Mutter des Mörders von Henry Nowak könnte vorzeitig freikommen und abgeschoben werden
Kiran Kaur, die Mutter von Vickrum Digwa, wird nach Angaben von ITV News und Sky News voraussichtlich etwa ein Jahr nach Beginn einer dreijährigen Haftstrafe im Rahmen des Frühfreilassungsprogramms aus dem Gefängnis entlassen. Das Innenministerium hat zudem angedeutet, dass sie aus dem Land abgeschoben werden könnte.
Urteil und vorzeitige Entlassung
Kiran Kaur, eine 53-jährige Frau, wurde im Juli 2026 am Crown Court in Southampton zu drei Jahren Haft verurteilt, weil sie ihrem Sohn half, nachdem dieser Henry Nowak getötet hatte. Sie trug das Messer, das er benutzt hatte, zurück in das Elternhaus und legte es dort zu einer größeren Sammlung zeremonieller und anderer Waffen in seinem Schlafzimmer. Bei der Urteilsverkündung sagte Richter William Mousley KC, dieses Vorgehen habe dazu beigetragen zu verbergen, wofür die Klinge verwendet worden war.
Ein verantwortungsbewusster Elternteil hätte seinen Sohn wegen seiner Taten zur Rede gestellt und ihn ermutigt, das Richtige zu tun.
ITV News und Sky News berichten, dass Kaur etwa zum Jahrestag von Nowaks Tod am 3. Dezember freikommen könnte, also rund ein Jahr nach ihrer Verurteilung. Das Frühfreilassungsprogramm soll die Überbelegung der Gefängnisse lindern. Entlassene Häftlinge erlangen nicht ihre volle Freiheit zurück, da sie den Rest ihrer Strafe unter Aufsicht verbringen, und nach Angaben des Justizministeriums müssen sie in der Regel eine elektronische Fußfessel tragen.
Die Tötung in Southampton
Vickrum Digwa tötete Henry Nowak, einen 18-jährigen Universitätsstudenten britischer Staatsangehörigkeit polnischer Herkunft, am 3. Dezember 2025 in Southampton mit einem Messer mit einer 21 cm langen Klinge. Anschließend belog Digwa die Beamten und behauptete fälschlich, Nowak habe ihn rassistisch beschimpft. Am 1. Juni 2026 wurde Digwa zu lebenslanger Haft mit einer Mindeststrafe von 21 Jahren verurteilt, was bedeutet, dass er erst nach Verbüßung dieser Zeit eine Entlassung beantragen kann.
- Vickrum Digwa tötet Henry Nowak in Southampton mit einem Messer mit 21 cm langer Klinge
- Digwa wird zu lebenslanger Haft mit einer Mindeststrafe von 21 Jahren verurteilt
- Kiran Kaur wird zu drei Jahren verurteilt, weil sie ihrem Sohn half
- Anhörung am Berufungsgericht zu Kaurs Strafe ist angesetzt
Nowak wurde von der Polizei nach deren Eintreffen in Handschellen gelegt, und obwohl er um Hilfe bat, erhielt er sie nicht sofort. Der Fall ist wegen des Verhaltens der Beamten am Tatort in den Fokus der Kritik geraten, nicht nur wegen der Taten des Angreifers und seiner Mutter.
Abschiebung und Berufungen
Das Innenministerium hat angedeutet, dass Kaur, die die indische Staatsangehörigkeit besitzt, nach Verbüßung ihrer Strafe aus Großbritannien abgeschoben werden könnte. Das Ministerium wollte sich zu Einzelfällen nicht äußern, gab jedoch eine allgemeine Erklärung zu ausländischen Straftätern ab.
Wir werden stets versuchen, ausländische Straftäter bei der ersten Gelegenheit abzuschieben.
Ellie Reeves, die Stellvertreterin des Generalstaatsanwalts für England und Wales, hat die Länge von Digwas Strafe angefochten und das Gericht gebeten zu prüfen, ob sie zu milde war. Digwa hat selbst Berufung eingelegt. Laut The Independent legt auch Kaur Berufung gegen ihr Urteil ein, und für den 5. November 2026 ist eine Anhörung am Berufungsgericht angesetzt.
Ermittlungen zum Polizeiverhalten
Das Independent Office for Police Conduct untersucht das Verhalten von zwei Beamten, die an der Festnahme Nowaks beteiligt waren. Die Untersuchung soll klären, ob sie schweres Dienstvergehen begangen haben. TVP Info berichtet, dass ein Beamter Nowaks Angabe, er sei verletzt worden, zurückwies – eine Darstellung, die die Ermittlungen neben den übrigen Beweisen abwägen müssen.
Das umfassendere Frühfreilassungsprogramm
Etwa 5.000 Häftlinge sollen im Laufe des nächsten Jahres schrittweise entlassen werden, eine Zahl, die von 6.000 reduziert wurde, nachdem Minister Vergewaltiger und die schwersten Kindesmissbrauchstäter von dem erweiterten Programm ausgenommen hatten. Die Minister argumentieren, die Ausweitung sei nötig, um den Zusammenbruch des Justizsystems zu verhindern, nach einem Sommer, in dem das Thema die Schlagzeilen beherrschte. In der Woche vor dem 15. Oktober 2026 wurden landesweit rund 650 Häftlinge aus Gefängnissen entlassen, weniger als zwei Wochen, nachdem 700 vorzeitig freigelassen worden waren.
- Frühere vorzeitig entlassene Gruppe
- 700 Häftlinge
- Woche vor dem 15. Oktober 2026
- 650 Häftlinge
- Für das nächste Jahr geplant
- 5000 Häftlinge