Neuseelands Klimaziele in Gefahr, da Emissionsfortschritte ins Stocken geraten und Regierungspolitik Ziele untergräbt, warnt die Klimakommission
Die Klimakommission erklärt, dass das Tempo der Emissionssenkungen mehr als verdoppelt werden muss, und die Entscheidungen der Regierung in den nächsten 12 bis 24 Monaten entscheidend sein werden, um wieder auf Kurs zu kommen.
Emissionsfortschritt stockt
Neuseelands Treibhausgasemissionen sinken zu langsam, um die nationalen Klimaziele zu erreichen, und der Fortschritt ist 2024 ins Stocken geraten, teilte die unabhängige Klimakommission in ihrem jährlichen Überwachungsbericht mit. Das Tempo der Emissionssenkungen muss sich in den nächsten Jahren mehr als verdoppeln, wenn das Land wieder auf Kurs kommen soll. Die Kommission stellte fest, dass Neuseelands zweites und drittes Emissionsbudget stark gefährdet sind, während das 2030-Ziel für biogenes Methan (hauptsächlich von Nutztieren erzeugt) voraussichtlich nicht erreicht wird. Prognosen zeigen, dass das Emissionsbudget bis 2030 eingehalten werden könnte, aber mehr als die Hälfte der geplanten Reduktionen sind unsicher.
Dies ist ein klares Warnsignal. Die Emissionen sinken allmählich, aber der Fortschritt ist 2024 ins Stocken geraten, und die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen erzielen nicht das erforderliche Tempo.
Regierungspolitik untergräbt Ziele
Der Bericht, der Anfang dieses Monats veröffentlicht, aber am Mittwoch weithin bekannt gemacht wurde, sagte, die rechtsgerichtete Regierung habe 2025 die Ratschläge zur Emissionssenkung ignoriert. Die Kommission hatte empfohlen, das Ziel zu verschärfen, um stärkere Reduktionen von biogenem Methan und Netto-Negativemissionen aller anderen Treibhausgase zu verlangen. Stattdessen änderte die Regierung das Climate Change Response Act, um die bis 2050 erforderlichen Methanreduktionen zu verringern, und ließ die Anforderungen an Netto-Null-Emissionen unverändert. Der Bericht warnte, dass die Regierungspolitik, die die Landwirtschaft von der CO2-Bepreisung ausnimmt, Änderungen bei den Regeln für saubere Fahrzeuge, die Reduzierung der Berichtspflichten für Unternehmen und die Planung einer Flüssigerdgas-Importanlage, die Emissionen über alle anderswo erzielten Einsparungen hinaus erhöhen würden. Wellingtons Entscheidung, das eigenständige Umweltministerium zu schließen und in ein neues Ministerium für Städte, Umwelt, Regionen und Verkehr einzugliedern, wurde ebenfalls als Risiko angeführt.
Die Entscheidungen der Regierung in den nächsten 12 bis 24 Monaten werden entscheidend sein, um das Land wieder auf Kurs zu bringen.
Technologielösungen und Hindernisse
Die Kommission erklärte, dass eine schnellere Verbreitung vorhandener emissionsarmer Technologien die Kosten für Haushalte und Unternehmen senken und die Abhängigkeit von volatilen fossilen Brennstoffpreisen verringern könnte. Sie verwies auf Elektrofahrzeuge, Dach-Solaranlagen, Batterien und industrielle Wärmepumpen als Technologien, die bei einigen häufigen Anwendungen bereits auf lange Sicht günstiger sind. Allerdings verlangsamen Hürden wie Anschaffungskosten die Einführung, selbst wenn langfristige Einsparungen möglich sind. Die Kommission forderte die Regierung auf, gezielte Finanzierungen, klarere Investitionssignale und bessere Informationen einzusetzen, um Haushalten und Unternehmen den Umstieg von fossilen Brennstoffen zu erleichtern.
Rechtliche Anfechtung
Wellington wurde in diesem Jahr wegen seiner Klimapolitik vor Gericht gebracht, wobei Lawyers for Climate Action und die Environmental Law Initiative argumentierten, dass es nicht genug tue, um die Ziele zu erreichen. Das Ergebnis dieses Verfahrens wird in den kommenden Monaten erwartet.

