aufzunehmen, es sei denn, ein Schiedsrichter, Spieler oder Teammitarbeiter wurde körperlich getroffen. Der KNVB erklärte, dass die Behörden Einzelstrafverfolgung mit kollektiven Strafen kombinieren werden, und wies darauf hin, dass kollektive Maßnahmen bei wiederholtem Fehlverhalten oder schweren Eskalationen weiterhin notwendig seien. Van Weel skizzierte die neue Null-Toleranz-Regel in einem Interview mit der niederländischen Zeitung AD.
Von nun an gilt die Regel: Wenn Feuerwerk gezündet wird, ist das Spiel sofort beendet und das gesamte Stadion kann nach Hause gehen.
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Vorfälle in Leeuwarden und Utrecht
Der regulatorische Eingriff folgt auf gewaltsame Ausschreitungen während eines Eredivisie-Spiels am 23. August 2026 zwischen SC Cambuur und Feyenoord im Kooi Stadion in Leeuwarden. Feyenoord-Anhänger im Gästeblock zündeten Bengalos und warfen Pyrotechnik direkt in die Heimsektoren mit Familien; ein Projektil explodierte auf dem Spielfeld in der Nähe von Feyenoord-Torwart Tjark Ernst. Schiedsrichter Danny Makkelie unterbrach die Begegnung für 20 Minuten, bevor er sie gemäß dem vorherigen Protokoll fortsetzte. Cambuur meldete zunächst fünf verletzte Anhänger, spätere ärztliche Untersuchungen ergaben sieben Verletzungen, darunter Verbrennungen, Augenverletzungen und Hörschäden. Vereinsvertreter bestätigten, dass ein 41-jähriges Opfer einen dauerhaften Hörschaden erlitt, der sein Hörvermögen auf das eines 70-Jährigen reduzierte. Unruhen wiederholten sich während einer Partie zwischen dem FC Utrecht und Go Ahead Eagles, als Heimfans beim 1:3-Rückstand Pyrotechnik zündeten, was das Spiel stoppte, bis es am darauffolgenden Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt wurde und 3:3 endete.
Vereinsstrafen und strafrechtliche Ermittlungen
Nach Auswertung von Videomaterial gemeinsam mit Polizeiermittlern verhängte Feyenoord am 11. September 2026 gegen 47 Anhänger lokale Stadionverbote für De Kuip in Rotterdam. Der Verein blockierte ihre Auswärtsticket-Privilegien und reichte ihre Dossiers beim KNVB für landesweite Stadionverbote ein. Feyenoord erklärte, dass die bestraften Personen die Pyrotechnik koordiniert, Banner zur Tarnung von Überwachungskameras gehalten, Täter unter Flaggen versteckt oder direkt Feuerwerk gezündet hätten. Feyenoord-Generaldirektor Robert Eenhoorn bezeichnete die Vorfälle in Leeuwarden als wertlos und schrecklich. Als Reaktion verweigerte Feyenoord seinen eigenen Auswärtsfans die Anreise zu Spielen gegen NEC in Nijmegen und PEC Zwolle. Das Justiz- und Sicherheitsministerium bestätigte, dass Polizei und Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen gewalttätige Ultra-Gruppierungen intensivieren werden, mithilfe erweiterter rechtlicher Möglichkeiten zur Überwachung geschlossener Online-Chatgruppen, während sie Strafanzeigen und Aufenthaltsverbote gegen Täter anstreben.
