
Ehemaliger Pfarrer in Radom wegen Axtmords an Obdachlosem vor Gericht
Ein ehemaliger Gemeindepfarrer aus Przypki musste sich am Mittwoch vor dem Bezirksgericht in Radom wegen des Axtmords und der Verbrennung eines obdachlosen Bekannten verantworten und widerrief sein früheres Geständnis.
Prozessauftakt in Radom
Der Prozess gegen Mirosław M., einen ehemaligen Gemeindepfarrer aus Przypki in der Gemeinde Tarczyn, begann am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, vor dem Bezirksgericht in Radom. Mirosław M. ist des Mordes unter besonderer Grausamkeit sowie eines früheren versuchten Mordes an seinem obdachlosen Bekannten Anatol C. angeklagt. Obwohl er während der Ermittlungen zunächst gestanden und Reue gezeigt hatte, widerrief der Angeklagte am Mittwoch vor Gericht sein Geständnis und änderte seine Verteidigungsstrategie. Die Verteidigung beantragte, die gesamte Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu führen, doch das Gericht beschränkte die Vertraulichkeit allein auf die Vernehmung des Angeklagten. Richter Stanisław Olchowy leitete die Sitzung, in der der Angeklagte zu Protokoll gab, unverheiratet zu sein und ein Kind zu haben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft, die die Gefahr der Beweisvereitelung geltend machte, verlängerte das Gericht die Untersuchungshaft des Angeklagten.
Anklage schildert tödlichen Angriff
Laut der von Staatsanwalt Andrzej Stojak verlesenen Anklageschrift ereignete sich der tödliche Vorfall Ende Juli 2025 während eines Streits im Fahrzeug des Priesters. Die Ermittler stellten fest, dass Mirosław M. den Wagen anhielt, eine Axt aus dem Kofferraum holte und Anatol C. mehrfach auf den Kopf schlug, wodurch er sechs verschiedene Kopfwunden und schwere innere Blutungen erlitt. Anschließend übergoss der Angeklagte das Opfer mit Benzin und zündete es an, bevor er davonfuhr. Forensische Untersuchungen bestätigten, dass das Opfer an diesen Verletzungen sowie an ausgedehnten thermischen Schäden am gesamten Körper starb.
Danach übergoss er Anatol C. mit einer brennbaren Substanz, die er entzündete, wodurch das Opfer Verbrennungen zweiten und dritten Grades an Kopf, Rumpf, oberen und unteren Gliedmaßen erlitt, die zum Tod des Opfers führten.
Zeugenaussage und erster Angriff
Ein vorbeifahrender Radfahrer, Marcin L., erreichte den Tatort kurz nach dem Angriff und war der wichtigste Augenzeuge der Anklage. Marcin L. sagte aus, er habe das Gesicht des Angeklagten mit seiner Fahrradlampe beleuchtet, als Mirosław M. zurück in sein Auto eilte, um zu fliehen. Der Zeuge prägte sich die Kennzeichen des Fahrzeugs ein und notierte sie in seinem Mobiltelefon, bevor er versuchte, die Flammen mit Erde von einem nahegelegenen Feld zu ersticken.
Ich sah eine brennende Person auf dem Boden. Ich begann, Erde vom angrenzenden Feld über sie zu werfen. Ich sah, dass dieser Mann bereits tot war. Ich rief den Notruf an.
Die Ermittler deckten zudem einen früheren versuchten Mord auf, der sich am 5. Juni 2025, etwa drei Wochen vor dem tödlichen Angriff, ereignet hatte. Bei diesem ersten Vorfall hielt Mirosław M. sein Auto auf einem Feldweg an und wies Anatol C. an, den Motor zu überprüfen, bevor er ihm auf den Kopf schlug und eine vier Zentimeter lange Wunde am Hinterkopf verursachte. Als in der Nähe ein örtlicher Traktorfahrer auftauchte, brach der Priester den Angriff ab, brachte das Opfer zum Pfarrhaus und erklärte den Sanitätern, die Heckklappe des Autos sei versehentlich heruntergefallen. Eine spätere Rekonstruktion der Staatsanwaltschaft widerlegte diese Erklärung und kam zu dem Schluss, dass der Priester dieselbe Axt benutzte, die er im Kofferraum aufbewahrte.
Vermögensstreit und Verfahrensablauf
Der Konflikt entstand aus einem Schenkungsvertrag, in dem Anatol C. Immobilien an Mirosław M. übertrug, im Gegenzug für Hilfe bei der Beschaffung einer geeigneten dauerhaften Unterkunft. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass die Unfähigkeit, eine akzeptable Unterkunft zu finden, zu wachsenden Spannungen führte, wobei der Priester zunehmend durch die Forderungen des Opfers frustriert war. Vom Gericht bestellte psychiatrische Sachverständige untersuchten Mirosław M. in der Voruntersuchungsphase und fanden keine Anzeichen einer psychischen Erkrankung; sie erklärten ihn für voll verhandlungsfähig. Dem Angeklagten drohen zwischen 15 Jahren Haft und lebenslanger Freiheitsstrafe. Das Gericht setzte den nächsten Verhandlungstermin auf den 21. Oktober 2026 fest.
- Erster Angriff fügt Anatol C. auf einem Feldweg eine vier Zentimeter lange Kopfwunde zu
- Tödlicher Axt- und Brandangriff in Masowien führt zur Festnahme von Mirosław M.
- Mordprozess beginnt in Radom, der Angeklagte widerruft sein Geständnis
- Angesetzter Termin für die Fortsetzung der Gerichtsverhandlung


