
Sejm wählt Sylwia Gregorczyk-Abram mit 233 Stimmen zur neuen polnischen Ombudsfrau
Der Sejm stimmte am Freitag mit 233 zu 177 Stimmen für die Ernennung der Menschenrechtsanwältin Sylwia Gregorczyk-Abram zur nächsten Beauftragten für Menschenrechte. Sie folgt Prof. Marcin Wiącek, dessen Amtszeit am 23. Juli endet. Die Nominierung geht nun an den Senat zur endgültigen Genehmigung.
Sejm-Abstimmung
Am Freitag, dem 17. Juli 2026, wählte der Sejm die Rechtsanwältin Sylwia Gregorczyk-Abram zur neuen Beauftragten für Menschenrechte (RPO). Von 433 abstimmenden Abgeordneten unterstützten 233 ihre Kandidatur, während 177 Adam Borowski, den Kandidaten von Recht und Gerechtigkeit (PiS), befürworteten. Weitere 23 Abgeordnete stimmten gegen beide. Die absolute Mehrheit lag bei 217 Stimmen. Gregorczyk-Abram wurde von der Bürgerkoalition (KO) und der Linken nominiert.
- Sylwia Gregorczyk-Abram
- 233 Stimmen
- Adam Borowski
- 177 Stimmen
- Gegen beide
- 23 Stimmen
Wer ist Sylwia Gregorczyk-Abram
Gregorczyk-Abram ist eine Menschenrechtsanwältin und Mitbegründerin der Initiative „Freie Gerichte“ und des Komitees zur Verteidigung der Justiz. Sie sitzt im Vorstand der Prof. Zbigniew Hołda-Gesellschaft. Seit Mai 2025 leitet sie eine Kommission im Justizministerium, die Repressionsmechanismen gegen zivilgesellschaftliche Organisationen und Aktivisten zwischen 2015 und 2023 untersucht. In der öffentlichen Anhörung sagte sie:
Der Beauftragte für Menschenrechte ist nicht nur ein weiteres Amt. Es ist die Vollendung des Menschenrechtsschutzsystems. Es existiert, damit keine Lücke zwischen dem verfassungsrechtlichen Versprechen des Schutzes von Rechten und Freiheiten und der Erfahrung der Bürger entsteht.
Sie versprach außerdem, „eine Fürsprecherin aller Bürger, der Verfassung treu, unabhängig von den Behörden und immer auf der Seite derjenigen, deren Stimme am wenigsten gehört wird“ zu sein.
Kontroverse um die Gruppe „Wejście“
PiS-Politiker kritisierten die Ernennung scharf. Der Abgeordnete Andrzej Śliwka bezeichnete Gregorczyk-Abram als „radikale linke Aktivistin“, die an der „illegalen Übernahme der öffentlichen Medien“ und der „Destabilisierung des Justizsystems“ beteiligt gewesen sei. Er stellte fest, dass sie dank der Stimmen der Polnischen Volkspartei (PSL) und der Unterstützung von Władysław Kosiniak-Kamysz gewählt wurde.
Die Kontroverse dreht sich um eine WhatsApp-Gruppe namens „Wejście“ (Eintritt), in der Mitglieder im Dezember 2023 die Übernahme von TVP, Polnischem Radio und der Polnischen Presseagentur diskutierten. Eine Nachricht lautete: „Es riecht nach Kriegsrecht, aber besser ein Schrei von 50 als ein Beweis für die Ohnmacht der Behörden.“ Während einer Ausschussanhörung fragte der Abgeordnete Sebastian Kaleta Gregorczyk-Abram, ob sie der Gruppe angehöre, ob sie Dokumente für die Übernahme konsultiert habe und wie ihr Verhältnis zu Richterin Ewa Wrzosek sei. Sie antwortete nicht. Nach der Abstimmung wiederholte ein Reporter von TV Republika die Fragen; Gregorczyk-Abram sagte, sie freue sich über das Ergebnis und die Entscheidung des Senats sei der nächste Schritt, und verließ dann den Raum.
Wie es weitergeht
Die Resolution des Sejm geht nun an den Senat, der einen Monat Zeit hat, die Ernennung zu genehmigen oder abzulehnen. Der derzeitige Ombudsmann, Prof. Marcin Wiącek, wird am 23. Juli 2026 nach einer fünfjährigen Amtszeit, die 2021 begann, aus dem Amt scheiden. Wenn der Senat zustimmt, wird Gregorczyk-Abram die neunte Person sein, die dieses Amt seit seiner Schaffung im Jahr 1987 innehat.
- Sejm-Ausschuss gibt positive Stellungnahme zur Kandidatur von Gregorczyk-Abram ab
- Sejm wählt Gregorczyk-Abram mit 233 Stimmen
- Amtszeit von Prof. Marcin Wiącek als RPO endet
- Frist für den Senat, die Ernennung zu genehmigen oder abzulehnen


