
Banco BPM stoppt Fusion mit Monte dei Paschi nach Widerstand von Credit Agricole und konkurrierendem Angebot der Intesa
Der italienische Kreditinstitut stimmte am Freitag, den 31. Juli, einstimmig dafür, die Gespräche mit der Banca Monte dei Paschi di Siena zu beenden – knapp zwei Monate nachdem ein Zusammenschluss vorgeschlagen worden war, der durch ein konkurrierendes Angebot der Intesa Sanpaolo und den Widerstand des Großaktionärs Crédit Agricole erschwert wurde.
Fusionsgespräche beendet
Der Vorstand von Banco BPM trat am Freitagnachmittag zusammen und entschied einstimmig, die Konsultationen über eine mögliche Fusion mit der Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) zu beenden. Die Entscheidung, die der in Siena ansässigen Bank umgehend mitgeteilt wurde, erfolgte nach einer Prüfung des Stands des Projekts, das erstmals in einem am 7. Juni an die MPS gesendeten Schreiben vorgeschlagen worden war.
Die Voraussetzungen für eine gemeinsame Einigung zwischen den Parteien haben sich bislang nicht ergeben.
In der Erklärung wurde die „starke strategische und industrielle Logik“ des Plans bekräftigt, der ein führendes italienisches Bank- und Finanzinstitut hätte schaffen und für beide Aktionärsgruppen einen erheblichen Mehrwert hätte generieren können. Doch fast zwei Monate nach der ersten Kontaktaufnahme war kein gemeinsamer Nenner gefunden worden.
- Banco BPM sendet einen Brief an die Banca MPS, in dem sie die Aufnahme von Fusionsgesprächen vorschlägt.
- Intesa Sanpaolo startet ein öffentliches Umtauschangebot (Opas) für die Banca MPS und schafft damit ein konkurrierendes Angebot.
- Credit Agricole-CEO Olivier Gravalda signalisiert während der Halbjahresergebnisse seinen Widerstand; der Vorstand von Banco BPM stimmt einstimmig für die Beendigung der Konsultationen mit der MPS.
Ein zum Scheitern verurteilter Vorschlag
Banco BPM wandte sich am 7. Juni mit einem Schreiben an die MPS, in dem sie ihr Interesse an der Aufnahme eines Dialogs zur Erörterung und Vereinbarung der Bedingungen einer Fusion bekundete. Am darauffolgenden Tag, dem 8. Juni, startete Intesa Sanpaolo ein öffentliches Umtauschangebot (Opas) für die MPS – ein konkurrierender Schritt, der die Lage sofort verkomplizierte. Das konkurrierende Angebot eröffnete der Sieneser Bank einen alternativen Weg und legte die Initiative von Banco BPM faktisch auf Eis.
Credit Agricole bremst
Der endgültige Schlag erfolgte wenige Stunden vor der Vorstandsabstimmung, als Crédit Agricole, der größte Aktionär von Banco BPM, im Rahmen der Vorlage seiner Halbjahresergebnisse seinen Widerstand äußerte. Konzernchef Olivier Gravalda ließ keinen Zweifel aufkommen.
Wir sind unverzichtbar, nichts kann ohne uns oder gegen uns getan werden. Wir haben nie Fusionsvorschläge zwischen MPS und BPM erhalten.
Da die französische Gruppe eine Sperrposition innehatte, ließ diese Botschaft Banco BPM kaum Spielraum, die Gespräche fortzusetzen.
Rückkehr zum eigenständigen Plan
Banco BPM wird sich nun voll und ganz auf den eigenen strategischen Plan und die langfristige Wertschöpfung für alle Aktionäre konzentrieren. Die Bank deutete nicht an, die Kombination wieder aufzugreifen oder nach alternativen Partnern zu suchen, und beendete damit wochenlange Spekulationen über eine Neuordnung des italienischen Bankensektors.

