Kurz gefasst
Am Mittwoch, dem 21. Oktober, reichte New Mexicos Generalstaatsanwalt Raúl Torrez vor einem Bundesgericht eine Zivilklage gegen Darren Indyke und Richard Kahn ein, die auch Epsteins Nachlass und den 1953 Trust nennt.
Der Klageschrift zufolge erhielt Indyke zwischen 2011 und 2019 mehr als 16 Millionen Dollar und Kahn mehr als 10 Millionen Dollar von Epstein und verbundenen Gesellschaften.
Nachlass und Trust halten Vermögenswerte im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar; die Klage will Zahlungen aus dem Nachlass an die beiden Männer stoppen und den Betroffenen Schadensersatz zusprechen.
- 1993Epstein kauft die Zorro Ranch bei Santa Fe und lässt dort eine Villa errichten
- 2011Der Eigentumstitel an der Zorro Ranch wird laut Klageschrift auf eine von Epstein kontrollierte Gesellschaft übertragen
- 2011-2019Indyke erhält mehr als 16 Millionen Dollar und Kahn mehr als 10 Millionen Dollar von Epstein und verbundenen Gesellschaften
- 21.10.New Mexico reicht die Zivilklage ein, die auf einer Pressekonferenz angekündigt wird
Klage vor Bundesgericht eingereicht
New Mexicos Generalstaatsanwalt Raúl Torrez hat am Mittwoch, dem 21. Oktober, eine Zivilklage gegen Darren Indyke, Jeffrey Epsteins langjährigen persönlichen Anwalt, und Richard Kahn, seinen Buchhalter, angekündigt. Die Klageschrift wurde beim U.S. District Court for the District of New Mexico eingereicht und nennt zudem Epsteins Nachlass sowie den 1953 Trust als Beklagte. Torrez stellte den Fall auf einer Pressekonferenz vor; die Behörde stützt sich dabei auf den federal Trafficking Victims Protection Act sowie auf den New Mexico Racketeering Act. In einer Erklärung sagte Torrez, die Menschen, die den Missbrauch von Mädchen und jungen Frauen ermöglicht hätten, müssten dafür zur Verantwortung gezogen werden.
„Jeffrey Epstein handelte nicht allein, und sein Tod beendet nicht das Bemühen um Verantwortlichkeit für die Menschen, die seine Taten möglich gemacht haben.“
Mutmaßliche Rolle beim Missbrauch
Epstein betrieb über Jahre einen Missbrauchsring, und die Klage wirft Indyke und Kahn vor, wissentlich an dem Menschenhandelsnetzwerk beteiligt gewesen zu sein. Dem Anwalt wird vorgeworfen, Schweigegeldzahlungen an Betroffene arrangiert zu haben. Dem Buchhalter wird vorgeworfen, Ausgaben für Dessous, Friseurbesuche und Arzttermine abgewickelt zu haben. Die Klageschrift führt zudem an, die beiden hätten Transaktionen im Zusammenhang mit dem Netzwerk genehmigt, darunter 2011 die Übertragung des Eigentumstitels an der Zorro Ranch auf eine von Epstein kontrollierte Gesellschaft. Epstein kaufte die Ranch bei Santa Fe im Jahr 1993 und ließ dort eine Villa errichten; die Klage verortet den Missbrauch von Mädchen und Frauen auf dem Anwesen.
Geldflüsse und der Nachlass
Laut Klageschrift erhielt Indyke zwischen 2011 und 2019 mehr als 16 Millionen Dollar von Epstein und verbundenen Gesellschaften, während Kahns Einnahmen aus denselben Quellen mehr als 10 Millionen Dollar überstiegen. Beide Männer sind Begünstigte des Trusts und Mitvollstrecker des Nachlasses und könnten daraus weitere Millionen erhalten. Nachlass und Trust halten zusammen Vermögenswerte im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar. Torrez' Behörde will Zahlungen aus dem Nachlass an die beiden Männer stoppen, ihre Befugnis zur Genehmigung und zum Empfang dieser Zahlungen einschränken und Schadensersatz für die Betroffenen erwirken.
Betroffene und Dementis
In einer gemeinsamen Erklärung von sechs Betroffenen heißt es, Epsteins Vorgehen habe von einem Anschein von Legitimität und von Geld abgehangen, das so strukturiert gewesen sei, dass seine Taten nicht ans Licht kamen. Die Betroffenen bezeichneten die beiden Männer als die Hauptverantwortlichen für diesen Anschein und diese Struktur. Beide Männer haben jede Beteiligung an Epsteins Taten und jede Kenntnis davon entschieden bestritten. Torrez verteidigte die Klage mit dem Argument, wer die Ausbeutung mutmaßlich ermöglicht habe, dürfe nicht davon profitieren.
„Wer diese Ausbeutung mutmaßlich ermöglicht hat, darf nicht davon profitieren dürfen, während die Betroffenen weiter mit den Folgen leben.“