
Cristian Mungius Cannes-Gewinner „Fjord“ startet am 19. August in den französischen Kinos
Cristian Mungius mit der Goldenen Palme ausgezeichneter Film „Fjord“ aus dem Jahr 2026 läuft am 19. August in ganz Frankreich an. Er erzählt vom Konflikt einer frommen rumänischen Familie mit dem norwegischen Rechtssystem.
Kinostart und Auszeichnungen in Cannes
Cristian Mungius Spielfilm Fjord feiert am Mittwoch, den 19. August 2026, Premiere in den französischen Kinos, nachdem er bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2026 die Goldene Palme gewonnen hat. Dieser Sieg reiht den rumänischen Filmemacher in den exklusiven Kreis der Regisseure ein, die die höchste Auszeichnung des Festivals zweimal erhalten haben – fast zwanzig Jahre nach seiner Goldenen Palme 2007 für 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage. Der französische Kinostart von Fjord setzt die Veröffentlichung der Wettbewerbsfilme der Cannes 2026 fort. Der Film folgt auf den früheren Start von Ryusuke Hamaguchis Soudain in den französischen Kinos und erscheint im gleichen Wochenprogramm wie Oklahoma Honey, Paradise und Wake in Fright, noch vor Arthur Hararis L'Inconnue, das am 26. August anläuft.
Handlung und reale Inspiration
Die Handlung von Fjord basiert auf mehreren realen Nachrichten, die in Rumänien Aufmerksamkeit erregten, und untersucht die Erfahrungen rumänischer Auswanderer im Ausland. Der Film konzentriert sich auf die Familie Gheorghiu, ein frommes evangelikales rumänisch-norwegisches Paar namens Mihai und Lisbet, das Bukarest verlässt, um sich mit seinen fünf Kindern in einem Dorf am Ende eines norwegischen Fjords niederzulassen. In Norwegen findet Mihai, der zuvor in Rumänien als Luftfahrtingenieur arbeitete, eine Anstellung als IT-Spezialist. Die Dorfbewohner heißen die Familie zunächst freundlich willkommen, und die Gheorghius freunden sich mit ihren Nachbarn, der Familie Halberg, an. Obwohl die Kinder aus beiden Haushalten einander nahekommen, praktizieren ihre Eltern deutlich unterschiedliche Erziehungs- und Bildungsansätze.
Institutioneller Konflikt und Regiephilosophie
Die häusliche Stabilität des Dorfes zerbricht, nachdem Lehrkräfte an der örtlichen Schule Blutergüsse an den Kindern der Gheorghius entdecken. Dieser Fund führt zu offiziellen Verdachtsmomenten auf Kindesmisshandlung und bringt die fromme Familie in direkte Konfrontation mit der norwegischen Justiz- und Jugendbehörde. Die Situation eskaliert zu einem komplexen Streit über elterliche Rechte und staatliche Eingriffe, der ein System zeigt, das von den Eltern als eher repressiv denn tolerant empfunden wird. Mungiu inszeniert das soziale Drama, ohne offen Partei zu ergreifen, und untersucht die Spannungen zwischen den traditionellen religiösen Werten des Haushalts und den institutionellen Standards des skandinavischen Staates. Anlässlich des Filmstarts erklärte Mungiu die Rolle, die er dem Kino bei der Konfrontation mit sensiblen gesellschaftlichen Spaltungen zuweist.
Ich nutze das Kino, um gegen diese höflichen Konventionen zu kämpfen, die uns daran hindern, uns auszudrücken.
Produktionsumfeld und kulturelle Reichweite
Für die Produktion von Fjord verließ Mungiu seine gewohnten rumänischen Schauplätze und drehte an Originalschauplätzen in einer abgelegenen Gegend Nordnorwegens. Die visuelle Gestaltung des Films stützt sich auf die natürliche Umgebung des Fjords mit verschneiten Landschaften, steilen Felsklippen, offenem Wasser und dem für den hohen Norden charakteristischen kalten Licht. Die Produktion spiegelt die Internationalität des europäischen Kinos wider, in dem Filmemacher, Techniker und Schauspieler frei über Grenzen reisen, um Projekte zu verwirklichen. Das daraus resultierende Drama zeigt einen Zusammenprall gegensätzlicher Welten und untersucht kulturelle Integration und institutionelle Autorität in den zeitgenössischen westlichen Gesellschaften.
- Cristian Mungiu erhält seine erste Goldene Palme für 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage.
- Mungiu gewinnt die Goldene Palme von Cannes für Fjord und wird damit zum zweifachen Festivalgewinner.
- Fjord startet in den französischen Kinos, zusammen mit Oklahoma Honey, Paradise und Wake in Fright.
- Arthur Hararis Cannes-Wettbewerbsfilm L'Inconnue feiert Premiere in den französischen Kinos.


