
Riccardo Muti führt musikalischen Protest in der Villa Verdi an, um schnelle Restaurierung zu fordern
Dirigent Riccardo Muti trat vor dem vernachlässigten Anwesen von Giuseppe Verdi in Sant'Agata auf und forderte italienische Minister auf, ein 6,5 Millionen Euro teures Restaurierungsprojekt zu beschleunigen.
Musikalischer Protest in Sant'Agata
Am 12. September 2026 leitete Dirigent Riccardo Muti eine Open-Air-Aufführung im Garten der Villa Verdi in Sant'Agata di Villanova sull'Arda. Der 85-jährige Dirigent bezeichnete die Veranstaltung mit dem Titel Notturno eher als musikalisches Treffen denn als formelles Konzert, um die italienischen Behörden zu drängen, die Restaurierungsarbeiten an Giuseppe Verdis ehemaligem Wohnsitz zu beschleunigen. Muti begleitete eine Gruppe von Sängern auf einem akustischen Fazioli-Flügel ohne Bühne. Zum Gesangsaufgebot gehörten die Sopranistin Damiana Mizzi, die Mezzosopranistin Mara Gaudenzi, der Tenor Giovanni Sala, der Bariton Luca Salsi und der Bass Michele Pertusi, wobei die Flötistin Bianca Fiorito beim Notturno-Vokaltrio auftrat.
Das Programm umfasste eine Auswahl von Verdi-Arien aus Opern wie Nabucco, Macbeth, Rigoletto, Il trovatore und Falstaff. Muti nutzte die Aufführung, um sich gegen die politische Trägheit bei der Instandhaltung des Anwesens zu stellen.
Dies ist kein Konzert, sondern eine Versammlung einer Gruppe von Musikern, die vor Verdis Villa sitzen und der Welt, und vor allem unserer, sagen: Werdet ihr euch endlich bewegen, wollt ihr aufwachen? Dieser Ort muss von den hier geborenen Noten widerhallen.
Streit und staatliche Übernahme
Giuseppe Verdi lebte und arbeitete etwa 50 Jahre lang auf dem Anwesen Sant'Agata, zusammen mit seiner zweiten Frau Giuseppina Strepponi, und wohnte dort von den späten 1840er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1901. Das Anwesen, umgeben von einem sechs Hektar großen Park in der Provinz Piacenza, war der Entstehungsort von Opern wie La traviata, Il trovatore, Don Carlos, Aida und Otello. Über seine Kompositionstätigkeit hinaus bewirtschaftete Verdi die landwirtschaftlichen Flächen, Bewässerungskanäle und Viehbestände des Anwesens aktiv und finanzierte ein örtliches Krankenhaus sowie Wohnhäuser für Landarbeiter.
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Die Villa bewahrte originale Möbel, Dokumente und persönliche Gegenstände, schloss ihre Türen für die Öffentlichkeit jedoch im Jahr 2022 aufgrund eines Erbschaftsstreits unter Verdis Erben. Um eine private Auktion zu verhindern und einen vorübergehenden Zugang zu sichern, organisierte die gemeinnützige Organisation FAI außerordentliche Öffnungen, bevor der Staat eingriff. Ende 2024 erließ das Kulturministerium eine Enteignungsverfügung, um das Anwesen in öffentliches Eigentum zu übernehmen.
Restaurierungspläne und Reaktion der Regierung
Nach der Enteignung stellte die italienische Regierung 6,5 Millionen Euro für umfassende Restaurierungsarbeiten bereit. Die geplanten Maßnahmen zielen auf die Fassaden des Gebäudes, die Fensterbeschläge, die Innenräume und die umliegenden Gärten ab. Das Kulturministerium strebt an, das Anwesen Sant'Agata in eine breitere Verdi-Tourismusroute einzubinden, die den Geburtsort des Komponisten in Roncole, das Teatro Giuseppe Verdi und den Palazzo Orlandi in Busseto verbindet.
Zu den anwesenden Gästen des Abends gehörten der italienische Kulturminister Alessandro Giuli, der Tourismusminister Gianmarco Mazzi und der Europaminister Tommaso Foti. Als Reaktion auf Mutis Kritik an jahrelanger politischer Vernachlässigung durch aufeinanderfolgende Regierungen erklärte Giuli, dass Investitionsmaßnahmen eingeleitet worden seien, um das Anwesen wieder der öffentlichen Nutzung zuzuführen.
Wir haben bereits einen Weg der Investitionen eingeschlagen, bald wird es nutzbar sein.
Muti räumte ein, dass ihm nicht bewusst gewesen sei, dass bereits erste Arbeiten im Gange seien, bekräftigte jedoch, dass die Erhaltung des Ortes eine dringende internationale kulturelle Pflicht bleibe.


