
Márquez stürzt und fährt trotzdem zur Pole in Ungarn – seine 76. in der Königsklasse
Der Spanier rutschte zu Beginn von Q2 in Kurve eins von der Strecke, stieg wieder auf und fuhr eine 1:36,785 – 53 Tausendstel schneller als Pedro Acosta auf dem Balaton Park.
Ein Sturz und ein Comeback
Marc Márquez sicherte sich beim Großen Preis von Ungarn die 76. MotoGP-Pole seiner Karriere (104. in allen Klassen), obwohl er nur drei Minuten nach Beginn des zweiten Qualifyings in Kurve eins stürzte. Der Ducati-Lenovo-Fahrer verlor die Front seiner Desmosedici GP26, aber der Motor ging nicht aus, sodass er das Motorrad aufheben und weiterfahren konnte, ohne an die Box zurückkehren zu müssen.
Mit dem Sturz in der ersten Kurve habe ich einen Anfängerfehler gemacht. Gestern habe ich meine Energie eingeteilt, um heute mehr zu haben, und im Qualifying habe ich alles gegeben, weil ich weiß, dass die Poleposition auf dieser Strecke die halbe Miete ist.
Die entscheidende Runde
Nach dem Sturz lag Márquez auf seinem ersten schnellen Umlauf zunächst mit einer Zeit von 1:38,750 auf Platz elf. Er blieb draußen, fuhr eine weitere Runde und verbesserte sich auf 1:37,467, womit er auf Platz zwei hinter Pedro Acosta rutschte. Mit noch etwa anderthalb Minuten auf der Uhr wechselte der neunmalige Weltmeister auf sein zweites Motorrad und setzte eine 1:36,785, um die Spitzenposition zu erobern. Acosta, der den Großteil der Session mit Zeiten von 1:37,888 und 1:36,791 angeführt hatte, wurde Zweiter, 0,053 Sekunden zurück.
Eine rein spanische erste Startreihe
Fermín Aldeguer (Ducati Gresini) wurde Dritter und komplettierte eine erste Startreihe, die ausschließlich aus spanischen Fahrern bestand. Die zweite Reihe ist eine rein italienische Angelegenheit: Fabio Di Giannantonio (Ducati VR46) qualifizierte sich als Vierter, der amtierende Champion Pecco Bagnaia (Ducati Lenovo) als Fünfter – nachdem er sich über Q1 qualifiziert hatte – und der Meisterschaftsführende Marco Bezzecchi (Aprilia) als Sechster. Luca Marini (Honda) beeindruckte mit Platz neun, während Franco Morbidelli (Ducati) auf Platz neunzehn kämpfte.
Rennen trotz anhaltender Genesung
Márquez startet nur zwei Wochen nach seiner Rückkehr von einer Doppeloperation an rechtem Fuß und rechter Schulter, die vor etwa drei Wochen durchgeführt wurde. Er läuft noch mit einem orthopädischen Stiefel und hat eingeräumt, dass ihm die volle Kraft auf der rechten Seite fehlt, was ihn daran hinderte, den Rutscher an der Front zu retten, der zu seinem Sturz im Qualifying führte.
Er deutete an, dass er während des Rennens möglicherweise einen „Eco-Modus“ aktivieren müsse, um seine Energiereserven zu schonen.Es ist klar, dass ich in meinem Zustand meine Karten dort ausspielen muss, wo es am meisten zählt. Dann werden wir im langen Rennen am Sonntag sehen, wie wir überleben.
Ausblick auf Sprint und Rennen
Die Pole verschafft Márquez den besten Startplatz sowohl für das Sprintrennen am Samstag (15:00 Uhr MESZ) als auch für den Grand Prix am Sonntag (14:00 Uhr MESZ). Er gewann letzte Saison beide Rennen auf dem Balaton Park und hält mit 1:36,518 den absoluten Streckenrekord. Acosta, sein schärfster Verfolger auf eine Runde, blieb zurückhaltend:
Marc hat ein wichtiges Tempo gezeigt, wir werden sehen, was passiert.


