
Benjamin Netanyahu behauptet, Iran habe versucht, einen seiner Söhne zu ermorden
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte in einem Fernsehinterview, der Iran habe versucht, einen seiner Söhne zu ermorden, und verteidigte damit die Sicherheitsvorkehrungen des Geheimdienstes für seine Familie und Wahlkonkurrenten.
Vorwurf des Mordanschlags auf Channel 14
Während eines Telefoninterviews, das am Montagabend mit dem Militärkorrespondenten von Channel 14, Noam Amir, ausgestrahlt wurde, gab der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bekannt, dass der Iran seine Familie ins Visier genommen habe. Der 76-jährige Regierungschef erklärte, iranische Agenten hätten versucht, einen seiner Söhne zu ermorden, ohne jedoch zu präzisieren, ob das Ziel der 35-jährige Yair oder der 31-jährige Avner war. Netanyahu hat drei Kinder, darunter die 48-jährige Tochter Noa aus einer früheren Ehe. Auf Amirs Frage, ob die Behauptung auf Geheimdiensterkenntnissen beruhe, wiederholte Netanyahu die Aussage und bezeichnete den Vorfall als außergewöhnliches Ereignis.
Etwas Unglaubliches ist passiert: Der Iran hat einen meiner Söhne ins Visier genommen.
Die iranischen Behörden gaben zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab, und während des Interviews wurden keine unabhängigen Geheimdienstdokumente ausgestrahlt.
Zensur und Auslandsreisen
Im Anschluss an Netanyahus Fernsehaussagen berichtete Channel 12, dass der angebliche Mordanschlag stattgefunden habe, während sich Yair Netanyahu außerhalb Israels aufhielt, ohne zu bestätigen, ob er das konkrete Ziel war. Israelische Sicherheitskräfte hätten das Komplott Berichten zufolge monatelang überwacht, doch die inländische Militärzensur habe jede öffentliche Berichterstattung darüber blockiert. Der israelische Journalist Amit Segal schrieb auf Telegram, dass die Operation in Sicherheitskreisen seit Monaten unter einer offiziellen Nachrichtensperre bekannt gewesen sei. Yair Netanyahu lebt seit 2024 für längere Zeiträume in Miami in den Vereinigten Staaten unter dem Schutz des Inlandsgeheimdienstes, während Avner Netanyahu in Israel lebt.
Shin-Bet-Schutz und politische Rivalen
Netanyahu stellte das angebliche iranische Komplott in Zusammenhang mit der anhaltenden Prüfung des Sicherheitsschutzes für seine unmittelbare Familie und politische Rivalen. Im Juli genehmigte der Ministerausschuss für Shin-Bet-Angelegenheiten einen fünfjährigen Sicherheitsschutz für seine Frau Sara und die Söhne Yair und Avner, eine Maßnahme, die auch dann gilt, wenn Netanyahu während dieses Zeitraums das Amt des Ministerpräsidenten verlässt. Netanyahu verteidigte die Regelung in seinem Interview gegen öffentliche Kritik.
Deshalb ist die Sicherheit, die sie haben, kein Luxus.
Der Ministerpräsident ging auch auf Berichte ein, wonach der Inlandsgeheimdienst Shin Bet dem ehemaligen Generalstabschef Gadi Eisenkot den Polizeischutz verweigert habe. Eisenkot liegt in Meinungsumfragen vor der für den 27. Oktober angesetzten Parlamentswahl gleichauf mit Netanyahu. Netanyahu erklärte, er habe Shin-Bet-Chef David Zini kontaktiert, um Sicherheitsschutz für jeden Kandidaten zu beantragen, der für das Amt des Ministerpräsidenten kandidiert, und argumentierte, dass ohne angemessene Maßnahmen feindliche Operationen erfolgreich sein könnten.
Wahlkampf und Sicherheitsmaßnahmen
Netanyahu schloss sein Interview mit der Aufforderung an die israelischen politischen Lager, die Spannungen während der Wahlkampfsaison zu senken, und betonte, dass Sicherheitsrisiken eine erhöhte Wachsamkeit in der gesamten politischen Landschaft erforderten.
Die Menschen müssen Zurückhaltung zeigen, besonders in einem Wahlkampf.
- Ministerausschuss genehmigt fünfjährigen Shin-Bet-Sicherheitsschutz für Netanyahus Frau und Söhne
- Netanyahu gibt iranischen Mordanschlag auf einen seiner Söhne auf Channel 14 bekannt
- Israelische Parlamentswahl soll stattfinden
Die Enthüllung rückt die nationale Sicherheit und den Geheimdienstschutz in den Mittelpunkt des Wahlkampfs, während die Kandidaten sich auf die Oktoberwahl vorbereiten.


