
CO-Leck in Perugia-Hotel tötet Musiker vor Music-Fest-Konzert, Kollegin in Lebensgefahr; Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet
Der 54 oder 55 Jahre alte Mann wurde am Freitagabend vor einem Konzert mit dem Orchester der Hundert Städte tot in seinem Zimmer aufgefunden; eine Kollegin schwebt in einer Überdruckkammer in Ravenna in Lebensgefahr.
Entdeckung und Todesfälle
Am Abend des Freitags, 31. Juli 2026, wurde ein Musiker tot in einem Zimmer des Hotels Fortuna in der Via Bonazzi im historischen Zentrum von Perugia aufgefunden. Eine Kollegin, die das Zimmer mit ihm teilte, lag bewusstlos; sie befindet sich nun in kritischem Zustand und wird in einem Krankenhaus in Ravenna mit hyperbarer Sauerstofftherapie behandelt. Der Alarm wurde kurz nach 21:30 Uhr ausgelöst, als die beiden Künstler, beide Mitglieder eines klassischen Orchesters mit rund 40 Musikern, nicht zu einem geplanten Konzert in der Sala dei Notari im Rahmen des städtischen Music Fest erschienen. Musikerkollegen versuchten mehrfach, sie per Mobiltelefon zu erreichen, gingen dann zurück zum Hotel und baten die Rezeption, das Zimmer zu überprüfen. Nachdem auf Klopfen keine Reaktion erfolgte, rief das Personal die Feuerwehr. Die Feuerwehrleute öffneten die Tür gewaltsam und fanden den Mann bereits tot und die Frau in kritischem Zustand vor.
Die italienischen Medien berichten widersprüchlich über die Identität des Verstorbenen: Il Messaggero nennt ihn Davide La Losa, einen 54-jährigen Kontrabassisten sizilianischer Herkunft, während Open und AGI einen 55-jährigen Musiker namens Paolo Coluzzi identifizieren, geboren in Sizilien und wohnhaft in Rom. Bei der verletzten Kollegin handelt es sich um die Cellistin Tao Huang. Erste Berichte beschrieben die beiden als Paar, spätere Meldungen stellten klar, dass es sich um Freunde handelte, die sich ein Zimmer teilten.
Orchesterauftritt und Verlegung
Etwa 40 Musiker des Orchesters der Hundert Städte waren im selben Hotel untergebracht. Das Orchester führte sein Konzert in der Sala dei Notari trotz der Abwesenheit durch, und kein anderes Mitglied klagte über Unwohlsein. Nachdem die Feuerwehr eine Kohlenmonoxid-Kontamination bestätigt hatte, wurden alle Gäste aus dem Gebäude evakuiert und in andere Hotels verlegt. Das Gebäude wurde gesichert und die Gasversorgung vorsorglich abgestellt. Die Justizbehörden beschlagnahmten den gesamten Hotelbetrieb und versiegelten die Einrichtung.
Kontaminationsmesswerte und behördliche Reaktion
Feuerwehrleute aus dem Kommando Perugia führten instrumentelle Messungen durch, die Kohlenmonoxid auf mehreren Etagen des Gebäudes nachwiesen, wobei die höchsten Konzentrationen im Zimmer der Opfer gemessen wurden. Die Entdeckung führte zu einer sofortigen vollständigen Evakuierung, einer vorsorglichen Abschaltung aller gasbetriebenen Heizungsanlagen und der formellen Beschlagnahme der Räumlichkeiten. Staatsanwältin Anna Maria Greco nahm den Tatort für eine Besichtigung in Augenschein, und die Rechtsmedizinerin Anna Maria Verdelli führte eine erste äußere Leichenschau durch; die Leiche wurde anschließend zur Obduktion in die Gerichtsmedizin überführt. Carabinieri, die Spurensicherung und die örtliche Polizei waren ebenfalls im Einsatz; letztere regelte den Verkehr in den engen Gassen des historischen Zentrums.
- Das Orchester der Hundert Städte sollte in der Sala dei Notari während des Music Fest in Perugia auftreten.
- Kurz nach 21:30 Uhr kehren Musikerkollegen ins Hotel zurück, nachdem das Paar nicht erschienen war; das Personal ruft die Feuerwehr.
- Feuerwehrleute brechen die Tür auf, finden den Mann tot und die Frau bewusstlos vor.
- Kohlenmonoxid auf mehreren Etagen gefunden; alle Gäste evakuiert, Gas abgestellt, Hotel beschlagnahmt.
- Staatsanwaltschaft leitet Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ein; Obduktion angeordnet, Feuerwehr testet die Gebäudesysteme.
Suche nach der Quelle
Die Staatsanwaltschaft Perugia hat ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Die vorherrschende, von offiziellen Stellen noch nicht bestätigte Hypothese ist, dass Kohlenmonoxid, das in einem Heizungsraum in der Nähe des Zimmers der Opfer entstanden war, in die Klimaanlage gelangte, die während einer Hitzewelle auf Hochtouren lief. Die Ermittler konzentrieren sich auf die Warmwasser- und Klimaanlagen des Gebäudes. Um den genauen Ursprung und den Weg des Gases zurückzuverfolgen, müssen die Feuerwehrleute die verschiedenen Anlagen wieder in Betrieb nehmen und auf Lecks testen. Das Hotel bleibt beschlagnahmt, die Ermittlungen dauern an.

