
Französische Behörden schließen Moschee in Seine-Saint-Denis für sechs Monate wegen Aufstachelung zur Gewalt und Verherrlichung des Terrorismus
Die Chanteloup-Moschee in Aulnay-sous-Bois wurde am Montag für sechs Monate geschlossen, nachdem eine Untersuchung der Präfektur ergab, dass Predigten und Social-Media-Beiträge Gewalt, Hass und Terrorakte förderten.
Ankündigung der Schließung
Die Präfektur von Seine-Saint-Denis gab am Montag die sechsmonatige Schließung der Chanteloup-Moschee in Aulnay-sous-Bois bekannt und berief sich dabei auf Befugnisse nach dem Sicherheitsgesetzbuch. Die mit sofortiger Wirkung in Kraft tretende Anordnung wirft dem Gotteshaus vor, Ideen zu verbreiten, die zu Gewalt, Hass und Diskriminierung aufstacheln sowie terroristische Handlungen verherrlichen und zu deren Begehung anregen.
Diese Schließungsanordnung wurde auf der Grundlage von Artikel L. 227-1 des Sicherheitsgesetzbuchs erlassen, aufgrund der Äußerungen, Ideen oder Theorien, die in dieser Moschee und in den sozialen Netzwerken der Imame verbreitet werden und die zu Gewalt, Hass oder Diskriminierung aufstacheln, terroristische Handlungen verherrlichen und zu deren Begehung anregen.
Rechtsgrundlage und Begründung
Die von der Präfektur angeführte Rechtsgrundlage ist Artikel L. 227-1 des Sicherheitsgesetzbuchs (Code de la sécurité intérieure), der die administrative Schließung von Gotteshäusern erlaubt, wenn die Aktivitäten in ihnen die öffentliche Ordnung gefährden. Die Präfektur erklärte, die Entscheidung sei nach Überwachung sowohl der regelmäßigen Freitagspredigten als auch der von den Imamen der Moschee online veröffentlichten Inhalte sowie der Reden gelegentlicher Gastredner, die in die Räumlichkeiten eingeladen wurden, getroffen worden.
Radikale Ideologie und konkretes Beispiel
Nach Angaben der Behörden verbreitet die Moschee eine radikale islamistische Ideologie, die die Rhetorik terroristischer Organisationen aufgreift, den Dschihad legitimiert und den Tod als Märtyrer verherrlicht. Als eines der Beispiele wurde ein vor mehreren Monaten auf X veröffentlichtes Video angeführt, in dem ein Imam, der mindestens einen Vortrag in der Moschee gehalten hatte, Muslime aufforderte, ihre Kinder ab einem Alter von mindestens 11 Jahren zu schlagen, wenn sie nicht beteten.
Durch die Predigten der regulären Imame der Moschee und deren Verbreitung in sozialen Netzwerken sowie durch die Reden gelegentlicher Gäste, die sie einlädt, verbreitet die Moschee eine radikale islamistische Ideologie, die die Rhetorik terroristischer Organisationen aufgreift, den Dschihad legitimiert und das Märtyrertum verherrlicht.
Reaktion und nächste Schritte
Die Moschee war am Montagabend für eine Stellungnahme zu der Schließungsentscheidung von der Agence France-Presse nicht zu erreichen. Die sechsmonatige Schließung ist der maximal zulässige Zeitraum nach dem Sicherheitsgesetzbuch ohne weitere gerichtliche Überprüfung und reiht die Chanteloup-Moschee in eine kleine Zahl französischer Gotteshäuser ein, die in den letzten Jahren aus Gründen der nationalen Sicherheit geschlossen wurden.


