Ukrainische Drohnen treffen Moskaus größte Ölraffinerie und ein südliches Öldepot, entfachen Brände und legen Flüge an allen vier Hauptstadtflughäfen lahm
Etwa 60 ukrainische Drohnen haben in der Nacht die Region Moskau angegriffen, teilten russische Behörden mit. Eine Drohne traf eine Ölraffinerie von Gazprom Neft und verursachte einen Großbrand, während Trümmer abgefangener Drohnen auch auf ein Wohngebäude fielen.
Raffineriebrand in Moskau
Die russische Luftabwehr schoss in der Nacht zum Montag rund 60 ukrainische Drohnen über der Hauptstadtregion ab, berichtete Bürgermeister Sergej Sobjanin. Eine Drohne traf dennoch eine Anlage auf dem Gelände der Gazprom-Neft-Raffinerie, Moskaus größter Ölverarbeitungsanlage. Ein von Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichtes Video zeigte Flammen und dichten schwarzen Rauch, die von dem Gelände aufstiegen. Es wurden keine Verletzten gemeldet, und Einsatzkräfte räumten Trümmer abgeschossener Drohnen weg.
Russland muss gezwungen werden, den Krieg gegen unser Volk zu beenden.
Selenskyj nutzt den Moment
Selenskyj teilte das Video in den sozialen Medien, während er sich auf die Teilnahme am G7-Gipfel in Évian-les-Bains, Frankreich, vorbereitete. Er lobte die ukrainischen Geheimdienste für „ihre effektive Arbeit“ und wies darauf hin, dass die Raffinerie 500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt. Der Angriff wird den G7-Führern wahrscheinlich als frischer Beweis für die wachsende Angriffsfähigkeit der Ukraine und ihre Fähigkeit, die russische Wirtschaft weit hinter der Frontlinie zu stören, präsentiert werden.
Flugverkehr lahmgelegt
Der Drohnenalarm zwang alle vier Moskauer Flughäfen nacheinander zur Einstellung des Betriebs. Domodedowo und Schukowski stellten zuerst den Flugbetrieb ein, später folgten Scheremetjewo und Wnukowo. Die Schließungen während der Hauptreisezeit im Sommer ließen Passagiere mit langen Schlangen, Umleitungen und Annullierungen stranden. Russische Reisende sind nun mit fast täglichen Störungen durch Drohnenalarme konfrontiert, wobei häufige Verspätungen und Flugausfälle zur Routine geworden sind.
Auch Öldepot im Süden getroffen
Ein separater ukrainischer Drohnenangriff traf ein Öllager in der Nähe der Siedlung Poltawskaja in der Region Krasnodar, teilten die Behörden mit. Das Depot geriet in Brand und stieg eine große Rauchwolke auf, die in unbestätigten Videos im Internet festgehalten wurde. Eine örtliche Straße wurde daraufhin gesperrt. Das russische Verteidigungsministerium gab an, insgesamt 172 Drohnen über mehreren Regionen abgeschossen zu haben, machte jedoch keine Angaben zu Treffern oder Schäden.
Wirtschaftliche Folgen
Die Kampagne gegen die russische Ölindustrie zielt darauf ab, die militärische Logistik zu ersticken und Milliarden an Energieexporteinnahmen abzuschneiden. Wiederholte Angriffe auf Raffinerien und Treibstofflager haben bereits in mehreren Regionen zu Benzinknappheit geführt, wobei besonders akute Engpässe auf der besetzten Halbinsel Krim gemeldet wurden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax hat das regionale Ölunternehmen Tatneft als Reaktion darauf eine vorübergehende Preisobergrenze für Benzin eingeführt.


