Ex-Model ‚wollte James Bond sein‘, fühlt sich nun im Block-Kindesentführungsprozess ausgenutzt
Jonathan G., ein 35-jähriges Ex-Model, sagte in Hamburg aus, er sei zur Teilnahme an der Entführung von Christina Blocks Kindern getäuscht worden und habe geglaubt, es handele sich um eine legale Rettungsaktion. ‚Ich bin blöd, dass ich darauf hereingefallen bin‘, sagte er.
Gericht schließt kurzzeitig Öffentlichkeit für Zeugenaussage aus
Das Hamburger Landgericht schloss die Öffentlichkeit am 63. Verhandlungstag im Block-Kindesentführungsprozess vorübergehend aus, um den Zeugen Jonathan G. während der Befragung zu sehr persönlichen Angelegenheiten zu schützen. Der 35-jährige Ex-Model und Fitnesstrainer hatte bereits am Vortag ausgesagt, dass er psychisch zu kämpfen habe. Ein Verteidiger eines seiner mutmaßlichen Komplizen hatte beantragt, ihn zu früheren Erfahrungen zu befragen, die er in einer schriftlichen Aussage bei der Polizei detailliert hatte.
Zeuge sagt, er sei getäuscht worden und habe sich als Opfer gefühlt
Jonathan G. sagte vor Gericht, er fühle sich ausgenutzt und betrogen. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung wollte G. wie James Bond sein, als er angeworben wurde.
In einer früheren schriftlichen Aussage gegenüber den Ermittlern schrieb er:Ich fühle mich wie ein Opfer. Ich bin blöd, dass ich darauf hereingefallen bin.
G. sagte, er sei im Dezember 2023 angeworben worden und ihm sei versichert worden, dass die Aktion, die Kinder nach Deutschland zurückzubringen, legal sei. Er und seine Mitangeklagten hätten geglaubt, sie seien Helden, die Kinder vor einem angeblich missbräuchlichen Vater retten. Der Zeuge, der Deutsch spricht und jahrelang in Hamburg gelebt hatte, wurde speziell in das Team geholt, um mit den Kindern zu kommunizieren. Er sagte, er habe Christina Block nur einmal getroffen, kurz nach Weihnachten 2023, und diese Begegnung habe ihn motiviert.Ich fühlte mich von Frau Block und Herrn Barkay betrogen.
Die Silvester-Entführung
Der Fall dreht sich um die Entführung von Christina Blocks beiden jüngsten Kindern, damals 10 und 13 Jahre alt, an Silvester 2023. Sie schauten sich in der dänischen Stadt Gråsten das Feuerwerk an, als sie in ein Auto gezerrt und nach Deutschland gebracht wurden. Die Operation wurde angeblich von David Barkay, dem 69-jährigen Chef einer israelischen Sicherheitsfirma, organisiert, der ein Team zusammenstellte. Barkay hat ausgesagt, ihm sei wiederholt versichert worden, die Rückführung sei nach deutschem Recht legal, und er habe diese Zusicherung an seine Teammitglieder weitergegeben.
Angeklagte bestreiten die Vorwürfe
Christina Block, die 53-jährige Tochter des Gründers der Steakhauskette „Block House“, ist die Hauptangeklagte. Sie bestreitet, die Entführung in Auftrag gegeben zu haben, und behauptet, die Sicherheitsfirma habe eigenständig gehandelt. Die mutmaßliche Entführung ereignete sich im Rahmen eines langwierigen Sorgerechtsstreits mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel. Sechs weitere Angeklagte sind ebenfalls angeklagt. Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
Sicheres Geleit für israelische Zeugen
Jonathan G. und vier weitere Israelis (drei Männer und eine Frau) erhielten sicheres Geleit, um im Prozess auszusagen. Sie hatten sich mitten im Prozess gemeldet und Zusicherungen für eine sichere Ein- und Ausreise erhalten. Es wird erwartet, dass sie selbst zu einem späteren Zeitpunkt angeklagt werden. Der komplexe Fall wird fortgesetzt, das Gericht hört Aussagen mutmaßlicher Beteiligter an der Operation.
- Jonathan G. trifft Christina Block kurz nach Weihnachten.
- Kinder werden in Gråsten, Dänemark, während des Silvesterfeuerwerks entführt.
- 63. Verhandlungstag: Jonathan G. sagt aus, Gericht schließt kurzzeitig Öffentlichkeit aus.


