
Kaczyński sagt, Morawiecki wolle die PiS übernehmen, nicht Premierminister werden, während der Parteispaltung sich vertieft
Jarosław Kaczyński enthüllte am 24. Juli 2026, dass der ehemalige Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ihm mitgeteilt habe, er strebe die Kontrolle über die PiS an, anstatt als Regierungschef zurückzukehren, einen Tag nachdem ein Ultimatum die Partei gespalten hatte.
Ultimatum-Frist formt die Partei um
Bis Mitternacht am 23. Juli 2026 mussten die Abgeordneten der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) erklären, keiner externen Vereinigung anzugehören, oder sie drohten mit Ausschluss. Der Schritt zielte auf die Gruppierung 'Rozwój Plus' von Mateusz Morawiecki, die sich nicht auflöste. Ein separater Flügel, Spitzname 'maślarze' und verbunden mit Przemysław Czarnek und Jacek Sasin, kam sofort nach. Kaczyński sagte TV Republika am Freitagabend, dass 'trzydziestu kilku' (über dreißig) Abgeordnete ihre Mitgliedschaften niederlegten, ein Schritt, den der Politische Ausschuss am Dienstag (28. Juli) ratifizieren wird.
Ein direktes Angebot und eine klare Antwort
Während des Interviews mit Danuta Holecka erinnerte Kaczyński an ein kürzlich geführtes privates Gespräch mit Morawiecki. Er hatte dem ehemaligen Ministerpräsidenten gesagt, er könne immer noch wieder Premierminister werden. Morawiecki lehnte dieses Szenario ab.
Er sagte mir, er wisse, wo die Quelle der Macht sei – es sei die Partei, und er wolle die Partei übernehmen.
Der PiS-Vorsitzende bezeichnete diese Antwort als legitimen Ehrgeiz, fügte aber hinzu, dass Morawieckis wiederholte Aufrufe zur Einheit mit Handlungen kollidierten, die seiner Meinung nach die Partei spalteten.
'Maślarze' gegen Morawiecki
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ryszard Terlecki hatte Kaczyński aufgefordert, die 'maślarze' zu 'verjagen'. Kaczyński lehnte ab und lobte sie als Menschen 'mit gefestigten Ansichten, manchmal ernsthaften intellektuellen Leistungen, die in schwierigen Zeiten Loyalität und Effizienz bewiesen haben'. Er bemerkte, dass ihre Vereinigung auf Wunsch der Führung aufgelöst wurde. Hätte Morawiecki denselben Weg eingeschlagen, so Kaczyński, wäre er jetzt 'ein sehr wichtiger – mehr als sehr wichtiger – Name in unserer Partei und einer derjenigen, die, wenn ich gehe, ernsthafte Kandidaten für meine Nachfolge sein könnten'.
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Morawieckis Ehrgeiz in seinen eigenen Worten
Kaczyński sagte TV Republika, dass Morawiecki ihm ausdrücklich gesagt habe: 'Der Premierminister ist nicht wichtig, sondern die Führung der Partei'. Der Vorsitzende sieht darin einen Hinweis auf Morawieckis Verhalten. Bereits zuvor hatte Kaczyński auf wPolsce24.pl auf Morawieckis komplexere Vergangenheit Bezug genommen und darauf hingewiesen, dass er lange Zeit auf der Seite verbracht habe, die die Partei angegriffen habe, und sogar Berater von Donald Tusk gewesen sei.
Getrennte Wege
Trotz des Risses drückte Kaczyński die Hoffnung auf eine spätere Versöhnung aus und sagte, er beabsichtige nicht, mit Morawiecki oder seinen Kollegen zu streiten. 'Eine Einigung wird sicher eines Tages kommen. Wir werden ein wenig getrennte Wege gehen', sagte er und fügte hinzu, dass er dem ehemaligen Premierminister alles Gute wünsche.


