
Spitzbergen bestraft Person mit 50.000 Kronen für Wecken eines schlafenden Eisbären mit Schiffsnebelhorn
Eine Person wurde am 13. August 2026 mit 50.000 norwegischen Kronen (etwa 4.550 Euro) bestraft, weil sie mit dem Nebelhorn eines Schiffs einen schlafenden Eisbären im norwegischen Archipel Spitzbergen, rund 1.000 Kilometer vom Nordpol entfernt, geweckt hatte.
Vorfall am Fjord
Anfang August 2026 fuhr ein Schiff durch einen Fjord im Nordosten des Spitzbergen-Archipels, etwa 1.000 Kilometer vom Nordpol entfernt. An Bord entdeckten Passagiere einen schlafenden Eisbären an Land. Der Gouverneur von Spitzbergen, Lars Fause, beschrieb das weitere Geschehen in einer am Donnerstag, 13. August 2026, veröffentlichten Erklärung.
Eine Person an Bord nutzte daraufhin das Nebelhorn des Schiffs, weckte das Tier, das sich in ein anderes Gebiet begab.
Der Bär erschrak sehr durch den Lärm und floh an einen anderen Ort. Die Identität und Staatsangehörigkeit des Verantwortlichen wurden nicht bekannt gegeben. Die Person akzeptierte, die vom Gouverneursamt verhängte Geldstrafe zu zahlen. Der Vorfall ereignete sich, als das Schiff den Fjord durchquerte und die Passagiere den auf der Küste ruhenden Bären bemerkten, bevor einer von ihnen ohne ersichtlichen Grund entschied, das Horn zu betätigen.
Geldstrafe und Umweltschutzbestimmungen
Am Donnerstag, 13. August 2026, verhängten die Behörden eine Geldstrafe von 50.000 norwegischen Kronen, umgerechnet etwa 4.550 Euro, gegen den Verantwortlichen. Die Umweltgesetzgebung Spitzbergens verbietet ausdrücklich, Eisbären „unnötig zu stören, anzulocken oder zu verfolgen“ – eine Art, die seit 1972 im Archipel unter Schutz steht. Das Umweltgesetz von Spitzbergen verlangt, dass jede Aktivität im Archipel unnötige Störungen der lokalen Fauna vermeidet, zu der Eisbären, Robben, Wale, Rentiere und Polarfüchse gehören. Dies ist nicht der erste Fall dieser Art: Im Jahr 2024 wurde ein Tourist mit 11.500 norwegischen Kronen (etwa 1.000 Euro) bestraft, weil er sich einem Walross zu sehr genähert hatte. Die Strafen spiegeln den strengen Rechtsrahmen wider, der die Interaktionen zwischen Menschen und Wildtieren im Archipel regelt.
- Eisbären erhalten in Spitzbergen den Schutzstatus
- Letzte wissenschaftliche Bestandsschätzung zählt etwa 260 Eisbären
- Tourist mit 11.500 norwegischen Kronen bestraft, weil er sich einem Walross näherte
- Person weckt schlafenden Eisbären mit Schiffsnebelhorn in einem Fjord auf Spitzbergen
- Gouverneur von Spitzbergen verhängt Geldstrafe von 50.000 Kronen
Eisbärenpopulation und Forschung
Die letzte wissenschaftliche Bestandsschätzung für Spitzbergens Eisbären wurde 2015 durchgeführt und zählte etwa 260 Individuen, wobei eine Quelle eine Zahl von rund 250 angibt. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Jon Aars vom Norwegischen Polarinstitut untersuchte zwischen 1992 und 2019 das Gewicht und die Größe von fast 800 Eisbären. Trotz des in den letzten Jahrzehnten verzeichneten Verlusts an Meereis ergab die Studie, dass die untersuchten Bären eine gute körperliche Verfassung aufwiesen. Die Forscher vermuten, dass sich die Tiere im Untersuchungszeitraum an die verringerten Eisflächen angepasst haben könnten, möglicherweise weil sich ihre Beute auf kleineren Gebieten konzentriert und damit leichter zu fangen ist. Eisbären nutzen Meereis als Plattform für die Jagd auf Robben, ihre Hauptnahrungsquelle, sodass der Rückgang des Eises eine langfristige Bedrohung für die Art darstellt.
- Eisbärenstörung (2026)
- 50000 NOK
- Walross-Annäherung (2024)
- 11500 NOK
Tourismus und Kontext
Im Jahr 2025 besuchten 69.000 Menschen Spitzbergen, nach Angaben der Behörden des Archipels. Polnische Besucher belegten mit über 5.600 Gästen den zehnten Platz unter den Nationalitäten. Der Archipel, etwa 800 Kilometer nördlich der norwegischen Küste bei Hammerfest gelegen, zieht weiterhin Reisende in seine arktische Umgebung. Spitzbergen, die größte Insel des Archipels, ist fast so groß wie die Niederlande. Die wachsende Zahl von Besuchern erhöht das Potenzial für Begegnungen mit der geschützten Tierwelt. Die diese Woche verhängte Geldstrafe ist die jüngste in einer Reihe von Durchsetzungsmaßnahmen gegen Besucher, die die Tiere stören.


