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Sicherheit·vor 3 Std.

Mörder Benjamin Fricke flieht bei Ausgang auf Motorrad – Polizei warnt Bevölkerung

Benjamin Fricke, 42, der wegen eines Mordes aus dem Jahr 2011 eine lebenslange Haftstrafe verbüßt, floh am Dienstag aus einem begleiteten Ausgang in Peine. Die Behörden erklären, er könne eine Gefahr darstellen, und fordern die Öffentlichkeit auf, sich ihm nicht zu nähern.

Wie die Flucht ablief

Am Dienstag, dem 16. Juni, befand sich Fricke bei seinem 38. begleiteten Ausgang seit September 2023 und besuchte seine Mutter in Peine-Vöhrum. Gegen 14:30 Uhr stieg er in einer Garage in der Nähe des Wohnhauses auf sein eigenes Motorrad (eine schwarz-orange KTM Duke 200 mit dem Kennzeichen BS-XY 46) und fuhr davon, wobei er den ihn begleitenden Justizvollzugsbeamten überraschte.

Nach ersten Erkenntnissen nutzte der Insasse einen Aufenthalt in einer nahegelegenen Garage gegen 14:30 Uhr, um auf seinem dort abgestellten Motorrad zu fliehen.

Niedersächsisches Justizministerium

Das Ministerium bestätigte, dass die vorherigen 37 Ausgänge ohne Zwischenfälle verlaufen waren.

Fahndung und Warnung an die Öffentlichkeit

Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen startete am Mittwoch einen öffentlichen Aufruf und veröffentlichte ein Foto, den Namen und eine Beschreibung des Flüchtigen. Fricke ist 1,92 Meter groß, wiegt etwa 130 Kilogramm, hat kurze Haare, einen Entenbart und wurde zuletzt in einer schwarzen Motorradjacke, einem schwarzen Metallica-T-Shirt mit silbergrüner Schrift, schwarzer Cargohose und schwarzen Schuhen gesehen.

Von Benjamin Fricke kann eine Gefahr für Dritte ausgehen. Eine konkrete Gefahr für die Städte Peine und Kassel besteht jedoch nicht.

LKA Niedersachsen

Zeugen werden gebeten, sich ihm nicht zu nähern oder ihn anzusprechen, sondern die Notrufnummer 110 zu wählen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich in den Städten Peine oder Kassel aufhalten könnte.

Die ursprüngliche Straftat

Fricke befindet sich seit Oktober 2010 in Haft wegen des Mordes an der 23-jährigen Floristin Melanie R. Nach früheren Berichten lockte er sie über ein Online-Profil, in dem er sich als junge Frau ausgab, in seine Wohnung, tötete sie und missbrauchte ihre Leiche. Im Jahr 2011 verurteilte ihn das Landgericht Hildesheim wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung zu lebenslanger Haft und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Im vergangenen Jahr setzte ein Gericht eine Mindesthaftzeit von 19 Jahren vor einer möglichen Bewährung fest.

Von der Festnahme bis zur Flucht: Schlüsseldaten im Fall Fricke
  1. Festgenommen und in Untersuchungshaft genommen
  2. Zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt
  3. Erster begleiteter Ausgang
  4. Mindesthaftzeit auf 19 Jahre festgesetzt
  5. Flucht auf Motorrad während des 38. begleiteten Ausgangs

Das Programm für Haftausgänge

Das deutsche Justizsystem erlaubt begleitete Ausgänge für Insassen, die sich gut geführt haben. Fricke war ein solcher Ausgang 37 Mal ohne Zwischenfälle gewährt worden, was Fragen zum Sicherheitsprotokoll für einen wegen eines Gewaltverbrechens zu lebenslanger Haft Verurteilten aufwirft. Das Justizministerium erklärte, er habe einen zuvor unauffälligen Besuch im Haus seiner Mutter genutzt, um an ein Motorrad zu gelangen, das in einer Garage abgestellt war.

Peine · Kassel

6 Quellen

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