
Mediapart veröffentlicht neue Belege, die Jordan Bardella mit antisemitischen Messenger-Nachrichten in Verbindung bringen
Mediapart zufolge enthielten Bardellas Twitter-Konto aus dem Jahr 2013 und eine Messenger-Unterhaltung im Abstand von zwei Minuten dieselbe Information. Bardella bestreitet, die Nachrichten verfasst zu haben, und spricht von einer Destabilisierungsoperation.
Neue Belege von Mediapart
Am Freitag, dem 9. Oktober, veröffentlichte Mediapart einen neuen Artikel, in dem das Medium nach eigenen Angaben einen direkten Zusammenhang aus dem September 2013 zwischen dem offiziellen Twitter-Konto von Jordan Bardella, dem Vorsitzenden des Rassemblement national (RN), und einer Messenger-Unterhaltung herstellt, in der antisemitische Äußerungen geschrieben wurden. Die Verbindung sei am 12. September 2013 am deutlichsten, am Vorabend von Bardellas 18. Geburtstag, als er 17 Jahre alt war. An jenem Tag, so Mediapart, schrieb Bardella in der Messenger-Unterhaltung, der Wirtschaftsberater Hollandes arbeite für die Rothschild-Bank. Zwei Minuten zuvor, um 22:50 Uhr, hatte sein öffentliches Twitter-Konto dieselbe Information veröffentlicht. Auch Franceinfo fand Twitter-Beiträge, die Verweise aus dem Umfeld von Alain Soral aufgriffen, der mehrfach wegen Antisemitismus verurteilt wurde; Bardellas Umfeld bestreitet jede Nähe zu ihm.
- Bardellas öffentliches Twitter-Konto veröffentlicht, dass Hollandes Wirtschaftsberater für die Rothschild-Bank gearbeitet habe
- Dieselbe Information erscheint laut Mediapart in einer Messenger-Unterhaltung
- Bardella bestreitet die Vorwürfe bei LCI
- Mediapart veröffentlicht neue Belege, die die Konten verbinden
Bardellas Dementi bei LCI
Am Donnerstag, dem 8. Oktober, war Bardella zu Gast bei LCI, wo er die erste halbe Stunde der Sendung damit verbrachte, eine Argumentation darzulegen, die er seit den ersten Enthüllungen von Mediapart verfeinert hat. Er bezeichnete die Affäre als eine, über die alle spotten, und sagte, sie verdränge den Präsidentschaftswahlkampf. Die Vorwürfe wies er entschieden zurück.
Ich habe diese abscheulichen Äußerungen nie gemacht.
Bardella weigerte sich zudem, auf jugendlichen Irrtum für Positionen zu plädieren, die nach seinen Worten nicht seine eigenen seien, und erklärte, Alain Soral nie getroffen zu haben. Er stellte seine eigene Person als Antwort auf die Vorwürfe dar.
Ich bin ein vernünftiger Junge, ich glaube, die Franzosen kennen mich, ich habe keine besondere Vorliebe für schwefelhaltige Dinge oder für Extremismus.
Bardella hat Strafanzeige wegen Verleumdung eingereicht und bereitet eine weitere wegen Urkundenfälschung und Gebrauchs gefälschter Urkunden gegen Mediapart vor. Die Äußerungen sollen in privaten Gesprächen zwischen 2013 und 2015 gefallen sein, ein Zeitraum, den die Berichterstattung über diese Jahre verteilt und nicht auf ein einzelnes Datum legt.
Eine Destabilisierungsoperation
Bardella stellt sich als Ziel einer Destabilisierungsoperation dar und sagte, sie komme nicht aus den eigenen Reihen, schloss aber nichts von außerhalb der Partei aus. Er beschuldigte Mediapart und dessen Journalisten, ihn politisch töten zu wollen. Er sagte, die Menschen könnten Zeitpunkt und Methoden der Enthüllungen selbst beurteilen. Zudem argumentierte er, die ganze Affäre sei konstruiert, um Kontroversen zu schüren, die niemanden interessierten.
Die Zeit wird die Wahrheit zweifellos ans Licht bringen.
Die Vorwürfe laufen der Berichterstattung zufolge nun seit zehn Tagen, und Bardellas Dementis haben die Debatte im Wahlkampf nicht beendet.
Was die Umfrage zeigt
Eine Ifop-Umfrage für LCI, die am Dienstag und Mittwoch unter einer repräsentativen Stichprobe von 1.000 Personen im Wahlalter durchgeführt wurde, ergab, dass 21 % der Befragten Bardellas Image wegen der Vorwürfe nun als beschädigt ansehen. Drei Viertel der Befragten (74 %) halten die Vorwürfe für schwerwiegend, und 61 % sagen, seine Dementis hätten sie nicht überzeugt. Die Erhebung fand in den Tagen vor der Ausstrahlung der LCI-Sendung statt und liegt damit vor seiner Fernsehverteidigung.
- Image beschädigt
- 21 %
- Vorwürfe als schwerwiegend eingestuft
- 74 %
- Dementis nicht überzeugend
- 61 %

