
Pogacar und Vingegaard um 2 Uhr und 5 Uhr für Dopingtests geweckt – vor entscheidender Alpenetappe der Tour
Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard, Erster und Zweiter der Gesamtwertung, wurden am Sonntag vor der 15. Etappe, einer 183,9 km langen Alpenfahrt nach Plateau de Solaison, um 5 Uhr bzw. 2 Uhr getestet.
Die Tests
In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli besuchten Anti-Doping-Inspektoren der Internationalen Testagentur (ITA) die Hotels des Tour-de-France-Spitzenreiters Tadej Pogacar und des Zweitplatzierten Jonas Vingegaard. Pogacar wurde um 5 Uhr getestet, Vingegaard um 2 Uhr, wie beide Fahrer vor dem Start der 15. Etappe am Sonntag bestätigten. Unangekündigte Tests zwischen 23 Uhr und 6 Uhr sind seit 2016 erlaubt, doch der Zeitpunkt stieß auf scharfe Kritik. Pogacar, der das Gelbe Trikot trägt und täglich getestet wird, sagte, er sei spät ins Bett gegangen und habe nur vier Stunden Schlaf bekommen. Vingegaard schätzte, dass er etwa 40 Minuten außerhalb seines Zimmers war. Berichten zufolge wurden nur die beiden unter den Top Ten ins Visier genommen.
Reaktionen der Fahrer
Pogacar beschrieb die Erfahrung als Schock.
Ich konnte nicht wieder einschlafen. Es war definitiv nicht schön, mitten in süßen Träumen aufzuwachen.
Er fügte hinzu, er habe alte Eminem-Songs gehört und Kaffee getrunken und sei „superaufgeladen mit Koffein“ angekommen. Er betonte, dass die Tester nur ihre Arbeit machten und nicht beschuldigt werden sollten. Vingegaard wurde um 2 Uhr geweckt.
Ich habe sehr gut geschlafen, aber um 2 Uhr morgens klopfte jemand an meine Tür – große Überraschung für mich. Natürlich ist es gut, dass sie testen, aber wenn es die Leistung und den Schlaf beeinträchtigt, finde ich das nicht so gut.
Er nannte Tests um 2 Uhr übertrieben und sagte, er habe gedacht, solche Kontrollen seien nicht erlaubt.
Reaktionen von Teams und Offiziellen
Teamkollegen äußerten sich wütender. Matteo Jorgenson (Visma-Lease a Bike) nannte es „einen völligen Mangel an Respekt gegenüber den Fahrern“ und sagte, die Erholung sei zwischen zwei harten Bergetappen entscheidend. Florian Vermeersch (UAE Team Emirates-XRG) bezeichnete die Situation als „fast unmenschlich und sinnlos“ und stellte fest, dass Pogacar nur etwa fünf Stunden geschlafen habe. Pascal Chanteur, Präsident der UNCP und Fahrervertreter, verurteilte „Schikane“ und „gezielte Kontrollen“.
Die Fahrer stehen unter Überwachung. Ist es bei einer Tour de France wirklich vernünftig, einen Fahrer um 2 Uhr morgens zu testen – für die Erholung und die Gesundheit der Fahrer?
Er fügte hinzu, dass der Radsport jährlich 10 Millionen Euro für Anti-Doping ausgebe, und forderte mehr Respekt für die Athleten.
Die 15. Etappe steht bevor
Die 15. Etappe ist eine 183,9 km lange Bergfahrt von Champagnole zum Plateau de Solaison mit einer Bergankunft der Kategorie hors catégorie. Die Etappe startete um 13:20 Uhr Ortszeit. Sowohl Pogacar als auch Vingegaard sagten, sie spürten die Auswirkungen des Schlafmangels, seien aber bereit zu fahren. Vermeersch spekulierte, dass die Störung Pogacar sogar zusätzliche Motivation geben könnte. Die Etappe ist der erste von drei aufeinanderfolgenden Tagen im Hochgebirge, was die Erholung besonders entscheidend macht.
- Vingegaard für Anti-Doping-Test geweckt
- Pogacar für Anti-Doping-Test geweckt
- 15. Etappe startet in Champagnole


