Newsom beschuldigt Trump, Bundesermittlungen anzuordnen, um seine Präsidentschaftskandidatur zu behindern; DOJ-Quelle sagt, die Ermittlungen seien von Whistleblowern ausgelöst worden
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom sagt, die Bundesermittlungen gegen ihn und seine Frau seien ein politisch motivierter Angriff, der von Präsident Trump angeordnet wurde. Eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle sagt jedoch, sie seien von Whistleblowern und lokalen Quellen ausgegangen, nicht von der DOJ-Führung.
Eine direkte Anschuldigung
Newsom veröffentlichte am Montag ein Video, in dem er Trump beschuldigt, Bundesbeamte angewiesen zu haben, mehr als ein Dutzend Freunde, Familienangehörige und ehemalige Mitarbeiter zu kontaktieren, Vorladungen auszustellen und jahrelange Unterlagen zu durchforsten. Der Gouverneur stellte die Ermittlungen als Reaktion auf seine mögliche Präsidentschaftskandidatur 2028 dar, nicht als Suche nach einem Verbrechen.
Donald Trump geht es nicht nur um mich wegen meiner bösen Tweets. Er geht gegen mich vor, weil ich erwäge, für das Präsidentenamt zu kandidieren.
Ihr könnt meine Unterlagen durchsehen, mich untersuchen, mich schikanieren. Setzt meinen Namen auf jede eurer Feindeslisten, aber lasst meine Frau und meine Familie aus eurer persönlichen Vendetta heraus.
Ein zwei Seiten langes Kommunikationsmemorandum an Verbündete im Kongress, das zuerst von Semafor berichtet wurde, greift diese Linie auf und besagt, dass Trump die Ermittlungen angeordnet habe, weil der Gouverneur eine Präsidentschaftskandidatur erwägt. Newsom forderte zudem die Kommunikation zwischen hochrangigen Justizbeamten, darunter die ehemalige Generalstaatsanwältin Pam Bondi und der amtierende Generalstaatsanwalt Todd Blanche, die ihn oder seine Frau erwähnen.
Die Gegendarstellung
Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte Axios, dass die Ermittlungen nicht von der DOJ-Führung in Washington ausgingen, sondern von „Whistleblowern und lokalen Quellen in Kalifornien“. Eine separate Quelle, die der Akte nahe steht, teilte AFP mit, dass die Untersuchungen auf Whistleblower-Berichte zurückgingen und nicht auf Initiative des Justizministeriums in Washington eingeleitet wurden. Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft der Vereinigten Staaten für den östlichen Bezirk von Kalifornien geführt und laufen seit etwa einem Jahr, so die mit dem Fall vertraute Person. Eine von Spiegel zitierte Reuters-Zählung bezifferte die Zahl der Personen, Organisationen und Institutionen, die von Trumps DOJ ins Visier genommen wurden, auf 470.
Der Umfang der Ermittlungen
Mehrere Untersuchungen befassen sich mit Personen im Umfeld des Gouverneurs. Eine konzentriert sich auf die Steueraktivitäten von Kaliforniens First Partner Jennifer Siebel Newsom, einer Dokumentarfilmerin, die das Representation Project und Girls Club Entertainment gründete. Ihre gemeinnützige Organisation California Partners Project hat Spenden von Gruppen erhalten, die auch Geschäfte mit dem Staat machen, was potenzielle Interessenkonflikte aufwirft, obwohl keine Hinweise auf Fehlverhalten vorliegen. Eine weitere Untersuchung dreht sich um Dana Williamson, eine ehemalige Newsom-Stabschefin, die sich letzten Monat schuldig bekannte, das FBI belogen, eine falsche Steuererklärung abgegeben und sich der Verschwörung zum Betrug schuldig gemacht zu haben. Die Ermittler befassen sich auch mit aktuellen Mitarbeitern, so die Quelle.
- Whistleblower-Hinweise lösen Bundesermittlungen im östlichen Bezirk von Kalifornien aus, die sich auf Newsoms Umfeld konzentrieren.
- Der ehemalige Newsom-Stabschef Dana Williamson bekennt sich schuldig wegen Lügen gegenüber dem FBI, falscher Steuererklärung und Verschwörung zum Betrug.
- Newsom veröffentlicht ein Video, in dem er Trump beschuldigt, die Ermittlungen angeordnet zu haben, und warnt ihn, seine Frau und Familie aus der Vendetta herauszulassen.
- Harris sagt, sie sei von der Untersuchung ‚nicht überrascht‘; eine Quelle teilt den Medien mit, die Ermittlungen seien von Whistleblowern ausgelöst.
Harris und das größere Muster
Bei einem Gipfeltreffen in Österreich sagte die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris, sie sei von der Untersuchung „nicht überrascht“ und bezeichnete sie als Teil von Trumps Muster, politische Rivalen zu verfolgen.
Ich bin nicht überrascht, dass er das Justizministerium nutzen könnte, um einen politischen Feind in Form des derzeitigen Gouverneurs von Kalifornien zu verfolgen.
Newsom selbst verwies auf DOJ-Versuche, den ehemaligen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, Senator Adam Schiff, den ehemaligen FBI-Direktor James Comey, die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James und den Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, zu untersuchen oder strafrechtlich zu verfolgen. Nicht alle im Umfeld des Gouverneurs sehen die Episode als politisches Geschenk; einige befürchten, dass eine tiefgehende Prüfung der Finanzen des Paares ablenkend oder schädlich werden könnte, falls die Ermittlungen konkretes Fehlverhalten aufdecken. Newsoms Team hat bereits mit der Mittelbeschaffung aufgrund der Untersuchung begonnen.


